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Neue Zuschüsse für bröselnde Radwege

Ein Bedarf von 40 Millionen Euro Neue Zuschüsse für bröselnde Radwege

Die vor Jahren mit Fördergeld errichteten Radwege, die inzwischen vielfach bröseln, können dank neuer Zuschüsse saniert werden. Das Land hat dafür den Weg frei gemacht. Es rechnet mit einem Bedarf von 40 Millionen Euro, sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums. Dennoch wird der Radweg zwischen Rheinsberg und Zechlinerhütte wohl erst 2017 saniert.

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Viele Radwege müssten dringend saniert werden.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Die vor Jahren auch in Ostprignitz-Ruppin mit viel Fördergeld gebauten Radwege, die allmählich zerbröseln, können demnächst mit neuen Zuschüssen modernisiert werden. Das Land habe dazu eigens die Richtlinie zur Förderung der Infrastruktur geöffnet, sagte am Donnerstag Claudia Lippert, Sprecherin des Potsdamer Wirtschaftsministeriums.

Demnach ist eine Förderung von 80 Prozent der Kosten möglich – jedoch nur, wenn es eine interkommunale Zusammenarbeit beim Erneuern der Wege gibt. Soll heißen, es handelt sich um Radwege mit möglichst touristischer und regionaler Bedeutung, die aus Sicht des Kreises und der Gemeinden wieder auf Vordermann gebracht werden sollten. Sonst fördert das Land maximal 50 Prozent der Kosten. Ohnehin können lediglich Landkreise einen Zuschuss beantragen und nicht die Gemeinden. Das Land will damit sicher stellen, dass die zu sanierenden Radwege durchgehend gut befahrbar ausgebaut werden – und nicht nur abschnittweise bei bestimmten Gemeinden.

Ein gemeinsames Konzept muss her

„Es muss einen Deal zwischen dem Landkreis und den Kommunen geben. Sonst passiert gar nichts“, bringt es Peter Krause, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Ruppiner Seenland, auf den Punkt. Der Verbandschef hofft, dass sich der Landkreis und die Gemeinden schnell auf ein Konzept zum Modernisieren von Radwegen verständigen. Denn das Radwege in ihrem ausgesuchten Erholungsort marode sind, spricht sich auch bei Touristen schnell herum. Diese suchen sich womöglich dann ein anderes Urlaubsziel aus.

Vorrang hat der Weg von Rheinsberg nach Zechlinerhütte

Schlechte Radwege gibt es in der Region mehrere. Am dringendsten müsste nach Ansicht von Vize-Landrat Werner Nüse (SPD) der zwischen Rheinsberg und Zechlinerhütte saniert werden. „Von den schlechtesten Radwegen ist das der Meistbefahrene“, so Nüse. Immerhin befindet sich dieser im Kernbereich des Tourismus in der Region. Hat doch Rheinsberg pro Jahr rund 500 000 Übernachtungen. Dennoch hat der Kreis für dessen Sanierung im Haushalt des nächsten Jahres kein Geld eingeplant. Nüse findet das nicht weiter dramatisch. „Es sind erst eine Planung und eine Vereinbarung mit der Stadt Rheinsberg notwendig.“ Schließlich müsse Rheinsberg ebenfalls einen Eigenanteil zu den Kosten beisteuern. Der Kreis rechnet deshalb damit, dass der Radweg von und nach Zechlinerhütte erst 2017 modernisiert werden kann. „Wir brauchen keine Schnellschüsse“, betont Nüse. Zugleich kritisierte er beim Wirtschaftsausschuss des Kreistages, dass das Land von der Ankündigung für die neuen Zuschüsse bis zur Freigabe der Richtlinie neun Monate gebraucht habe.

Die Prignitz ist einen Schritt voraus

Die Prignitz scheint das nicht gestört zu haben. Der Nachbarkreis hat die Zeit genutzt, um im Wirtschaftsministerium schon mal dafür zu werben, dass der Elberadweg erneuert werden müsste. Dafür Gehör zu finden, dürfte allerdings auch nicht allzu schwer gewesen sein. Zum einen gehört der insgesamt 1220 Kilometer lange Elberadweg alljährlich zu den beliebtesten Strecken in ganz Deutschland. Zum anderen ist Uwe Neumann, der Geschäftsführer des Prignitzer Tourismusverbandes, zugleich Mitglied im Vorstand des Landestourismusverbandes. Dieser drängt seit Jahren auf eine Modernisierung der besonders bei Touristen beliebten Radwegen. Geld dafür ist jetzt da: Das Land rechnet mit einem Bedarf von 40 Millionen Euro.

Von Andreas Vogel

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