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Dritte Odeg-Linie ab Rathenow

Rathenow wird zum Odeg-Bahnhof Dritte Odeg-Linie ab Rathenow

Nach Berlin und nach Brandenburg an der Havel fährt die Ostdeutsche Eisenbahngesellschaft (Odeg) bereits ab Rathenow. In 100 Tagen kommt die dritte Bahnverbindung dazu. Dann übernimmt die Odeg die Strecke nach Stendal. Zurzeit laufen die Vorbereitungen für den reibungslosen Start.

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Ein Odeg-Zug auf der Strecke zwischen Rathenow und Berlin.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Rathenow. Als die Ostdeutsche Eisenbahngesellschaft (Odeg) die Strecke Rathenow-Berlin übernahm, gab es Startschwierigkeiten. Zunächst waren Züge nicht fertig, dann wurden Fahrtakte nicht eingehalten. Kurzzeitig geriet die Fahrt mit der Bahn nach Berlin zum Vabanquespiel. Dann lösten sich die Knoten und seitdem läuft der Odeg-Zugverkehr reibungslos. Sogar während des Bahnstreiks konnte man sich auf die Odeg verlassen, die ihren Tarifvertrag bereits ausgehandelt Die Ostdeutsche Eisenbahn GmbH wird zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember um 8 Uhr ab Rathenow ihren Verkehr auf der Regionalbahnlinie RB34 zwischen Rathenow und Stendal aufnehmen. Die Länder Sachsen-Anhalt und Brandenburg haben bereits 2014 der Odeg den Zuschlag hierfür erteilt. Die private Eisenbahngesellschaft hat sich bei einer Ausschreibung der Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt und des Verkehrsverbundes Berlin Brandenburg im Jahr 2014 im Wettbewerb mit anderen Eisenbahnverkehrsunternehmen erfolgreich durchgesetzt. „Mit der Betriebsaufnahme der Strecke zwischen Stendal und Rathenow wird das Team der Odeg erneut auf der Schiene beweisen, dass diese Entscheidung die Richtige war“, sagt Arnulf Schuchmann, Geschäftsführer und Sprecher der Odeg.

Freude über drei spannende Jahre

Schuchmann freut sich auf die nächsten drei Jahre, auf diese Frist ist Verkehrsvertrag mit der NASA und dem VBB festgesetzt. „Der Countdown läuft, heute sind es noch genau 100 Tage bis zur Betriebsaufnahme“, sagt der Geschäftsführer. „Unser gesamtes Team, die Kolleginnen und Kollegen des Betriebes, der Planung, Instandhaltung, Disposition, Personalplanung, dem Vertrieb, Kundenservice und Marketing sowie der Eisenbahnbetriebsleiter sind gut vorbereitet.“

Arnulf Schuchmann ist Sprecher und Geschäfntsführer der Odeg

Arnulf Schuchmann ist Sprecher und Geschäfntsführer der Odeg.

Quelle: MAZ

Im Zweistundentakt fahren dann die Züge von Stendal nach Rathenow und umgekehrt und ergänzen den schon jetzt einmal täglich nach Stendal fahrenden Odeg-Zug der Linie RE4. Das ist die Bahn, die als Spätzug in Berlin Richtung Westen fährt. Von Montag bis Freitag fährt ein Regioshuttle die Tour. Dieses Fahrzeug sei das modernste Zugshuttle der Odeg. Schuchmann: „Der Zug ist barrierefrei, hat ein großes Mehrzweckabteil für viele Fahrräder oder mehrere Rollstühle.“ Das Fahrzeug sehe gut aus und sei mit Blick auf die Abgas- sowie Schall-Emission besonders umweltfreundlich.

Viele Fahrgäste auch ohne Buga

Zwar ist die Bundesgartenschau zum Start der Odeg auf der Strecke schon vorbei. Doch gerade am Wochenende ist schon jetzt das Fahrgastaufkommen hoch. Dem will die Odeg auch Rechnung tragen und zwei gekoppelte Gelenktriebwagen einsetzen. TFT-Monitore für Anschlussinformationen, zeitgemäße Zugzielanzeiger sowie behindertengerechte Toiletten sind in beiden Fahrzeugtypen zu finden.

Rechtzeitig vor dem Betriebsstart werden noch Testfahrten durchgeführt. Schuchmann dazu: „Die Fahrgäste sollten sich also nicht wundern, wenn die gelb-weiß-grünen Triebwagen in den nächsten Monaten an der Strecke auftauchen.“

Insgesamt besteht die Zugflotte für die RB34 aus drei Triebfahrzeugen. Die Züge werden in Eberswalde bei der Ostdeutsche Instandhaltungsgesellschaft instandgehalten und getankt. Gereinigt werden die Züge direkt in Stendal. Zehn Odeg-Mitarbeiter werden auf der Linie arbeiten – als Fahrzeugführer oder Servicemitarbeiter.

Odeg sucht Mitarbeiter

In dem Zusamenhang verweist Schuchmann darauf, dass die Odeg ständig neue Mitarbeiter suche. „Alle Informationen für interessierte Bewerberinnen und Bewerber aus der Umgebung von Rathenow und Stendal sind unter odeg.de/karriere zu finden.“

Das ist die Odeg

Die Ostdeutsche Eisenbahn GmbH (Odeg) ist ein im Juni 2002 gegründetes Gemeinschaftsunternehmen der Prignitzer Eisenbahn und der Benex. Sie betreibt den Personenverkehr auf Eisenbahnlinien in Berlin/Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern sowie Sachsen, darunter sind auch Regionalexpress-Linien und demnächst die Verbindung nach Stendal.

Die Odeg beschäftig an die 500 Mitarbeiter und leistet rund Zugkilometer im zweistelligen Millionenbereich. Ein Teil der Mitarbeiter ist in Eberswalde im neu erbauten Betriebswerk beschäftigt, wo die Reparaturen und Reinigungsarbeiten stattfinden.

Die ersten von der Odeg betriebenen Linien waren zwei Linien in Südmecklenburg. Im Jahre 2004 beteiligte sich die Odeg an einer Ausschreibung von RE-Leistungen in Mecklenburg-Vorpommern, die jedoch DB Regio gewann. Im selben Jahr übernahm die Odeg einige Linien im Osten Brandenburgs.

Im Jahr 2009 ging Odeg als Sieger der „Stadtbahn-Ausschreibung“ des VBB für die RE 2 und RE 4 hervor. Seit dem 15. Dezember 2013 fährt die Odeg auf der bisher von ihrem Konkurrenten Ostseelandverkehr GmbH gefahrenen Strecke Rehna – Schwerin – Parchim.

Im Juli 2014 wurde bekannt gegeben, dass die Odeg ab Dezember 2015 für drei Jahre den Betrieb auf der Linie RB 34 von Rathenow nach Stendal übernimmt.

Von Joachim Wilisch

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