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Ein vorsichtiges Ja zur S-Bahn

Rangsdorf unterstützt Studie zu S-Bahn-Verlängerung nach Dahlewitz Ein vorsichtiges Ja zur S-Bahn

Unermüdlich kämpft der Verein Bisar für die Verlängerung der S-Bahn bis Rangsdorf. Um das Ziel zu erreichen, will man nun in Etappen vorgehen und zunächst die Züge bis Dahlewitz fahren lassen. In der Rangsdorfer Gemeindevertretung wurde leidenschaftlich diskutiert, ob man sich an einer Untersuchung zu diesem Vorhaben beteiligen soll.

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Noch endet die S-Bahn in Blankenfelde. Der Verein Bisar möchte, dass sie zunächst bis Dahlewitz, später bis Rangsdorf verlängert wird.

Quelle: Zielke

Rangsdorf. Rainer Pannier hatte Mühe, sich auf seinem Stuhl im Zuschauerraum zu halten, als die Rangsdorfer Gemeindevertretung am Donnerstag über den Antrag seines Vereins Bisar diskutierte. 5000 Euro soll die Gemeinde beisteuern für eine Studie zur Verlängerung der S-Bahn von Blankenfelde nach Dahlewitz.

Was theoretisch nur die Entscheidung über eine Vereinsförderung gewesen wäre, geriet schnell zur Grundsatzdiskussion, an deren Ende der Verein zwar das gewünschte Geld in Aussicht gestellt bekam, doch ein klares Bekenntnis zur S-Bahn-Verlängerung blieb aus. Acht Gemeindevertreter unterstützten den Bisar-Antrag, genauso viele enthielten sich, zwei stimmten dagegen. Jan Mühlmann-Skupien, der FDP-Fraktionsvorsitzende, brachte die Haltung der Skeptiker auf den Punkt: „Im Grunde sind wir alle für die S-Bahn. Ich habe Zweifel, dass die Untersuchung etwas bringt.“

Seit Jahren kämpfen Rainer Pannier und der Verein Bisar für einen S-Bahn-Anschluss nach Rangsdorf, so wie es bis zum Mauerbau 1961 war. Weil es mit der großen Lösung bislang nicht geklappt hat, soll die Verlängerung nun stufenweise kommen. Dafür möchte Bisar eine Studie in Auftrag geben und hat die Gemeinden Blankenfelde-Mahlow und Rangsdorf um Unterstützung gebeten. In Mahlow und Dahlewitz haben die Ortsbeiräte unisono gefordert, 20 000 Euro in den Haushalt für 2016 einzustellen. Rangsdorf, so der Wunsch des Bisar-Vorsitzenden Rainer Pannier aus Blankenfelde, sollte 5000 Euro beisteuern.

Hardy Krückeberg (DPR) hält das für „rausgeschmissenes Geld“. Das Land Brandenburg müsse die Verlängerung bestellen und bezahlen. Bisherige Studien hätten gezeigt, dass eine S-Bahn nach Rangsdorf unwirtschaftlich ist.

Ganz anders sah das der CDU-Fraktionsvorsitzende Tassilo Soltkahn. Für ihn ist die Unterstützung der Bisar-Studie auch ein politisches Signal an das Land. „Wir schaffen es nur Stück für Stück und in kleinen Schritten“, sagte er. Von der Verlängerung nach Dahlewitz würden auch viele Rangsdorfer profitieren, sagte er. Detlef Schlüpen (SPD) erinnerte an die vielen Beschlüsse zu dem Thema in der Vergangenheit. „Die S-Bahn ist nur mit einer politischen Entscheidung an anderer Stelle zu bekommen. Wir sollten nichts vorfinanzieren, was am Ende viellleicht gar nicht gebaut wird“, sagte Schlüpen. Sein Fraktionskollege Stephan Wilhelm erinnerte daran, dass das Land im Herbst Daten für alle Verkehrskorridore zwischen Berlin und Brandenburg erheben will. Sämtliche Pendlerströme und Bevölkerungsentwicklungen werden untersucht. 2017 soll dann ein neuer Nahverkehrsplan vorgelegt werden. „Es wäre wichtig, dass bis dahin eine politische Botschaft aus Rangsdorf kommt“, sagte Wilhelm. Dieses unterstützte Matthias Gerloff, der Vorsitzende der Grünen-Fraktion. „Wir sollten jeden Strohhalm ergreifen, um Autoverkehr zu vermeiden und den öffentlichen Nahverkehr zu stärken“, sagte er. Ralf von der Bank (BVB/ Freie Wähler) deutete es als gutes Zeichen, dass Blankenfelde-Mahlow die Studie unterstützt. Auch der Verein Bisar möchte sich mit 2000 Euro an den Kosten beteiligen. Die Studie soll klar sagen, was die Verlängerung um einen Kilometer kosten wird. Mögliche Fahrgastpotenziale werden nicht untersucht. In einer Pressemitteilung gibt sich Bisar zuversichtlich, dass der Betrieb wirtschaftlich ist.

Von Christian Zielke

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