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Oldtimershow: Am Rad der Zeit gedreht

Oldtimertreffen in Paaren im Glien Oldtimershow: Am Rad der Zeit gedreht

Ob Wartburg, Trabbi, VW oder Ford. Im MAFZ in Paaren im Glien konnten die automobilen Schätze am Pfingstwochenende zu tausenden bestaunt werden. Die Besucher ließen sich diesen Augenschmaus nicht entgehen und strömten trotz durchwachsenem Wetter ins Havelland.

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Horst Higeist mit seinem ganzen Stolz: Ein Wanderer W10/IV, gebaut 1931 in Sachsen.

Quelle: Fotos: Ulrike Gawande

Paaren im Glien. „Lohnt sich das wirtschaftlich überhaupt noch?“ Das sei die Hauptfrage der Besucher gewesen, als sie die kahle, ausgehöhlte Karosserie des Bullis in Augenschein genommen hätten, erzählte Patrick Adam. Adam ist Karosserie- und Fahrzeugbauer bei der Bushaltestelle Berlin, einem Oldtimerservice für alte VW-Busse der Baureihen T1 bis T3, hergestellt bis 1985. Der entkernte Bulli ist Adams Projekt für die nächsten vier Wochen.

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Trabbi neben Mercedes. Cadillac neben Wartburg. Das gibt es nur bei den Oldtimertreffen im MAFZ in Paaren im Glien, das am Pfingstwochenende tausende Besucher ins Havelland lockte.

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Auf der Oldtimerschau, die am Pfingstwochenende wieder tausende Besucher in das Märkische Ausstellungs- und Freizeitzentrum in Paaren im Glien lockte, präsentierten sich die Berliner mit ihrer Liebe zu alten Bussen bei durchwachsenem Wetter an einem windgeschützten, liebevoll gestalteten Stand in der Halle.

Leidenschaft für alte VW-Busse

Der Fachmann erklärte, dass bei einer kompletten Restaurierung des Bullis schnell einmal 35 000 Euro zusammen können. Er selber fährt deshalb einen Seat, liebt aber das Basteln und Schrauben. „Ich bin zur Bushaltestelle gekommen, weil ich keine Lust mehr hatte, plump Teile zu tauschen. Ich wollte Spaß bei der Arbeit haben, nachdenken müssen.“ Daher könne er die Bulli-Fans, die eine eingeschworene Gemeinschaft seien, gut verstehen: „Wer einen alten Bulli repariert oder reparieren lässt, hat Leidenschaft oder einen Hang zum Größenwahn.“ Besonders für ältere Menschen seien die alten VW-Busse das pure Leben, Erinnerungen an vergangene Zeiten, so der junge Mann verständnisvoll.

Lebensgefühl der 50er Jahre

Gerne am Rad der Zeit drehen würde auch Janina aus Oranienburg: „Ich bin ein Dorfkind und träume schon immer davon, einen Pick-up zu haben.“ Sie mag das Lebensgefühl der 50er-Jahre mit Rockabilly und Petticoats, die es in den Ausstellungshallen sogar zu erwerben gab. Auf den weiten Parkflächen des MAFZ konnte Janina mit Freudin Steffi ihre Autoträume schon einmal in Augenschein nehmen. Aufgereiht standen mächtige Pick-ups neben ausladenden amerikanischen Straßenkreuzern. So wie der 1954er Cadillac Eldorado Convertible, der einst von Autobauer und Designer George Barris für den legendären Pianisten Liberace nach Kundenwunsch konfektioniert worden war. Die Kotflügel des glänzend schwarzen Cadillac mit V8-Motor schmückten kleine Konzertflügel, die Rundumverzierung des Fahrzeuges ist durch Strasssteine ebenso glamourös wie früher die Auftritte des exzentrischen Musikers. Aber nicht nur für Elvis oder John Wayne gestaltete Barris Autos, sondern auch das Batmobil oder Kitt, das sprechende Auto von Knight Rider, stammen aus seiner Feder. Im November war Barris verstorben.

Exot in Deutschland: der Durant Star

Wer bei der Oldtimerschau zwischen all den Wartburgs, Trabis, Mercedessen und Porsches, die fast noch zu den Youngtimern gehören, auf der Suche nach noch älteren Schätzen war, musste ein wenig länger suchen und sich entlang der zahlreichen Stände, an denen Ersatzteile gekauft und Fachgespräche geführt werden konnten, entlang wandern. Dann stand er da: Der Durant Star, gebaut 1931 in Michigan/USA von William Crapo Durant, einst Gründer von General Motors. „Das Auto ist in Deutschland ein Exot“, berichtete sein Besitzer Hendrik Riedel aus Berlin, passend gekleidet in der Mode der zwanziger Jahre. „Wir wollen zeigen, wie es früher war, wie alles begonnen hat und die Fahrzeuge für die nächste Generation erhalten.“ Außerdem würden derlei Zeitreisen Spaß machen, so der ehemalige Autoschlosser. Den Besuchern gefiel es ebenfalls.

Von Ulrike Gawande

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