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Fifty-Fifty-Tickets sind wieder zu haben

Mit dem Taxi in der Prignitz und dem Ruppiner Land Fifty-Fifty-Tickets sind wieder zu haben

Seit Anfang Februar gibt es in den Servicecentern der AOK-Nordost in der Prignitz und dem Ruppiner Land wieder die Fifty-Fifty-Taxitickets für Jugendliche. Mit dieser Initiative ermöglicht das Land den Nachtschwärmern einen 50-Prozent-Rabatt bei nächtlichen Taxifahrten am Wochenende – eine Kampagne für mehr Sicherheit auf Brandenburgs Straßen.

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Die Taxipreise schrecken viele Jugendliche zuerst ab.

Quelle: Peter Geisler,

Neuruppin/Wittenberge. Nach der durchtanzten Nacht schnell mit dem Auto nach Hause. Dieses Szenario stellt vor allem Jugendliche, die auf dem Land wohnen, immer wieder vor große Probleme und Risiken. Die Entfernungen sind weit und der Alkoholpegel oft hoch. Auch bei Kraftfahrern. Deshalb engagiert sich das Land Brandenburg seit 21 Jahren mit der Initiative Fifty-Fifty-Taxitickets für mehr Sicherheit auf den Straßen. Seit Anfang Februar gibt es die Tickets für eine Fahrt zum halben Preis wieder in den Servicecentern der AOK-Nordost. In der Prignitz und dem Ruppiner Land sind im vergangenen Jahr unterschiedlich viele Tickets über die Theken der Servicecenter gegangen.

„Auch wenn die Zahl der Disco-Unfälle statistisch gesehen sinkt, ist trotzdem jeder Unfall einer zu viel“, sagt Anett Krassin, Leiterin der AOK-Niederlassungsstelle Prignitz in Perleberg. Die größte regionale Krankenkasse unterstütze die Initiative, weil sie nicht erst im Notfall für die Versicherten da sein will. Die Tickets sollen dafür sorgen, dass sich das Risiko für junge Nachtschwärmer schon vorher mindert. Polizeisprecherin Dörte Röhrs von der Direktion Nord bestätigt, dass Jugendliche keinen Schwerpunkt mehr in der Unfallstatistik bilden. „Die Unfallzahlen sind seit Jahren rückläufig“, so Röhrs. Das sei aber auch dem demografischen Wandel geschuldet. Im Gegenzug verunfallen mehr Menschen, die älter als 60 Jahre sind.

Wenig Bedarf an Tickets in der Prignitz

Das Land beteiligt sich, wie auch in den Vorjahren, mit 62 500 Euro an der Finanzierung. Damit stehen Tickets im Gesamtwert von 125 000 Euro zur Verfügung. Im vergangenen Jahr wurden in den Servicecentern in der Prignitz in Perleberg, Wittenberge und Pritz­walk rund 1900 Fifty-Fifty-Tickets verkauft. Im Kreis Ostprignitz-Ruppin kamen 3125 zusammen, davon die meisten in Neuruppin (1400), gefolgt von Wittstock (1100) und Kyritz als Schlusslicht (625). In Potsdam wurden zum Vergleich insgesamt 1867 Tickets verkauft.

Wie funktionieren die Tickets?

Einlösbar sind die Fifty-Fifty-Taxitickets an den Wochenenden sowie unmittelbar vor und an Feiertagen zwischen 20 und 8 Uhr. Das Angebot gilt nur für Jugendliche zwischen 16 und 25 Jahren.

Nicht nur AOK-Versicherte können sich die Tickets in den regionalen AOK-Servicecentern in Perleberg, Wittenberge, Pritzwalk, Neuruppin, Wittstock und Kyritz kaufen. Unabhängig der Kassenzugehörigkeit können auch Großeltern und Eltern die Tickets im Wert von 2 bis 5 Euro für die Kinder zum halben Preis erwerben.

Wichtig ist, dass die Jugendlichen

Obwohl das Auto gerade im ländlichen Raum oft notwendig ist, um mitten in der Nacht überhaupt nach Hause zu kommen, sind die Verkaufzahlen in den Städten der Region höher. Kerstin Huneck, die das Taxiunternehmen Buls in Wittenberge vor acht Jahren von ihrem Vater übernommen hat, bekommt diesen Trend deutlich zu spüren. Schon ihr Vater beteiligte sich an der Aktion und fuhr Jugendliche mit diesen Tickets von der Disco nach Hause. „Ich habe solche Fälle immer seltener“, sagt Huneck. Nach mehr als einem Jahr hatte sie an Silvester wieder eine Fahrt, die mit einem der Tickets bezahlt wurde. „Als es früher noch die Disco in Perleberg gab, war der Parkplatz dort immer rappelvoll. Ich will gar nicht wissen, wie viele trotz Alkohol- oder Drogenkonsum noch Auto gefahren sind“, so die Unternehmerin weiter. Mittlerweile hätten die Jugendlichen kaum noch Bedarf, weil ihnen die Möglichkeiten fehlen, abends wegzugehen. Für Huneck ist die Teilnahme an der Fifty-Fifty-Aktion selbstverständlich, obwohl sie damit mehr Schreibarbeit hat. „Ich kriege am Ende ja trotzdem den vollen Preis für die Fahrt.“ Einige Kollegen würden es wegen des höheren Aufwands ablehnen, sagt sie.

Viele Jugendliche teilen sich die halben Kosten

Nicht aber Enrico Burdzik von Taxi-Klaus in Neuruppin: „Bei uns werden die Tickets gut angenommen.“ An fast jedem Wochenende befördert er Jugendliche mit Fifty-Fifty-Taxitickets nicht nur quer durch Neuruppin, sondern auch nach Walsleben oder Rheinsberg. „Ich habe selbst zwei Kinder, die bald ins Jugendalter kommen und ich finde, dass das eine gute Aktion ist“, sagt Burdzik. Oftmals teilen sich die Jugendlichen zudem noch die Kosten, so dass eine 15-Kilometer-Fahrt von Neuruppin nach Walsleben nur noch drei bis vier Euro pro Person kostet.

Von Luise Fröhlich

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