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Freybrücke: Pendler brauchen starke Nerven

Fertigstellung verzögert sich Freybrücke: Pendler brauchen starke Nerven

Seit fast drei Jahren wird an der Freybrücke in Spandau gearbeitet – mit erheblichen Auswirkungen auf den Verkehr auf der Heerstraße, einer der wichtigen Pendlerstrecken für Havelländer nach Berlin. Täglich gibt es lange Staus. Immerhin ist ein Ende der Tortur in Sicht.

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60 000 Autos passieren die Freybrücke täglich.

Quelle: Philip Häfner

Havelland/Spandau. Jacqueline Stabel ist einfach nur noch genervt. Jeden Morgen und jeden Abend steht die Falkenseerin auf der Berliner Heerstraße im Stau – und das nun schon seit fast drei Jahren. So lange wird in Spandau schon an der Freybrücke gearbeitet, mit erheblichen Auswirkungen auf den Verkehrsfluss auf einer der wichtigen Pendlerstrecken für Havelländer.

Rund 60 000 Autofahrer nutzen die Strecke jeden Tag, um aus dem Havelland in die Berliner Innenstadt zu gelangen. Die Freybrücke erweist sich dabei als Nadelöhr: Während der Bauarbeiten wird der Verkehr über eine Behelfsbrücke geleitet, so dass pro Fahrtrichtung nur noch zwei Fahrstreifen zur Verfügung stehen. Die fünfte Spur, die sonst je nach Verkehrslage stadtein- oder stadtauswärts freigegeben wurde, um den Verkehr zu entlasten, steht im Baustellenbereich derzeit nicht zur Verfügung – die Folge sind lange Staus.

Der Abriss der Freybrücke war notwendig geworden, nachdem 2008 erhebliche Korrosionsschäden an den Längs- und Querträgern festgestellt wurden. Eine Sanierung bei laufendem Betrieb war nicht mehr möglich.

33 Millionen Euro kostet das Vorhaben. Eigentlich sollten die Arbeiten bereits Ende 2015 abgeschlossen sein, doch dieser Termin erwies sich als zu optimistisch. Die Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt rechnet inzwischen mit einer Verkehrsfreigabe im Oktober 2016. Es habe „mehrere Störungen“ im Ablauf gegeben, sagt Sprecher Martin Pallgen. Der Zustand der alten Brücke und des Bauuntergrundes waren schlechter als erwartet, zudem seien „Mängel in der Bauausführung der Baufirma“ aufgetreten, so Pallgen. Auch das Niedrigwasser der Elbe im vergangenen Jahr, das den Transport von Bauteilen auf dem Wasserweg behinderte, habe sich negativ ausgewirkt.

Und als ob der Verkehr auf der Heerstraße nicht schon zäh genug fließen würde – was allerdings nicht allein an der Brückenbaustelle liegt, sondern auch an der Ampelschaltung zwischen Reimerweg und Pichelsdorfer Straße –, erneuern die Wasserbetriebe derzeit auch noch die Entwässerungsanlagen rund um die Freybrücke, was voraussichtlich noch bis 11. März zu weiteren Behinderungen führt. Senatssprecher Martin Pallgen betont, dass diese Arbeiten „nicht im Zusammenhang mit der Brückenbaumaßnahme“ stünden.

Auch die Bauarbeiter an der Brücke haben offenbar genug davon, dass wütende Autofahrer ihre Baustelle mit der Sanierung der Gullis über einen Kamm scheren. Am nördlichen Ufer haben sie deshalb einen Hinweis angebracht: „Unser Baufeld endet hier.“

Umfahren lässt sich der Engpass auf der Heerstraße kaum, denn auch auf anderen Strecken wird gebaut: auf dem Brunsbüttler Damm und dem Seegefelder Weg. Die Spandauer Straße in Falkensee ist ohnehin chronisch überlastet, zum Leidwesen viele Pendler. „Schauen wir mal, was uns erwartet wenn erst der Kreisverkehr bei Hellweg gebaut wird“, unkt Maik Mewes aus Falkensee, der ebenfalls betroffen ist. Für den Dallgower Detlef Seger ist klar: „Wir sollten uns Gedanken machen, wie der Verkehr im Umland in drei bis fünf Jahren noch zügig fließen kann. Sonst wird das hier bald wie auf der Berliner Stadtautobahn: mehr stehen als fahren.“

Von Philip Häfner

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