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Premnitz: Erdgastanken signifikant teurer

Preise angehoben Premnitz: Erdgastanken signifikant teurer

Der Rathenower Unternehmer Lutz Fürstenberg kritisiert, dass die Stadtwerke Premnitz den Preis an ihrer Erdgas-Tankstelle erheblich angehoben haben. Viele Kunden seien dadurch verärgert worden. Stadtwerke-Chef Mathias Hohmann kontert: Die Tankstelle habe Verluste gemacht, erst nach der Erhöhung sei sie kostendeckend.

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Der Preis ist gestiegen, aber Erdgas wird in Premnitz trotzdem noch getankt.

Quelle: Bernd Geske

Premnitz. Der MAZ-Beitrag „Warnung vor Betrügern, die Gasverträge anbieten“ hat den Rathenower Lutz Fürstenberg dazu motiviert, seinem Unmut über ein Gas-Thema Luft zu machen. Im genannten Beitrag hat Mathias Hohmann, Geschäftsführer der Stadtwerke Premnitz, davor gewarnt, dass Betrüger älteren Leuten mit Falschaussagen neue Gasverträge aufschwatzen wollen. Gewissermaßen im Gegenzug hat nun Lutz Fürstenberg kritisiert, dass die Stadtwerke Premnitz an ihrer Erdgas-Tankstelle aus seiner Sicht den Preis viel zu sehr angehoben haben. „Seit über einem Jahr wird hier unverändert mit 1,159 Euro je Kilogramm ein deutschlandweiter Spitzenpreis gefordert“, stellt er heraus, „er liegt sieben bis elf Cent über den Preisen der Wettbewerber.“

Stadtwerke haben regionales Monopol für Erdgas

Die Stadtwerke Premnitz verfügten mit ihrer Erdgas-Tankstelle über das „regionale Monopol“ für den umweltfreundlichen Kraftstoff Erdgas, betont Lutz Fürstenberg. Deren Errichtung sei mit Mitteln des Bundes und des Landes zur Unterstützung einer umweltverträglichen Antriebstechnik gefördert worden. Stammkunden seien verärgert und versuchten es nach Möglichkeit zu vermeiden, Erdgas in Premnitz zu tanken. Er selbst habe es erlebt, dass Buga-Besucher „kopfschüttelnd“ aufs Erdgas-Tanken in Premnitz verzichten. Die Preisfestlegung für Erdgas, teilt Lutz Fürstenberg mit, verdeutliche, dass die Stadtwerke Premnitz offenbar nur durch echten Wettbewerb bewegt werden könnten, kundenorientierte Preise zu gestalten. Den Bürgern im Versorgungsbereich der Stadtwerke Premnitz sei zu raten, verschiedene Angebote einzuholen und aufmerksam zu vergleichen.

Preiserhöhung zum 1. Juli 2014

Die Stadtwerke Premnitz haben an ihrer Erdgas-Tankstelle zum 1. Juli 2014 den Preis von 93 Cent auf 1,159 Euro pro Kilogramm erhöht.

Der Aufsichtsrat hatte seit 2011 von den verschiedenen Geschäftsführern der Stadtwerke immer wieder Konzepte gefordert, wie die Verluste der Erdgas-Tankstelle beendet werden können.

Seit 2015 arbeitet die Premnitzer Erdgas-Tankstelle kostendeckend.

Mathias Hohmann, seit Januar 2014 Geschäftsführer der Stadtwerke Premnitz, bestätigt, dass zum 1. Juli 2014 an der Erdgas-Tankstelle der Preis von 93 Cent auf 1,159 Euro je Kilo erhöht worden ist. Bereits ab 2011 sei es immer wieder ein Thema im Aufsichtsrat gewesen, berichtet er, dass die Erdgas-Tankstelle Umsatzverluste einbrachte und möglicherweise geschlossen werden sollte. „Mit den 93 Cent pro Kilogramm war die Tankstelle in Premnitz der drittgünstigste Anbieter in der ganzen Bundesrepublik“, teilt der Geschäftsführer mit. 2014 habe der Betrag sogar unter dem Einkaufspreis für Erdgas gelegen.

Tankstelle arbeitet kostendeckend

„Unser Preis liegt unter dem aller anderen Erdgas-Tankstellen in der Region, deren Eigentümer ihren Preis nicht subventionieren“, erklärt Mathias Hohmann. Er sei nicht bereit, einen günstigeren Preis anzubieten, der dann auf Kosten anderer Stadtwerke-Kunden subventioniert werden müsste. An einer Erdgas-Tankstelle in Brandenburg an der Havel und einer in Schmerzke sei der Kraftstoff in der Tat günstiger zu haben als in Premnitz, räumt der Premnitzer Stadtwerke-Chef ein. Dort aber seien die Eigentümer große und wirtschaftlich deutlich stärkere Unternehmer als in Premnitz, die den Preis an ihren Erdgas-Tankstellen subventionieren. Der Umsatz an der Premnitzer Tankstelle sei zwar gesunken, berichtet Mathias Hohmann, aber im Jahr 2015 arbeite diese jetzt kostendeckend. Er verstehe, dass manche Kunden die Preiserhöhung als „schmerzlich“ empfinden, aber aus Sicht der Stadtwerke sei sie „unumgänglich“ gewesen.

Von Bernd Geske

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