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Riesenlaster rollen durch Brandenburg

Feldversuch mit Gigalinern Riesenlaster rollen durch Brandenburg

Sie sind bis zu 25 Meter lang und bis zu 60 Tonnen schwer: Gigaliner sind Riesen-Lkw, die die Herzen von Spediteuren höher schlagen lassen. Aber unter Verkehrsexperten sind sie umstritten. Jetzt werden sie auch durch Brandenburg rollen. Die Landesregierung steuert um und will sich nun doch an einem Test beteiligen.

Gigaliner: demnächst auch in Brandenburg.

Quelle: dpa-Zentralbild

Potsdam. Kehrtwende in der Verkehrspolitik: In Brandenburg sollen nun doch bis zu 25 Meter lange Riesenlaster rollen. Das Verkehrsministerium will sich doch noch an dem länderübergreifenden Feldversuch mit sogenannten Gigalinern beteiligen. „Derzeit werden Strecken des Straßennetzes des Landes geprüft“, teilte Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD) auf eine Anfrage der CDU-Fraktion mit. Die für den Test infrage kommenden Strecken müssen bis Mitte Dezember an den Bund gemeldet werden. Der Feldversuch läuft bis Ende 2016.

Damit ändert Brandenburg seine Haltung zu den Groß-Lkw. Vor zwei Jahren hatte Brandenburgs damaliger Verkehrsstaatssekretär Rainer Bretschneider (SPD) erklärt, das Land werde sich nicht an dem Feldversuch beteiligen. „Gigaliner gefährden die Sicherheit auf unseren Straßen“, hatte Bretschneider dies begründet.

Der CDU-Verkehrsexperte Rainer Genlike ist froh, dass die Haltung korrigiert wurde: „Endlich gibt es ein Bewusstsein dafür, dass man sich der Zukunft nicht entgegenstellen kann“, sagte Genilke. Lange Lkw würden den Verkehr und das Klima entlasten, meinte er.

Die Grünen sehen das anders: „Verkehrspolitisch nimmt Brandenburg hier die falsche Spur: Statt mehr Güterverkehr auf die Schiene zu verlagern, kommen mit dem Gigaliner noch mehr Güter auf die Straße“, so Verkehrsexperte Michael Jungclaus.

Gigaliner sind 25,25 Meter lang und bis zu 60 Tonnen schwer. Verkehrsclubs warnen, dass sie ein Sicherheitsrisiko seien. Für den Feldversuch werden sie auf 44 Tonnen beschränkt.

Von Torsten Gellner