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Pendler aus Borkheide hat gute Erfahrungen

Zusammenarbeit mit Verkehrsverbund. Pendler aus Borkheide hat gute Erfahrungen

Das Prinzip war einfach und gut: Zehn Jahre lang waren ausgewählte Nutzer von Bussen und Bahnen als ehrenamtliche Qualitätsprüfer unterwegs. Der Verkehrsverbund erhielt Erkenntnisse ohne Forschungsaufwand aus erster Hand. Unter anderem von Frank Seibicke aus Borkheide. Seine Bilanz ist überwiegend positiv, doch hat er Befürchtungen zur Zukunft.

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Frank Seibicke war gern als Scout für den VBB aktiv.

Quelle: Foto: privat

Borkheide. Frank Seibicke ist ehrenamtlicher Qualitätsprüfer des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB). Diese Form der Zusammenarbeit soll demnächst enden.

MAZ: Seit wann waren Sie ein sogenannter Scout und was ist Ihre Aufgabe?

Frank Seibicke : Ich bin seit Anfang der Kooperation und damit wohl schon seit zehn Jahren dabei. Es geht darum, die Mängel im System von Bussen und Bahnen aus Nutzer-Sicht zu erkennen und zu melden, vielleicht sogar Vorschläge zu unterbreiten.

Wie oft sind Sie mit Bus, Straßen- und Regionalbahn unterwegs?

Seibicke : Im Prinzip fast täglich. Ich pendle ja mit den Öffentlichen von Borkheide zur Arbeit nach Berlin, wenn ich nicht von Behinderungen durch wahlweise Bauarbeiten, Störungen oder Streiks betroffen bin. Das war ja zuletzt teils schon recht schwierig.

Welche Erfahrungen haben Sie als Scout gemacht?

Seibicke : Das Prinzip war einfach und gut. Leute, die ohnehin Bahn und Bus benutzen, beobachten Mängel im täglichen Gewusel von Bussen und Bahnen. Der Verkehrsverbund erhält die Erkenntnisse ohne großen Forschungsaufwand auf dem Silbertablett serviert. Blickt man zehn Jahre zurück, dann hat sich tatsächlich vieles verbessert.

Können Sie Beispiele nennen?

Seibicke: Gewiss. Wer möchte zum Beispiel heute die modernen Verspätungsinformationen am Bahnhof oder die Echtzeitinformationen via Handy beziehungsweise Internet vermissen? Fahrgäste werden ernster genommen, es wird besser auf Anschlüsse geachtet und Informationen werden engagierter kommuniziert.

Wurden Ihre Hinweise ernst genommen?

Seibicke: Ja, durchaus. Bei plötzlichen Langsamfahrstellen der Bahn konnte der Verkehrsverbund schneller auf Abhilfe drängen. Aushänge der Busfahrpläne in Borkheide, die viele Jahre alt waren, wurden auf Hinweis bald ausgetauscht. Bei fehlenden Verspätungsinformationen oder missglückten Anschlüssen musste den Verkehrsunternehmen die Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis geduldig gepredigt werden. Ich glaube aber, dass die Euphorie der Anfangsjahre – Unmögliches war damals möglich – nachgelassen hat und nun eher höfliche Schreiben zwischen Scout, Verkehrsverbund und Unternehmen hin und her gereicht wurden.

Warum schätzen Sie, wird das System dieser Zusammenarbeit aufgegeben?

Seibicke : Der VBB schrieb mir, dass der Entschluss durch die verbesserten,elektronischen Kommunikationswege zwischen jedem einzelnen Fahrgast und Verkehrsunternehmen gefallen sei. Bleibt zu hoffen, dass ohne Rückmeldung bei dem Kontrollorgan nicht wieder der alte Schlendrian beim VBB einzieht.

Hätten Sie als Scout weiter gemacht?

Seibicke Ja. Aber nur Langweile werde ich mit Job, Haus, Garten, Gemeindevertretung und Bienen nicht haben. Der VBB möchte jetzt mit einem Folgeprojekt, Fahrgäste eher als Ideengeber künftiger Verkehrsprojekte einbeziehen. Auch eine gute Idee, denke ich.

Von Andreas Koska

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