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Ein Bürgerbus für Stahnsdorf

Alternativprinzip soll Ortsteile besser an Regionalverkehr anschließen Ein Bürgerbus für Stahnsdorf

Der FDP-Gemeindevertreter Christian Kümpel schlägt einen Bürgerbus für Stahnsdorf vor. Er soll die kleineren Ortsteile besser mit dem Hauptort sowie dem überregionalen Nahverkehr verbinden. Der Bürgerbus könnte eine flexiblere und preiswertere Alternative zum Linienverkehr sein, sagt Kümpel. In anderen Kommunen bewährt sich dieses Prinzip schon lange.

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Im Hohen Fläming bewährt sich der Bürgerbus, der unter anderem von Bernd Hölder (r.) mitinitiiert wurde, seit nunmehr zehn Jahren.

Quelle: Archiv/ Bastian Pauly

Stahnsdorf. Mit einem Bürgerbus könnten Güterfelde, Schenkenhorst und Sputendorf besser mit dem Hauptort Stahnsdorf sowie dem überregionalen Nahverkehrsnetz verbunden werden. Diese Idee hat der FDP-Gemeindevertreter Christian Kümpel. Gemeinsam mit Daniel Mühlner, Vorsitzender der CDU-Fraktion, der sich Kümpel als einziger liberaler Gemeindevertreter angeschlossen hat, und Sputendorfs Ortsvorsteher Rolf-Denis Kupsch („Wir Vier“) will er in den nächsten Wochen detailliert besprechen, wie ein Bürgerbusverkehr in der Gemeinde aufgebaut werden könnte.

Der Vorschlag kommt vor einem Gespräch der Gemeindeverwaltung mit der Beelitzer Verkehrs- und Service-Gesellschaft (BVSG) am 13. Januar zur besseren Erschließung der kleineren Orte im Linienbusverkehr. Im Bürgerhaushalt 2015 war dieses Anliegen mit 154 Stimmen auf Platz fünf der Rankingliste gelandet. Kümpel glaubt, ein Bürgerbus könnte eine flexiblere und preiswertere Alternative sein.

Ähnlich wie der Bürgerbus Hoher Fläming, den ein gleichnamiger Verein seit nunmehr zehn Jahren zwischen Bad Belzig, Wiesenburg und Niemegk erfolgreich fahren lässt, könnte auch in Stahnsdorf ein Kleintransporter mit acht Plätzen eingesetzt werden, meint Kümpel. Finanzieren ließe sich der Bürgerbus mit Einnahmen aus Firmenwerbungen am Fahrzeug, mit Spenden, mit einem Beförderungsentgelt sowie einem kleinen Zuschuss aus dem Gemeindehaushalt.

„Wir haben in Sputendorf kein Geschäft und keinen Arzt mehr. Vor allem ältere Leute und Jugendliche, die am Wochenende mal aus dem Dorf raus wollen, würden vom Bürgerbus profitieren. Wir haben extra eine Wendeschleife anlegen lassen. Doch die Busse fahren meist außen herum, weil die BVSG ihren Fahrgästen die Tour über die Dörfer nicht zumuten will“, sagt Kupsch.

Christian Kümpel könnte sich sogar vorstellen, Nuthetal mit in den Bus zu holen, um auch den Ortsteil Philippsthal besser anschließen zu können. Nuthetals Bürgermeisterin Ute Hustig (Linke) ist überrascht: „Dazu müsste man erst die Verkehrsströme analysieren. Außerdem sind wir eher nach Potsdam ausgerichtet.“

Stahnsdorfs Bürgermeister Bernd Albers (Bürger für Bürger) begrüßt den Bürgerbus, vorausgesetzt, es finden sich Fahrer und genügend Fahrgäste. „Mit Einführung des TKS-Bussystems wurde eine regelmäßige Verbindung zwischen Sputendorf, Schenkenhorst über Güterfelde nach Stahnsdorf geschaffen, die es zuvor nicht gab.“ Gemäß den Bürgerwünschen sei die Verwaltung mit der BVSG über eine Verbesserung der Verbindung im Gespräch.

Ehrenamtliche fahren den Bürgerbus

Für den Anschluss der kleineren Orte an den Hauptort Stahnsdorf zahlt die Gemeinde jährlich etwa 140 000 Euro.

Den Bürgerbus sollen nach dem Beispiel aus dem Hohen Fläming ehrenamtliche Fahrer führen. Diese müssen einen Gesundheitscheck bestehen, ein fleckenloses erweitertes polizeiliches Führungszeugnis vorweisen und den sogenannten kleinen Personenbeförderungs-Schein besitzen.

Der Zuschuss der Gemeinde soll nach Kümpels Auffassung nicht mehr als 1000 Euro im Jahr betragen. Ansonsten soll sich der Bürgerbus aus verschiedenen Einnahmequellen und Spenden selbst finanzieren.

Im Hohen Fläming wurde der Bürgerbus 2006 gestartet. Den ersten Bürgerbus in Brandenburg gibt es seit 2005 in Gransee. Bundesweit ist er seit mehr als 20 Jahren erfolgreich.

Von Heinz Helwig

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