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Radfernweg ist zu eng und gefährlich

Sicherheit für Radfahrer in Lehnitz Radfernweg ist zu eng und gefährlich

Gerade in der Ortslage von Lehnitz leben Radfahrer auf dem Fernweg Berlin-Kopenhagen nicht ganz ungefährlich. An einigen Stellen kann es unter Umständen heikel werden. Die Bündnisgrünen von Oranienburg unterbreiten nun einen Vorschlag, den Radfernweg in Lehnitz um zu verlegen, weg von der viel befahrenen Kreisstraße.

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Auf Höhe des S-Bahnhofs ist in Richtung Süden der Fahrradweg besonders schmal. 30 bis 40 Zentimeter sind rot gepflastert.

Quelle: Robert Roeske

Lehnitz. Das Thema Sicherheit für Radfahrer ist in Oranienburg aktueller denn je. Nach den zwei tragischen Unfällen in den letzten Wochen, bei denen zwei Menschen starben, bringt nun die Oranienburger Fraktion Bündnis 90/Die Grünen einen Antrag ein. Der Radfernweg Berlin – Kopenhagen soll in der Ortslage Lehnitz umverlegt werden. Die Fraktion schlägt eine Wegeführung vor, die für Radler weniger gefährlich sein soll.

Unrecht haben die Grünen nicht. Es existiert derzeit nur ein nicht benutzungspflichtiger Radweg in Richtung Süden. Auf dem Birkenwerderweg gibt es in der Tat mehrere Stellen, wo es für Radler brenzlig werden kann. Der erste Punkt befindet sich gleich am Ortseingang von Borgsdorf kommend. Dort endet der Radfernweg. Radler müssen die Kreisstraße überqueren und auf der Fahrbahn weiterfahren.

Am Ortseingang von Borgsdorf kommend schenkt der Radweg von links auf die Kreisstraße

Am Ortseingang von Borgsdorf kommend schenkt der Radweg von links auf die Kreisstraße. Gerade fahren Autofahrer oftmals viel zu schnell.

Quelle: Andrea Kathert

Ortsansässige bevorzugen es allerdings öfter, auf der falschen Seite auf dem Radweg weiterzufahren. Denn dort befindet sich der bereits erwähnte benutzungspflichtige Radweg, direkt neben dem Gehweg. Der Birkenwerderweg ist eine viel befahrene Straße. Erst auf Höhe des Bahnhofs dürfen die in nördlicher Richtung Radelnden wieder die Fahrbahn verlassen.

Am S-Bahnhof geht es von der Fahrbahn wieder auf den Radweg

Am S-Bahnhof geht es von der Fahrbahn wieder auf den Radweg.

Quelle:

Doch genau vor dem S-Bahnhof misst der Radweg nicht mal einen halben Meter, kommt noch jemand aus der falschen Richtung wird es richtig eng. Ein Stück weiter regelt eine Ampel die Querung des Mühlenbecker Weges. Doch ausgerechnet dort versperrt ein großer Baum den abbiegenden Autos die Sicht auf den Radweg. Die Bündnisgrünen wollen mit ihrem Vorschlag diese Konfliktpunkte ausräumen. Die Radfahrer sollen von Borgsdorf kommend lange vor dem Ortseingang in den Drosselweg und damit in das auf 30 km/h begrenzte Wohngebiet fahren. Über den Falkenweg, den Forstring und das Havelkorso gelangen die Radfahrer über eine Ampel wieder auf die Lehnitzstraße. Die Wohnstraßen sind bis auf Ausnahme der letzten 140 Meter auf dem Havelkorso alle asphaltiert. Dieser letzte Abschnitt müsste also mindestens einen glatten Radfahrerstreifen bekommen. Das ist der Vorschlag der Bündnisgrünen. Am Dienstag liegt er beim Bauausschuss auf dem Tisch.

Wenn die Radfahrer den Mühlenbecker Weg überqueren, sind sie wegen des Baums von rechtsabbiegenden Autos schwer zu sehen

Wenn die Radfahrer den Mühlenbecker Weg überqueren, sind sie wegen des Baums von rechtsabbiegenden Autos schwer zu sehen.

Quelle: Andrea Kathert

Der Ortsbeirat von Lehnitz hat sich bereits mit dem Antrag beschäftigt. Lange Diskussionen dazu gab es nicht. Abwegig fanden die meisten Ortsbeiratsmitglieder den Vorschlag nicht. Nur Andreas Berthold findet, eine Umverlegung sei zu teuer. Mit fünf Ja- und einer Nein-Stimme steht der Ortsbeirat hinter dem Antrag der Bündnisgrünen.

Oranienburgs Baustadtrat Frank Oltersdorf sieht nicht, dass ein internationaler Radweg plötzlich eine andere Streckenführung bekommen kann. Die Streckenführung des Weges ist in vielen Radwanderkarten und anderen Broschüren eingezeichnet.

Ortskundige werden sicherlich auch weiterhin den Birkenwerderweg benutzen. Ob sie sich dabei wirklich an die Verkehrsregeln halten und auf der richtigen Seite fahren, ist noch eine ganz andere Frage.

Auch der Wirt des Griechischen Restaurants dürfte wenig begeistert sein, wenn die Radler des Fernweges nicht mehr unmittelbar bei ihm vorbeikommen.

Von Andrea Kathert

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