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Lärmschutz ohne Tunnel

Maßnahmen für die Dresdner Bahn vorgestellt Lärmschutz ohne Tunnel

Gleise und Zaun der S-Bahntrasse nach Blankenfelde sollen nach Westen verlegt werden, um Raum für die Gleise für die Bahntrasse Richtung Dresden zu schaffen. Im benachbarten Lichtenrade fordert eine Bürgerinitiative vehement den Bau eines Tunnels. Das Planfeststellungsverfahren läuft.

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S-Bahn nach Blankenfelde an der Siedlung Waldblick. Gleise und Zaun werden etwas nach Westen verlegt.

Quelle: Stephan Laude

Blankenfelde-Mahlow/Berlin. Mit dem geplanten Wiederaufbau der Dresdner Bahn erhält auch die S-Bahn nach Blankenfelde einen neuen Fahrweg. Die Gleise müssen etwas nach Westen verschoben werden. Für die Dresdner Bahn sind zwei Fernbahngleise östlich der S-Bahn geplant. Für drei Gleise ist der vorhandene Platz zwischen den Zäunen beiderseits des Gleises der S 2 nicht ausreichend.

Der Antrag der Bahn AG zum Wiederaufbau der Dresdner Bahn befindet sich zwar noch im Planfeststellungsverfahren beim Eisenbahn-Bundesamt, wie berichtet wird die Behörde die Pläne aber genehmigen. Streitpunkt des schon 19 Jahre andauernden Verfahrens ist vor allem: Sollen die Gleise im Berliner Stadtteil Lichtenrade ebenerdig verlaufen oder – wie es eine Bürgerinitiative verlangt – in einem Tunnel. Das nun vor dem Abschluss stehende Planfeststellungsverfahren sieht die ebenerdige Variante vor.

Um die Lärmbelastung durch die Züge gering zu halten, sollen beiderseits der Strecke, aber auch zwischen Fernbahn und S-Bahn, bis zu fünf Meter hohe Schallschutzwände errichtet werden. In einem hochmodernen Labor des Berliner Heinrich-Hertz-Instituts – mit Panoramaleinwand und 137 Lautsprechern – wurde demonstriert, dass solche Maßnahmen beachtliche Wirkung zeigen. Bahn und Bundesverkehrsministerium sehen sich mit der Lärmsimulation darin bestätigt, dass kein Tunnel nötig ist. Wie die Fernbahn wird auch die S-Bahn quasi eingemauert, so dass sie leiser wird als bisher.

Wie Verkehrs-Staatssekretär Michael Odenwald sagte, würden zusätzlich zu den gesetzlichen Vorgaben lärmmindernde Schienenstegdämpfer eingebaut. Die vorgestellten Schallschutzmaßnahmen enden an der Berliner Stadtgrenze, also nahe am Mahlower Ortsteil Waldblick. Sowohl Berliner als auch Brandenburger profitieren aber von einer Vorschrift zu Güterzügen: Ab 2020 müssen sie mit neuen Bremssohlen-Typen ausgerüstet sein, die das Vorbeifahrgeräusch erheblich reduzieren. Auf der Dresdner Bahn werden sieben bis acht Güterzüge täglich unterwegs sein. Der Airport-Express nach Schönefeld soll im 15-Minuten-Takt verkehren. Dazu kommen die ICE nach Dresden.

In der Bahnhofstraße und der Wolziger Zeile in Lichtenrade werden die Bahnübergänge durch Tunnel ersetzt; der in der Wolziger Zeile wird aber nur für Radfahrer und Fußgänger ausgelegt. Er gehört zur Umleitung des Mauerradwegs, dessen eigentliche Trasse in Waldblick durch die Bahngleise blockiert ist. Ob im Planfeststellungsverfahren ein Fahrradtunnel in Waldblick vorgesehen ist, konnte am Freitag nicht gesagt werden. Die Gemeindevertretung Blankenfelde-Mahlow hatte sich für die Unterquerung ausgesprochen. Wie an der Wolziger Zeile werden sich Radler auch über einen eigenen Radweg auf der Unterführung Bahnhofstraße freuen können. Breite Geh- und Radwege werden von der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow auch für die dortigen Unterführungen verlangt.

Die Lichtenrader Bürgerinitiative Dresdner Bahn (BI) lädt für Mittwoch zu einer Diskussionsveranstaltung zur neuesten Entwicklung beim Bahnbau ein. Die BI droht mit Klagen gegen den ebenerdigen Wiederaufbau der 1875 eröffneten Strecke. Sollte diese Variante nicht durchgesetzt werden, werde der Bau nicht 2023 oder 2024 abgeschlossen sein, sondern acht bis zehn Jahre später, sagte Christian Beckmann, Chef Großprojekte Ost bei der DB Netz AG. Die Baukosten von etwa 500 Millionen Euro würden sich bei einem Tunnel in offener Bauweise um etwa 125 Millionen Euro erhöhen, bei bergmännischer Bauweise wären es 250 Millionen Euro.

Von Stephan Laude

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