Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -3 ° Nebel

Navigation:
Neuruppiner Oldie- und Teilemarkt in Wulkow

Jagd nach Schätzen Neuruppiner Oldie- und Teilemarkt in Wulkow

Seit Jahrzehnten findet in Neuruppin einmal im Jahr ein Markt für Oldtimer-Fans statt. Was ganz klein beginnen hat, ist heute die vielleicht größte Oldie- und Teilebörse in Ostdeutschland. An drei Tagen kommen knapp 10 000 Experten, Sammler und Neugierige. Erstmals findet der Markt vom 6. bis 8. November im Neuruppiner Ortsteil Wulkow statt.

Voriger Artikel
Brandenburgs hässlichster Bahnhof
Nächster Artikel
Prüfer verweigern weniger Autos die Plakette

Monika Goldschmidt, Ralf Perschnick und Marc Herzog (v.l.) haben das Großereignis in Wulkow bis ins Detail durchgeplant.

Quelle: Reyk Grunow

Wulkow. Monika Goldschmidt lässt den Blick über die Pferdekoppel schweifen und sieht zufrieden aus. „Hier ist genügend Platz“, davon ist die Chefin der Entwicklungs- und Arbeitsfördergesellschaft Neuruppin (EAN) überzeugt. Die Wiesen, die ihre Mitarbeiter in den vergangenen Tagen hergerichtet haben, sollte für die 750 Händler, die am Wochenende zum wohl größten Oldtimer- und Teilemarkt in Ostdeutschland erwartet werden, ausreichen. Die Neuruppiner Organisatoren haben einen Ruf zu verteidigen: Seit 32 Jahren gibt es den Teilemarkt schon. Was einst mit einer Handvoll Oldtimerfans angefangen hat, lockt inzwischen immer im November Fans, Sammler und Experten für exotische Zwei-, Drei-, Vier- und Mehrräder aus halb Europa nach Neuruppin. Händler und Kunden kommen aus Deutschland, Frankreich, Schweden, Estland, Spanien ...

Was die Händler da mitbringen, sieht in den Augen von Laien oft einfach nach Schrott aus. Nur der Fachmann erkennt den wahren Wert, der in einem angerosteten Schutzblech für ein exotisches Motorrad aus den 20er Jahren steckt. Der Teilemarkt ist ein Basar für Experten. Gleichzeitig lockt er jedes Jahr tausende Schaulustige nach Neuruppin.

Auf dem Teilemarkt findet jeder sein Schätzchen

Auf dem Teilemarkt findet jeder sein Schätzchen.

Quelle: Peter Geisler

Über Jahrzehnte fand der Teilemarkt auf dem Gelände der einstigen Panzerkaserne an der Alt Ruppiner Allee statt. Immer wieder gab es dort Ärger, weil am Marktwochenende im November sämtliche Straßen rundherum von parkenden Autos vollgestellt waren. Zehn Hektar Fläche konnte die EAN, die den Teilemarkt seit den 90er Jahren organisiert, den Händlern dort anbieten. „Der Platz hat eigentlich nie gereicht“, sagt Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde. Im vergangenen Jahr war die EAN deswegen ins Gewerbegebiet Temnitzpark bei Werder gezogen. So richtig ideal war aber auch das nicht. Am Freitag öffnet der Teilemarkt erstmals in Wulkow. Auf mehr als 20 Hektar Fläche können sich die Händler dort ausbreiten. Das sollte genügen.

Eine logistische Herausforderung bleibt es trotzdem. Das Technische Hilfswerk wird einen mobilen Generator aufbauen, damit die Händler wenigsten etwas Strom haben. Die EAN hat 70 Toilettenhäuschen geordert, stellt Plätze für 25 Imbissbuden bereit und hat acht Parkplätze für die vielen Besucher eingerichtet.

Wegweiser sollen den Besucherstrom lenken

Damit die Besucher auch sicher dorthin finden, bauen der Stadtbauhof und Mitarbeiter der EAN Wegweiser schon an den Autobahnabfahrten Neuruppin und Neuruppin Süd auf, außerdem in Herzberg.

In den vergangenen Jahren hatte die EAN dafür eigene Hinweistafeln angefertigt und mit Erlaubnis des Landkreises zusätzlich zu den offiziellen Verkehrsschilden an den Straßen aufgebaut. „Dafür haben wir diesmal keine Erlaubnis bekommen“, sagt Monika Goldschmidt. Sie hatte sogar gehofft, schon direkt an der Autobahn große Hinweistafeln aufbauen zu dürfen. Doch die Genehmigung dafür würde ein halbes Jahr dauern – für den Teilemarkt in diesem Jahr wäre das zu spät. Autofahrer müssen mit dem auskommen, was die Behörden erlaubt haben.

Auch alte Schilder sind im Angebot

Auch alte Schilder sind im Angebot.

Quelle: Peter Geisler

Die Suche nach einem neuen Standort hat offenbar für Irritationen gesorgt. Im Internet kursieren seit Wochen Gerüchte, der Teilemarkt würde nicht stattfinden, weil die Stadt keine Flächen bereitstellt. Das Postfach des Bürgermeisters wurde von Beschwerde-E-Mails überschwemmt. Dabei weiß Golde gar nicht warum: „Es gab gar kein Problem“, versichert er. Auch Monika Goldschmidt schüttelt nur den Kopf. Dass der Teilemarkt ausfallen könnte, stand nie zur Diskussion. Und statt zu wenig Flächen hatte die EAN eher zu viele im Angebot. Sie sah deshalb auch gar keinen Grund, sich mit einem Hilferuf an die Stadt zu wenden, sagt die EAN-Chefin und nimmt den Bürgermeister ausdrücklich in Schutz. Manche haben aber wohl die Gelegenheit gewittert, Stimmung gegen Neuruppin zu machen. Beim kleineren Oldtimermarkt in Finowfurt soll vor ein paar Wochen schon die Nachricht verbreitet worden sein, der Neuruppiner Teilemarkt würde künftig dort stattfinden. Dass die Finowfurter das gerne hätten, kann Monika Goldschmidt sich vorstellen: „Aber das ist natürlich vollkommener Quatsch.“

Von Reyk Grunow

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Auto & Mobiles