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Prignitzer Bieter ging leer aus

Gegen Neuvergabe des Busverkehrs im Landkreis Prignitz läuft noch eine Widerspruchsfrist Prignitzer Bieter ging leer aus

Mit der Neuvergabe im Kreisausschuss ist geklärt, wer anstelle der Verkehrsgesellschaft Prignitz ab August den Busverkehr im Landkreis organisiert. Auch wenn noch eine Widerspruchsfrist läuft: Die Ausschreibung endete mit einem Zuschlag für eine Bietergemeinschaft aus Sachsen und Sachsen-Anhalt. Sie setzte sich gegen einen einheimischen Mitbewerber durch.

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Haltestelle am Pritzwalker Bahnhof: Noch bis zum 1. August organisiert die Verkehrsgesellschaft Prignitz (VGP) den Busverkehrs

Quelle: FotoS (2): Atzenroth

Pritzwalk. Es wird sich im August etwas ändern im öffentlichen Nahverkehr in der Prignitz – die Frage ist nur, wie viel. Denn das Ergebnis der Neuausschreibung der Busverkehrsleistungen im Landkreis Prignitz lässt noch viel Raum für Interpretationen, insbesondere im Westprignitzer Raum. Die Bietergemeinschaft Regionalbus Zwickau und Regionalverkehr Bitterfeld-Wolfen hatte wie bereits berichtet per Entscheidung im Prignitzer Kreisausschuss den Zuschlag für die Verkehrsleistungen erhalten und sich damit auch gegen Konkurrenz aus der Prignitz durchgesetzt. Denn mitgeboten hatte mit einem Partner auch der Reisedienst Westprignitz, der bislang im Auftrag der Verkehrsgesellschaft Prignitz (VGP) vor allem im westlichen Teil des Landkreises unterwegs ist.

Als Subunternehmer der siegreichen Bietergemeinschaft sind aber in der Pressemitteilung des Landkreises Prignitz bislang nur der Pritzwalker Verkehrsbetrieb und der Omnibusbetrieb Hülsebeck aus Lenzen genannt. Beide fahren auch bislang schon im Auftrag der noch bis August bestehenden Verkehrsgesellschaft Prignitz.

Wie es nun weitergeht, mochten aber weder der erfolgreiche noch der unterlegene Bieter bislang sagen. Beide verwiesen auf die Widerspruchsfrist gegen die Vergabe, die noch bis Mitte Februar läuft. Frank Rüdiger-Gottschalk, Chef des in Weisen beheimateten Reisedienstes Westprignitz, gab immerhin zu, dass er schon bessere Tage erlebt habe, mochte aber genauso wenig wie Kathrin Beyermann, Pressesprecherin des zur Vetter-Gruppe gehörenden Unternehmens und Mitbieters Regionalverkehr Bitterfeld-Wolfen irgendwelche weiterführenden Auskünfte geben. Dies kündigte Beyermann für die Zeit nach Ablauf der Widerspruchsfrist an.

Nähere Auskünfte gab es ebenfalls nicht von der Verkehrsgesellschaft Prignitz und vom Landkreis. Das Schweigen vieler Beteiligter hat noch einen anderen Grund: Die Vergabe musste in nicht-öffentlicher Sitzung im Kreisausschuss entschieden werden – mehr als das Ergebnis der Vergabe war daher von dort nicht zu erfahren.

Aufgrund einer neuen Rechtssituation konnte der Landkreis die Verkehrsleistung nicht mehr wie bisher an die VGP vergeben, weil diese keine eigenen Busse unterhält. Daher musste der Landkreis ihre Aufgaben nach den aktuellen europäischen Normen neu ausschreiben, und das europaweit und ohne Wettbewerbsnachteil. So ist es im Nahverkehrsplan des Landkreises Prignitz von 2014 festgehalten. Die von der zuständigen Geschäftsbereichsleiterin in der Kreisverwaltung, Edelgard Schimko, im Vorfeld angedeutete Möglichkeit, dass auch zwei Unternehmen den Zuschlag bekommen könnten, weil der Busverkehrs in zwei Losen ausgeschrieben sei, wurde vom Kreisausschuss offenbar verworfen.

Die VGP wird ab dem 1. August nicht mehr bestehen – die neuen Betreiber sind verpflichtet, ihr Personal teilweise zu übernehmen.

Von Bernd Atzenroth

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