Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -2 ° Nebel

Navigation:
Pendlerparkplatz in Nauen wird später fertig

Mehr Torf als gedacht Pendlerparkplatz in Nauen wird später fertig

Der erweiterte Pendlerparkplatz am Bahnhof Nauen wird später fertig als geplant. Der Grund sind die schwierigen Bodenverhältnisse in dem Bereich. So musste mehr Torf aus der Erde geholt werden, als ursprünglich angenommen. Dadurch wird das Vorhaben auch teurer.

Nauen 52.6069165 12.8814887
Google Map of 52.6069165,12.8814887
Nauen Mehr Infos
Nächster Artikel
Kein Rad ist noch sicher im Kirchsteigfeld

Umfangreiche Bodenarbeiten auf der Fläche des künftigen Parkplatzes am Bahnhof.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Nauen. Eigentlich sollten die Pflasterarbeiten auf dem erweiterten Pendlerparkplatz am Bahnhof Nauen schon lange laufen. Tatsächlich jedoch ist davon noch nichts zu sehen. Stattdessen war ein Bagger länger als geplant damit beschäftigt, den Torf im Boden auszukoffern und durch anderes Material zu ersetzen. Die Fertigstellung des dringend benötigten Parkplatzes wird sich dadurch verzögern.

„Ich gehe derzeit nicht davon aus, dass dort schon zu Weihnachten Fahrzeuge abgestellt werden können. An eine Eröffnung ist bis dahin wahrscheinlich nicht zu denken“, sagt Lutz Raakow vom Tiefbauamt der Stadt Nauen. Grund für die Verzögerungen sind die schwierigen Bodenverhältnisse in dem Bereich, der Untergrund erwies sich als nicht tragfähig genug. „Wir haben mit umfangreichem Bodenaustausch zu kämpfen.“ Mehr als vorgesehen.

Eine Ursache ist Nauens natürliche Lage im havelländischen Luch. „Ab 1,50 Meter Tiefe beginnen Torfschichten“, so Raakow. Er spricht von einer hochproblematischen Fläche, denn noch aus einem anderen Grund ist deren Tragfähigkeit deutlich geringer als ursprünglich angenommen. Auf dem 5000 Quadratmeter großen Areal befinden sich 13 Bombentrichter. Sie stammen vom 20. April 1945. Die Alliierten hatten damals das Gebiet um den Bahnhof herum mit einem Bombenteppich belegt. Dabei ist auch der in der Tiefe lagernde Torf nach oben gesprengt worden, wurden die Bodenschichten generell durcheinandergewirbelt. Teilweise lagen Torflinsen jetzt nur 20 Zentimeter unter der Oberfläche. Lediglich im Bereich einer alten Pflasterstraße, die man auf dem Gelände gefunden hat, ist die Tragfähigkeit ausreichend.

Dass der Baugrundgutachter die Dimension nicht richtig einschätzen konnte, dafür hat Raakow eine einfache Erklärung. „Er konnte nur an bestimmten Punkten Sondierungen vornehmen, die ihm der Feuerwerker vorgab“, sagt er. Denn im Bereich der Bombentrichter seien Bohrungen aus Sicherheitsgründen nicht möglich gewesen.

Der Bodenaustausch ist im Wesentlichen abgeschlossen, demnächst kommen die Borde in die Erde, beginnen die Pflasterarbeiten. Allerdings sind die zusätzlichen Arbeiten mit erheblichen Kostensteigerungen verbunden, die Raakow aber noch nicht beziffern kann. Bisher war man von mehr als 700 000 Euro ausgegangen, die der Parkplatz kostet. Ein großer Faktor bildet dabei auch die Munitionssuche. Ein Spezialunternehmen hatte die gesamte Fläche unter die Lupe genommen. Bombenblindgänger wurden nicht gefunden, aber jede Menge alte Flakmunition, Bombensplitter und Schrott.

Entstehen sollen nun in den nächsten Wochen 216 zusätzliche Stellplätze. Denn Parkplätze gibt es derzeit im Bereich des Bahnhofs viel zu wenige, die vorhandenen 162 reichen nicht aus. Auch der Sandparkplatz am Bahndamm, den die Stadt von der Bahn AG für eine Übergangszeit gepachtet hat, u die Situation zu entspannen, ist häufig voll. Das Land und der Landkreis fördern das jetzige Bauvorhaben. Das Parkplatzareal gehört zu einer insgesamt 1,2 Hektar großen Fläche, die die Stadt der Bahn AG abgekauft hatte.

Von Andreas Kaatz

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Auto & Mobiles