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Limit auf der A 12 bleibt: keine Chance für Raser

Verkehrssicherheit auf Autobahnen Limit auf der A 12 bleibt: keine Chance für Raser

Raser können die Hoffnung aufgeben: Das Tempolimit auf der A12 bleibt bei 120 Kilometern in der Stunde – auch wenn der Ausbau der Strecke zwischen dem Dreieck Spreeau und Frankfurt (Oder) beendet ist. Damit wollen Polizei und Landesbetrieb Straßenwesen die derzeit hohen Unfallzahlen auf der Transitstrecke senken.

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Lkw-Fahrer dürfen auf der A12 nicht überholen.

Quelle: Thomas Mattuschka

Heidesee. „Die Verkehrssicherheit auf der A12 hat Priorität“, sagt Thomas Mattuschka, Sachgebietsleiter Bauüberwachung Autobahn Süd vom Brandenburgischen Landesbetrieb für Straßenwesen. Der Anteil des Schwerlastverkehrs auf diesem 58 Kilometer langen Teil der Transitstrecke zwischen Moskau, Warschau, Berlin und Rotterdam liegt in Stoßzeiten bei über 50 Prozent. Vor Weihnachten werden diesbezüglich sogar noch höhere Spitzenwerte erreicht. Im Durchschnitt liegt der Lkw-Anteil auf der A12 unweit der Anschlussstelle Fürstenwalde bei 35 Prozent, während er auf der A13 nahe Mittenwalde nur bei 25 Prozent liegt.

Polizei und Landesbetrieb starten daher jetzt auf der „Autobahn der Freiheit“ ein vorerst bis 2018 befristetes Pilotprojekt. „Normalerweise gibt der Landesbetrieb auf neu ausgebauten Strecken die Geschwindigkeit frei“, erklärt Mattuschka. Das allerdings wird auf der Strecke zwischen dem Dreieck Spreeau bis zur polnischen Grenze nicht geschehen. Die Geschwindigkeit bleibt in Richtung Frankfurt (Oder) auch künftig nahezu durchgängig auf 120 Kilometer pro Stunde beschränkt. Außerdem gilt auf der gesamten Strecke ein striktes Überholverbot für Lkw. „Elefantenrennen soll es hier nicht mehr geben“, sagt Mattuschka.

Die Polizei überwacht dies ebenso wie die Einhaltung der Sicherheitsabstände auch mit Zivilfahrzeugen. Dabei beobachten die Beamten seit Jahren ein Phänomen. Es ereignen sich auf dieser Autobahn in Richtung Frankfurt (Oder) weitaus mehr Verkehrsunfälle als in Richtung Berlin. „Offenbar will so mancher Lkw-Fahrer erst die Grenze beziehungsweise heimischen Boden erreichen, ehe er sich schlafen legt“, heißt es bei der Polizei. Übermüdung verursacht dann so manchen Zusammenstoß.

2014 ereigneten sich nach Angaben von Eberhard Heusterberg von der Polizeidirektion Ost auf der A12 insgesamt 437 Verkehrsunfälle, bei denen 100 Verletzte und fünf Tote registriert wurden. Davon entfielen 269 Unfälle (61,5 Prozent) auf die Fahrbahnen in Richtung Frankfurt (Oder). Ausschließlich in diesem Bereich waren auch die fünf Verkehrstoten zu beklagen. Insgesamt waren an den Unfällen in 189 Fällen (43,5 Prozent) Lkw beteiligt.

Zur Vermeidung schwerer Unfälle ist die A12 bundesweit auch mit die einzige Autobahn, auf der ganz bewusst eine Winterpause bezüglich der Bauarbeiten eingelegt wird. Im Frühjahr wird dann noch der Abschnitt zwischen dem Skabyer Torfgraben und Neu-Waltersdorf einschließlich des Umbaus der Anschlussstelle Storkow in Angriff genommen.

Von Franziska Mohr

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