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Nachtschwärmer bleiben abgekoppelt

Prignitz-Express Nachtschwärmer bleiben abgekoppelt

Nachtschwärmer, die nach einem Ausgehabend nach Wittstock oder weiter in die Prignitz wollen, müssen wohl weiterhin mit dem Auto fahren. Der Regionalexpress 6, der sogenannte Prignitzexpress, fährt am späten Abend nicht mehr. Nur bis Neuruppin reichen die späten Verbindungen. Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg sagt, für mehr gebe es nicht genug Bedarf.

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Der Prignitz-Express.

Quelle: Christian Schmettow

Pritzwalk. Drei Sonderfahrten am Wochenende haben es an den Tag gebracht: Man kann den Regionalexpress RE 2 von Berlin in die Prignitz am späten Abend mit Fahrgästen voll bekommen – ein großer Erfolg für die Bürgerinitiative, die im Raum Neustadt und im Raum Wittenberge seit langem um eine solche Verbindung kämpft.

Was aber ist mit dem Prignitz-Express? Der RE 6 durchquert von Wittenberge über Pritzwalk, Wittstock und Neuruppin die ganze Region. Endziel ist Berlin-Spandau – die meisten Berlin-Reisenden steigen jedoch in Hennigsdorf in die S-Bahn um. Abends läuft auch auf dieser Verbindung nicht viel. Wer zum Beispiel von Neuruppin nach Wittenberge fahren möchte, hat dazu letztmals Gelegenheit um 20.24 Uhr – danach gibt es nur noch einen Zug bis Wittstock. Immerhin: Bis Neuruppin gibt es noch von Berlin aus recht späte Verbindungen. Am kommenden Samstagabend kann man von Berlin nach Neuruppin tatsächlich noch nach Mitternacht mit S-Bahn und Zug fahren. Wer aber weiter als nur bis Neuruppin fahren will, hat keine Chance auf einen Samstagabend in der Großstadt, es sei denn, er übernachtet gleich dort oder fährt Auto. Vom Berliner Hauptbahnhof aus geht die letzte mögliche Verbindung nach Wittstock um 20.06 Uhr, nach Pritzwalk sogar schon bereits um 19.06 Uhr. Eine Bürgerbewegung, die sich auch hier für eine spätere Zugverbindung einsetzt, hat sich aber bislang nicht gebildet.

Von Pritzwalk aus würden die Menschen ohnehin lieber die Zugverbindung RB 73 Richtung Neustadt nehmen und dann in den RE 2 nach Berlin steigen. Doch dieses Angebot ist bekanntermaßen ausgedünnt worden; abends käme man auch von Neustadt nicht mehr mit dem Zug weiter zurück in die Region. Die Bürgerinitiative, die sich für den Erhalt der Strecke einsetzt, hat sowieso ganz andere Sorgen. „Hier ging es vor allem darum, dass Jugendliche, die in Kyritz länger Unterricht haben, noch nach Hause kommen“, erklärte auf Nachfrage Jean Boué aus Bölzke, „es ging um die normalen täglichen Fahrzeiten.“ Am Samstagabend noch per Zug die Opernvorstellung in Berlin besuchen zu können, erscheint hier eher als Rand- oder Luxusproblem. Das passt zu dem, was Elke Krokowski sagt: „Es ist alles einer Frage der Auslastung und des Geldes“, wie die Sprecherin des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB) deutlich macht. Und da steht im Moment eher die Sicherung bestehender Angebote im Vordergrund als ihr Ausbau. „Wir schauen, wie die Nachfrage auf bestimmten Regionalbahnlinien ist. Dementsprechend wird geplant.“ Die Auslastung der Züge nimmt von Berlin aus Richtung Prignitz ab. Nutzen den RE 6 zwischen Hennigsdorf und Bärenklau pro Tag noch 3000 bis 5000 Fahrgäste, sind es zwischen Bärenklau und Neuruppin nur noch zwischen 1000 und 3000. Auf der restlichen Strecke zwischen Neuruppin und Wittenberge sind täglich zwischen 500 und 1000 Fahrgäste unterwegs. Immerhin bewegt sich die Zahl eher am oberen Rand dieser Marge, wie Elke Krokowski betonte, und seit 2012 hat sich die Zahl wieder etwas nach oben bewegt. Weitere Angebote auf der Prignitz-Express-Strecke zu späteren Fahrzeiten begründet dies aber keineswegs, auch und gerade nicht an Wochenenden. Denn Grund für den leichten Anstieg ist der Pendlerverkehr von und nach Berlin.

Fazit: So schnell wird sich an den Fahrplänen für den RE 6 am Abend nichts ändern.

Von Bernd Atzenroth

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