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Krein: Radweg bietet keine Sicherheit

Radfahren in Hennigsdorf Krein: Radweg bietet keine Sicherheit

Der Veltener passionierte Radfahrer Sven Krein, der erfolgreich gegen den Landkreis Oberhavel geklagt hatte und die Radwegebenutzungspflicht auf einigen Gehwegen in Velten aufgehoben hat, fordert nun ein ähnliches Vorgehen in Hennigsdorf auf der Fontanestraße. Dort ereignete sich ebenfalls ein Unfall zwischen Pkw und Radfahrerin.

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An diesem Kreuzungspunkt ereignete sich Unfall, bei dem ein Pkw einer Radfahrerin die Vorfahrt nahm.

Quelle: Foto: Enrico Kugler

Hennigsdorf. Der Veltener Sven Krein, passionierter Radfahrer, kennt viele Gründe, warum ein Radfahrer nicht auf dem Radweg fahren sollte: Weil es erheblicher artistischer Fähigkeiten bedürfe, über Pkws zu fahren, die auf dem Radweg abgestellt sind. Weil der Radweg hundert Meter weiter plötzlich aufhöre, ohne erkennbare Möglichkeit zur Weiterfahrt. Weil bei der Gesamtbreite vieler kombinierter Geh- und Radwege rein rechnerisch der Sicherheitsabstand zu Fußgängern etwa minus fünf Zentimeter betrage - etwas zu wenig für ein Tempo von 20 Stundenkilometern. Das sind nur einige der Gründe.

Erfolgreich hat Krein vor dem Verwaltungsgericht Potsdam gegen den Landkreis Oberhavel prozessiert. Wie berichtet, setzte er durch, dass der Landkreis die Radwegbenutzungspflicht für die Viktoriastraße in Velten und die L 172 zwischen Poststraße und Uhlandstraße aufhebt.Der Geh- und Radweg an diesen Straßen sei zu eng und wegen der Einfahrten zu den Grundstücken zu gefährlich, hatte Krein argumentiert. Außerdem seien die Straßen breit genug für einen Radstreifen auf der Fahrbahn.

Nun weitet Sven Krein seine Aktivitäten auch auf die Nachbarstadt Hennigsdorf aus. Denn dort ereignete sich jetzt ein Unfall, bei dem eine 58-jährige Radfahrerin verletzt wurde und ins Krankenhaus gebracht werden musste. Diese fuhr auf dem benutzungspflichtigen Radweg an der Fontanestraße. Ein aus der Stauffenbergstraße kommender Pkw nahm ihr beim Einbiegen auf die Fontanestraße die Vorfahrt.

Für Sven Kreis steht fest: Wäre die Frau auf der Straße gefahren, hätte der Autofahrer sie als Fahrzeug wahrgenommen. Möglicherweise, mutmaßt Krein, habe auch eine Trafostation an der Stauffenbergstraße die Sicht behindert.

Sven Kreis hat deshalb nun wieder einen Antrag im Landratsamt Oberhavel abgegeben. Darin fordert er, der Landkreis möge die Radwegebenutzungspflicht auf der Fontanestraße/Edisonstraße in Hennigsdorf zwischen Marwitzer Straße und Spandauer Allee überprüfen und anschließend aufheben. Ausgenommen von diesem Antrag ist der auf der Edisonstraße teilweise vorhandene Schutzstreifen. Eine qualifizierte Gefahrenlage auf der Fontanestraße gebe es nicht. Somit stünde einem Radstreifen auf der Straße nichts im Wege, sagt Krein. Er hält eine Benutzungspflicht nur in einer Gefahrenlage, wie zum Beispiel in einem Tunnel oder an der Einbiegung zur Autobahn für begründet. Generell ist Sven Krein der Meinung: „Auf der Fahrbahn fährt ein Radfahrer sicherer, weil Autofahrer immer auf andere Fahrzeuge achten.“

Vom Landkreis Oberhavel gibt es keine Stellungnahme zu Kreins Antrag bezüglich der Fontanestraße in Hennigsdorf. Man müsse die Sache erstmal prüfen, sagt Sprecher Ronny Wappler.

Der Stadtverwaltung Hennigsdorf liegt Kreins Antrag nicht vor. Vorab erklärte Sprecherin Ilona Möser: „Jeder Unfall ist einer zuviel. Doch die Fontanestraße ist eine Hauptverkehrsader mit bis zu 8000 Fahrzeugen am Tag. Der angeordnete Radweg hat sich bewährt.“

Von Marion Bergsdorf

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