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Hennigsdorf: Kontrolle der Radfahrer

59 Verstöße in zwei Stunden Hennigsdorf: Kontrolle der Radfahrer

Kaum eine Woche verging, in der nicht ein schwerer Fahrradunfall im Polizeibericht stand. Zuletzt kamen Radfahrer in Liebenwalde, Oranienburg und Hennigsdorf zu Schaden. Grund genug, die Zweiradfahrer und ihr Verhalten im Straßenverkehr bei einer größeren Kontrolle in Augenschein zu nehmen. Geschehen am Mittwoch in Hennigsdorf.

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Polizeihauptmeister Thomas Naumann stellt an der Ruppiner Straße, Ecke Hafenstraße einem Radfahrer einen Bußgeldbescheid aus.

Quelle: Fotos. Gawande

Hennigsdorf. Kaum eine Woche verging in den letzten Monaten, in denen nicht ein schwerer Fahrradunfall in den Polizeiberichten auftauchte. Zuletzt kamen Radfahrer in Liebenwalde, Oranienburg und Hennigsdorf zu Schaden.

Um 54 Prozent seien Fahrradunfälle allein in Hennigsdorf im letzten Jahr gestiegen, bestätigt am Mittwoch Hauptkommissar Gerald Bliß. 2014 seien in der Stadt bei 37 Fahrradunfällen 28 Menschen verletzt worden. 2015 kamen bei 57 Fahrradunfällen 42 Personen zu schaden. Zahlen, die bei der Polizei Besorgnis erregen. Hinzu seien Beschwerden von Verkehrsteilnehmern gekommen, die sich vermehrt über auf der falschen Straßenseite fahrende Radfahrer geäußert hätten. Anlass genug, verstärkte Kontrollen der Fahrradfahrer durchzuführen.

Und so standen am Mittwochmorgen ab zehn Uhr 15 Beamte des Hennigsdorfer Reviers an drei Hauptverkehrsstraßen der Stadt und kontrollierten die Zweiradfahrer. Am Kontrollpunkt an der Ruppiner Chausse, Ecke Hafenstraße stand vor allem das Thema „Fahren auf der falschen Straßenseite“ im Fokus. Ist doch aus Berlin kommend, die Hafenstraße eine beliebte Abkürzung in Richtung Hennigsdorf-Zentrum oder nach Spandau. Einladend zu ihrem Erreichen, das kurze Wegstück über die Havelbrücke auf der falschen Straßenseite zu fahren.

„Ich kenne die Regel, aber ich dachte, dieses kurze Stück wird schon gehen“, bestätigt Jürgen Zuchau aus Freiberg. 20 Euro kostete ihn das Abkürzmanöver über die Brücke an diesem Morgen. Er war aber nicht der einzige. Insgesamt 25 Radfahrer mussten das Bußgeld zahlen. „Ich habe einen Fehler gemacht, aber ich wollte nicht zweimal die vielbefahrene Straße kreuzen“, äußert sich ein Radler aus Kassel. Ähnliche Argumente kamen auch von anderen ertappten Radfahrern. Nutzung von Kreisverkehr und Ampel seien eben Umwege. Trotzdem: „Viele waren verständig“, resümiert Bliß. Das sei aber nicht immer so.

An den Kontrollpunkten in der Marwitzer Straße mussten 15 Radfahrer und in der Fontanestraße 19 ein Bußgeld zahlen. „59 Verstöße in nur zwei Stunden. Das ist erschreckend“, sind sich die Polizeibeamten einig. Damit habe man nicht gerechnet. Da seien Wiederholungen notwendig, um die Radfahrer „zu erziehen“. Auch in anderen Orten des Revierbereichs.

Positiv sei nur, dass es keinerlei Rotlichtverstöße gegeben habe, und dass nahezu keine Asylbewerber unter den Verkehrssündern waren. Bei Bedarf hätten die Beamten sogar mehrsprachige Flyer mit den Verkehrsregeln in der Tasche gehabt.

Jedoch sei bei deutschen Radfahrern mehr Einsicht nötig, dass auch sie sich an die Vorschriften zu halten haben. Bliß: „Die nehmen die StVO zu locker.“ Das führe dazu, dass es zu mehr Unfällen käme, weil Autofahrer nicht darauf vorbereitet seien, dass sich Radler nicht an die Vorschriften halten würden. Da sei mehr Rücksichtnahme auf beiden Seiten nötig.

Von Ulrike Gawande

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