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Potsdam bekommt 550 Fahrrad-Parkplätze

Radstation am Montag am Hauptbahnhof Potsdam bekommt 550 Fahrrad-Parkplätze

Die Abstellflächen für Fahrräder am Potsdamer Hauptbahnhof sind nicht nur hoffnungslos überfüllt, die Räder sind zudem Wind und Wetter ausgesetzt. Doch damit ist jetzt Schluss: Am Montag eröffnet endlich die neue Radstation.

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Ab Montag müssen Fahrräder am Hauptbahnhof nicht mehr bei jedem Wetter draußen stehen.

Quelle: FOTOS: Christel Köster

Potsdam. Die Parkplatzsuche für Zweiräder am Potsdamer Hauptbahnhof hat ein Ende. Am heutigen Montag eröffnet am Ausgang Babelsberger Straße die „Radstation“, ein Parkhaus für Fahrräder.

Endlich müssen Fahrradfahrer in dem Durcheinander auf dem Bahnhofsvorplatz nicht mehr minutenlang nach ihrem Rad Ausschau halten oder gar darum fürchten, dass sich über Nacht Langfinger daran zu schaffen gemacht haben. Jahrelang war das komplette Areal rund um den Hauptbahnhof mit Rädern zugestellt, weil es an Stellplätzen mangelte. Außerdem waren die Räder jedem Wetter ausgesetzt.

Eröffnung der Anlage war schon lange geplant

Damit ist nun Schluss: Die neue Fahrradstation bietet ab sofort Platz für 550 Räder. Ursprünglich war die Eröffnung der überdachten Anlage schon im Mai 2014 geplant. Weil der Vormieter des Ladens im Zugangsbereich am Ausgang Babelsberger Straße jedoch nicht fristgerecht ausziehen konnte, verzögerte sich der Baubeginn. Auch während des Umbaus selbst ging nicht alles so glatt wie erhofft: Erst sei ein Drehkreuz nicht rechtzeitig geliefert worden, mal habe es an anderem Ausstattungszubehör für die Radgarage gefehlt, sagte Stadtsprecher Jan Brunzlow auf MAZ-Anfrage.

Vorbild Holland

27 Prozent des Potsdamer Verkehrs sollten im Jahr 2012 nach dem Willen der Stadtregierung auf den Fahrradverkehr entfallen. Das entspricht dem Wert der Niederlande. Bei der letzten großen Erfassung 2008 lag der Anteil des Radverkehrs bei 20 Prozent, bei Strecken, deren Beginn und Endpunkt in Potsdam liegen, bei 24 Prozent.

Cottbus hat mit 22 Prozent einen etwas höheren Wert als die Landeshauptstadt.

Die absolute Zahl der Radler auf beiden großen Brücken in der Stadt hat von 2000 bis 2014 um 71 Prozent zugenommen.

Knapp 800.000 Euro hat die Radstation insgesamt gekostet. Das Land Brandenburg hat circa 440.000 Euro beigesteuert, die restlichen Kosten stammen aus der Stadtkasse.

1 Euro am Tag kosten die Fahrrad-Parkplätze

Betreiber der neuen Radstation ist der stadtbekannte Fahrradverleih „Potsdam per pedales“. Seit nunmehr zehn Jahren verleihen Geschäftsführer Tom Sehrer und sein Team Fahrräder am Bahnhof Griebnitzsee an und organisieren Stadtführungen mit dem Fahrrad. Später kam noch eine weitere Fahrradleihstation am Hauptbahnhof Potsdam dazu. Und nun also – pünktlich zum Wintereinbruch – die überdachte Radstation für 550 Drahtesel von Privatleuten.

1 Euro kostet die Miete für einen Stellplatz pro Tag. Bezahlt werden kann – wie in einem richtigen Parkhaus für Pkw – am Automaten. Dieser befindet sich im Eingangsbereich vor einem Drehkreuz. Nur wer also bezahlt, hat auch Zugang zur Fahrradgarage. Denn das ist die Idee hinter der neuen Radstation: Den Stadtverordneten ging es nicht nur darum, die problematische Stellplatzsituation rund um den Hauptbahnhof zu entschärfen, sondern auch darum, sichere Abstellmöglichkeiten für die Radler zu schaffen. Insgesamt soll damit der Radverkehrsanteil am Gesamtverkehr in Potsdam gesteigert werden. Für Dauerradler gibt es einen Dauerparkschein, der kosten 10 Euro im Monat.

Pedales Hauptbahnhof: Babelsberger Straße 10, Telefon: 88 71 99 17, geöffnet von Montag bis Freitag von 7 bis 20 Uhr, samstags 9.30 bis 20 Uhr

Von Josefine Sack

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