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Rheinsberg: Abschied von der roten Bahn

Betreiberwechsel auf den Gleisen Rheinsberg: Abschied von der roten Bahn

Die roten Züge wird man in Rheinsberg nicht mehr sehen. Die neuen sind blau-weiß-gelb und gehören zur Niederbarnimer Eisenbahn. Sie wird die Deutsche Bahn auf der Strecke Berlin – Rheinsberg ablösen. Am Sonntag rollte der letzte „Rote“ – und der letzte Lokführer bekam zum Abschied ein Geschenk.

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Gottfried Koch (r.) dankt DB-Lokführer Sven Hannemann .

Quelle: Regine Buddeke

Rheinsberg. Dieser Zug endet hier. Zum allerletzten Mal bediente die Deutsche Bahn am Sonntag die Strecke RB 54 von Berlin Lichtenberg nach Rheinsberg – mit Halt in Oranienburg, Löwenberg und Lindow. Zur Feier des Tages bedankte sich Gottfried Koch, der zweite Vorsitzende der AG Bahnhof Rheinsberg, die auch das Eisenbahnmuseum betreibt, beim „letzten Lokführer“ Sven Hannemann. Er ist einer von zwölf Stammfahrern der Strecke und schaut mit etwas Wehmut auf die 20 Jahre zurück. „Ich mochte die Strecke, dank der Natur und der vielen Tiere“, sagt er und gesteht, dass ihm der Abschied schwerfällt. „Das ist schon ein Einschnitt und wird mir fehlen“, sagt er. Arbeitslos wird er indes nicht. Und er ist froh, dass der Betrieb weitergeht. „Besser so, als wenn die Strecke ganz stillgelegt wird“, sagt er.

Eine Strecke mit bewegter Geschichte

Denn die hat Tradition, so erzählt Gottfried Koch. Bereits 1896 fuhr die Löwenberg-Lindower Kleinbahn zwischen diesen Orten, wurde 1899 bis Rheinsberg erweitert. 1928 befuhr sie sogar Dorf und Flecken Zechlin, dieser Luxus wurde 1945 allerdings wieder abgebaut. 1947 wurde die Strecke zur Länderbahn, ab 1947 Deutsche Reichsbahn und ab 1994 war sie Teil der Deutschen Bahn. Inzwischen war Rheinsberg mit Berlin verbunden, die Waggons leuchteten weithin in ihrem satten Rot.

Haltepunkt Rheinsberg liegt dem Fahrer am Herzen

Jetzt steht ein Farbwechsel ins Haus: Ab Karfreitag 2016 rollen die blau-weiß-gelben Wagen der Niederbarnimer Eisenbahngesellschaft über die Gleise nach Rheinsberg. Bei nahezu unverändertem Fahrplan, versichert Gottfried Koch, der Sven Hannemann stellvertretend für alle zum Abschied ein Präsent überreichte. „Danke für alles und ihr dürft euch jederzeit gern hier sehen lassen“, sagte er. Hannemann freut’s, denn gerade der Haltepunkt Rheinsberg ist ihm ans Herz gewachsen. „Im Museum konnte man immer wunderbar mit den Leuten fachsimpeln“, so der Lokführer. Nun ist erst einmal Winterpause. Ab dem 25. März heißt es wieder: Vorsicht bei Abfahrt des Zuges.

Von Regine Buddeke

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