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Potsdam setzt auf Hybridantrieb

Umweltfreundliche Busse Potsdam setzt auf Hybridantrieb

Das Land hat Geld in Aussicht gestellt, wenn Kommunen ihre Busflotte auf den umweltfreundlichen Hybridantrieb umstellen. Potsdam ist diesen Weg bereits gegangen. Zwar sind die Busse in der Anschaffung teurer – am Ende lohnt sich die Investition aber. Der ViP-Technikchef Oliver Glaser nennt Zahlen.

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ViP-Technikchef Oliver Glaser (l.) vor einem Hybridbus in Potsdam.

Quelle: Christel Köster

Potsdam. Klimafreundliche Busse sollen für Nahverkehrsbetreiber künftig erschwinglicher werden. Das Infrastrukturministerium will schadstoffarme und umweltschonende Antriebe fördern. Eine entsprechende Richtlinie sei derzeit in Abstimmung, teilte Ministerin Kathrin Schneider (parteilos) in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage mit. Das Geld soll aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung kommen.

In der Landeshauptstadt testet die städtische ViP Verkehrsbetrieb Potsdam GmbH seit eineinhalb Jahren einen Hybridbus. Dieser nutzt elektrischen Strom und Diesel - bis zu einer Geschwindigkeit von 20 Kilometern pro Stunde wird ausschließlich elektrisch gefahren. „Wir müssen uns jetzt im Kleinen mit der neuen Technik vertraut machen, um sie dann in den nächsten Jahren im großen Stil beherrschen zu können“, erläutert der Technische Geschäftsführer Oliver Glaser.

Der Hybridbus verbrauche etwa 15 bis 30 Prozent weniger Kraftstoff als ein herkömmlicher Dieselbus. „Gerade im Innenstadtverkehr mit häufigem Bremsen, bei dem auch die Batterien geladen werden, wird am meisten Treibstoff eingespart“, sagt Glaser. Außerdem schätzten Fahrer und Fahrgäste die guten und ruhigen Fahreigenschaften. Die Hybridtechnik sei erstaunlich stabil. Leider erreiche der Bus wegen einiger anderer Probleme nicht die gleiche Zuverlässigkeit wie ein klassischer Dieselbus: Ersatzteile etwa seien schwerer zu bekommen. Beim Kauf der nächsten Busse 2016 wolle das Unternehmen auch Hybridbusse als Alternativangebote zulassen. „Zudem wollen wir ab 2018 die nächste Evolutionsstufe ausprobieren, sogenannte Plug-in Hybridbusse. Diese können deutlich längere Strecken elektrisch fahren“, kündigt Glaser an.

Über spezielle Ladesäulen an den Endhaltestellen könne man die Batterien in wenigen Minuten aufladen. „Damit können wir deutlich mehr Treibstoff einsparen und somit den Luftschadstoff- und Feinstaubausstoß auf ein Mindestmaß minimieren“, sagt Glaser. Man müsse den Diesel nicht mehr bei Ölkonzernen beziehen, sondern könne den Strom beim Schwesterunternehmen EWP kaufen. „Damit machen wir uns unabhängiger vom Rohöl und stärken den Stadtwerkeverbund“, so Glaser. Auch wenn die Dieselpreise derzeit relativ niedrig seien, müsse man im Blick haben, dass sie auch wieder steigen könnten. Bei 20 Bussen mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 33 Litern und 65 000 Kilometern Jahreslaufleistung könnten schnell 200 000 Euro Mehrkosten im Jahr entstehen, wenn der Liter Diesel beispielsweise nicht wie aktuell 1,09 Euro, sondern 1,56 Euro wie im Sommer 2012 koste.

Der in Potsdam genutzte Hybridbus kommt von einem schwedischen Konzern. Das Unternehmen hatte zuvor selbst experimentiert und versucht, einem ausrangierten Dieselbus mit Elektrotechnik neues Leben einzuhauchen. „Trotz aller Bemühungen haben wir mit unseren Industriepartnern Reichweiten über 30 Kilometer nicht realisieren können“, berichtet Glaser. Das sei im Linienverkehr eindeutig zu wenig. Doch dafür habe das Unternehmen viele Erfahrungen gesammelt.

Von MAZ-online

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