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Im ersten E-Bus durch Bad Belzig

Verkehrsgesellschaft testet neues Fahrzeug Im ersten E-Bus durch Bad Belzig

So könnte die Zukunft bei der Bad Belziger Verkehrsgesellschaft (VGB) aussehen. In dieser Woche begann die 14-tägige Testphase für einen Elektrobus auf der Stadtlinie. Acht Meter lang, 2,50 Meter breit und blau-weiß lackiert stand dort ein Stück automobile Zukunft: Ein elektrobetriebener Midi-Bus. Bei aller Begeisterung gibt es aber auch Nachteile.

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Von der Testbus macht einen zuverlässigen Eindruck. Nur die Anschaffungskosten bereiten Bauchschmerzen.

Quelle: Uwe Klemens

Bad Belzig. Zukunftstag bei der Verkehrsgesellschaft Bad Belzig (VGB). „Einsteigen bitte“, hieß es am Donnerstagvormittag vor dem Landratsamt in der Bad Belziger Niemöllerstraße. Acht Meter lang, 2,50 Meter breit und blau-weiß lackiert stand dort ein Stück automobile Zukunft: Ein elektrobetriebener Midi-Bus des tschechischen Busbau-Unternehmens SOR. Auch Landrat Wolfgang Blasig (SPD) ließ sich die Gelegenheit zu einer Testfahrt nicht entgehen.

„Ein Elektrobus, der vor Ort keine Emissionen verursacht, würde einer Kurstadt wie Bad Belzig gut zu Gesicht stehen“, sagt VGB-Geschäftsführer Hans-Jürgen Hennig, der sich für die Testfahrt selbst hinter das Steuer des knapp neun Tonnen leichten Fahrzeuges setzte. „SOR war das erste Unternehmen, das auf unsere Anfrage reagierte und uns für zwei Wochen einen Testbus zur Verfügung gestellt hat.“

Die Fahrer sind begeistert

Bereits seit Montagnachmittag ist das mit 17 Sitz- und 34 Stehplätzen ausgerüstete Fahrzeug auf der 19 Kilometer langen Stadtlinie im Einsatz. „Alle Fahrer, die damit schon unterwegs waren, sind begeistert, auch wenn man sich bei der Handhabung natürlich erst an das eine oder andere Detail gewöhnen muss“, sagt Hennig. Bei den Verbrauchskosten liegt man im Test mit 15 Euro auf 100 Kilometer minimal über denen für ein herkömmliches Fahrzeug, wo zwischen 12 und 14 Euro anfallen. Pro Batterieladung sichert der Hersteller 200 Kilometer Reichweite zu, was für die Stadtlinie ausreichen würde.

Der Blick in die Stromversorgung des Busses

Der Blick in die Stromversorgung des Busses.

Quelle: Uwe Klemens

Bei 360.000 Anschaffungskosten pro Bus schwenkt der Geschäftsführer jedoch die weiße Fahne. Knapp die Hälfte davon sind derzeit für einen herkömmlichen Bus vergleichbarer Größe zu berappen. Ohne Förderung des Landes oder des Bundes kann der Landkreis, der Träger des VGB ist, eine solche Investition nicht stemmen.

Dass solche Förderprogramme früher oder später kommen werden, ist Hennig jedoch überzeugt. „Aber wir wollen nicht abwarten, bis es irgendwann von irgendeiner Seite grünes Licht gibt, sondern vorbereitet sein, damit wir dann gleich loslegen können.“

Komfort, wie man ihn in Deutschland gewohnt ist

Vom Fahrgefühl des sanft und flüsterleise auf der Straße liegenden Busses zeigten sich die Fahrgäste der kleinen Sonderfahrt beeindruckt. „Die Innenausstattung entspricht dem, was der deutsche Busfahrer gewohnt ist“, sagt SOR-Deutschlandsvertriebsleiter Roman Tichy, der den Fachleuten und Verwaltungsmitarbeitern zu den Details des Fahrzeugs Rede und Antwort stand.

Und im Innern

Und im Innern? Landrat Wolfgang Blasig (3. von links) gefällt es.

Quelle: Uwe Klemens

Sollten die Busse eines Tages tatsächlich im Hohen Fläming auf Achse sein, würde das auch für die Feuerwehrleute der Region ein Umlernen bedeuten. Ein E-Bus ist mit Wasser nicht mehr zu löschen. Bei 600 Volt Gleichstrom, die aus der zwei Tonnen schweren Batterie im Fahrzeugheck den 120 kW starken Elektroantrieb versorgen, könnten die Folgen tödlich sein.

Von Uwe Klemens

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