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Neue Busse, neuer Betriebshof

Landkreis investiert in ÖPNV Neue Busse, neuer Betriebshof

Es tut sich was bei Havelbus: Nachdem der Spaltungsvertrag zwischen den Landkreisen Potsdam Mittelmark und Havelland besiegelt worden ist, wächst in Nauen die neue Betriebszentrale in die Höhe. Bis Jahresende sollen 19 Mitarbeiter dort ihre Arbeit aufnehmen. Die Fahrgäste haben von den Strukturveränderungen bei Havelbus bisher nichts mitbekommen, heißt es.

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Fahrer Piotr Knitter (22,l.) und Manfred Suhr (68) vor zwei neuen Bussen.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Havelland. Der Spaltungsvertrag zwischen den Landkreisen Potsdam Mittelmark und Havelland bezüglich des ehemals gemeinsamen Verkehrsunternehmens Havelbus wurde jetzt notariell beurkundet. Rückwirkend zum 1. Januar 2015 wird Havelbus nun vom Havelland allein weitergeführt, für Potsdam-Mittelmark übernimmt die Beelitzer Verkehrs- und Servicegesellschaft (BVSG) die bisherigen Leistungen von Havelbus.

Damit ist vollzogen worden, was in der Praxis bereits seit Monaten funktioniert. Und offenbar gut funktioniert wie Kreisdezernent Andreas Ernst sagt: „Der Fahrgast im Havelland hat von der Teilung gar nichts mitbekommen. Es gab keine Kürzungen bei Fahrleistungen.“

Auch die für den lange diskutierten Steitfall Seeburg gefundene Lösung scheint gut angenommen worden zu sein. Nachdem der Potsdamer Verkehrsbetrieb ViP die alte Linie 639 von Spandau nach Potsdam so verändert, dass sie nicht mehr über Seeburg führt, schuf der Landkreis Havelland mit dem Shuttelbus (604) eine Alternative, so dass die Seeburger auch relativ günstig (mit einmal Umsteigen) zum Rathaus Spandau kommen. „Wir konnten bisher keine Abfall der Fahrgastzahlen feststellen“, so Ernst. Im Gegenteil: Nutzten früher 65 Seeburger pro Tag die Verbindung mit der Linie 639 nach Spandau, sind es jetzt 72 bis 112. Trotzdem schließt Landrat Burkhard Schröder (SPD) eine Rückkehr zur alten Linienführung 639 und eine damit verbundene Einigung mit ViP nicht aus: „Wir sind bereit, die anteiligen Kosten auf unserem Territorium zu übernehmen, wenn die 639 wieder über Seeburg fahren würde.“

Ganz andere Sorgen hat der Landkreis mit den Buga-Linien 686 Rathenow-Stölln-Havelberg sowie 687 Stölln-Friesack. Bei jeweils zehn Busfahrten pro Tag hin und zehn zurück ist die Auslastung verschwindend gering, was am Ende ein dickes Minus bedeutet. Lediglich 68 Menschen nutzten bisher durchschnittlich am Tag die Linie 686, nur 23 sind es bei der Linie 687. „Wir halten diesen Extraverkehr während der Buga natürlich aufrecht, aber danach werden diese Linien wieder eingestellt“, so Schröder.

Rund 11,5 Millionen Euro bringt der Landkreis allein in diesem Jahr für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) auf. Soviel, wie lange nicht. Zum Vergleich. Im Jahr 2010 lagen die Gesamtaufwendungen bei 6,7 Millionen, im Vorjahr bei 8,8 Millionen.

Ein wichtiger Punkt ist der Bau des neuen Betriebssitzes von Havelbus in Nauen. Rund 1,5  Millionen Euro sind für den Umbau des ehemaligen Internats der Erweiterten Oberschule (EOS) eingeplant. Bis Jahresende sollen 19 Mitarbeiter der Havelbus-Verkehrsgesellschaft von Babelsberg nach Nauen umziehen.

Insgesamt elf große und drei kleine Busse hatte Havelbus in diesem Jahr angeschafft, weil „zuvor kaum in die Flotte investiert wurde, was auch mit der beabsichtigen Teilung des Unternehmens zu tun hatte“, so der Landrat. Knapp eine Million Euro stellt der Kreis im Haushalt 2015 für Leasingkosten der Busse zur Verfügung. Bereits 2014 mussten rückwirkend die Verluste der Havelbus Verkehrsgesellschaft ausgeglichen werden, die durch die Umstrukturierung des Unternehmens entstanden ist. War man zunächst von 200 000 Euro ausgegangen, lag der Fehlbetrag dann aber bei 1,1 Millionen Euro.

Von Jens Wegener

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