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Ludwigsfelde will Tempolimit auf der A10

Lärmbelästigung Ludwigsfelde will Tempolimit auf der A10

Die Stadt Ludwigsfelde (Teltow-Fläming) ist durch die Autobahn 10 in zwei Teile getrennt. Die Schnellstraße verursacht entsprechend Lärm und der soll weniger werden. Deswegen fordert die Stadt ein Tempolimit für die Autobahn. Die Stadt bekommt dabei wichtige Unterstützung.

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Ludwigsfelde ist durch den Lärm der Autobahn, der B101, der Bahnstrecken durch die Stadt und dem Flugverkehr in Schönefeld stark lärmbelastet.

Quelle: Jutta Abromeit

Ludwigsfelde. Ludwigsfelde, die Lärmhauptstadt der Region, unternimmt einen weiteren Versuch, den Lärmpegel zu senken: Der Ort will das Tempolimit auf dem Autobahnsüdring im Stadtgebiet noch weiter senken. Zurzeit ist die Geschwindigkeit für alle Fahrzeuge auf dem Ludwigsfelder Damm durchgängig auf 120 Stundenkilometer beschränkt.

Die Stadtverordneten beschlossen für den Antrag beim Landesbetrieb Straßenwesen jetzt, den Pkw-Verkehr tagsüber auf 100, nachts auf 80 Kilometer in der Stunde zu begrenzen; für Lkws werden 80 beziehungsweise 60 km/h als Höchstbegrenzung gefordert. Dieser Beschluss wurde einstimmig gefasst.

Schlafstörungen und Herz-Kreislauf-Probleme durch Lärm

Geschwindigkeitsbegrenzungen sind nach Ansicht der Stadt das wirkungsvollste Mittel, Lärm zu reduzieren. Das wissen in Ludwigsfelde spätestens seit Erstellen des Lärmschutzkonzepts alle, die der Krach von Autobahn, Bundesstraße, zwei großen Bahnstrecken, Landesstraße und Flugzeugen stört, auch wenn es einen Riesenkatalog weiterer Maßnahmen gibt. „Verkehrslärm macht krank. Die Folgen sind Schlafstörungen, Hörschäden oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen“, heißt es in der Begründung zu diesem Beschluss. Über unaufhörlichen Straßenlärm klagten demnach viele Ludwigsfelder. „Unzählige Versuche der Stadtverwaltung“, eine Geschwindigkeitsreduzierung zu erreichen, schlugen bisher fehl.

Hauptablehnungsgründe für den Landesbetrieb sind folgende: Die Stadt habe gar nicht die erforderliche Planungshoheit, diese liege beim Landesbetrieb. Zudem seien die Prognosen für die Verkehrsbelegung noch nicht erreicht – bisher fahren in 24 Stunden zwischen 52.500 und 63.000 Fahrzeuge über die beiden Autobahnbrücken im Stadtgebiet. In der Planfeststellung waren 77.000 Fahrzeuge prognostiziert worden.

Auch Wohnungsgesellschaften wollen weniger Lärm

Ein weiteres großes Hindernis für die Stadtväter, den Autobahnlärm zu reduzieren, sind die geltenden Gesetze. Zum einen wird Lärm nach Bundesimmissionsschutzrecht für jede Lärmquelle separat behandelt: Lärm wird nicht addiert, obwohl Anwohner allen Einflüssen gleichzeitig ausgesetzt sind. Hinzu kommt: Die Vorschriften zum Lärmschutz nach dem Bundesimmissionsschutzrecht gelten nur für den Neu- oder Ausbau von Straßen, Regelungen für bestehende Trassen dagegen fehlen.

Die Stadt unternimmt diesen neuen Anlauf zur Lärmbegrenzung im Stadtgebiet gemeinsam mit den drei großen Vermietern Wohnungsbaugenossenschaft, Wohnungsgesellschaft Märkische Heimat und Gagfah, deren Mieter gehören zu den am stärksten Betroffenen. Juristisch vertreten lässt sich diese Interessengemeinschaft von einer Kanzlei aus dem hessischen Hanau.

Von Jutta Abromeit

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