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Staualarm in Beelitz und Umgebung

Sperrung der B2-Ortsumfahrung Staualarm in Beelitz und Umgebung

Bewohner der Stadt Beelitz und einiger umliegender Dörfer erfahren gerade, wie viel Verkehr dauerhaft durch die Ortszentren rollen würde, wenn die B-2-Ortsumfahrung nicht gebaut worden wäre. Die Entlastungsstraße ist wegen Bauarbeiten momentan gesperrt. Besonders wegen der vielen Lkw sind die Anwohner genervt.

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Stau: Seit der Sperrung der Ortsumfahrung rollen viele Autos durch Beelitz. Laster fahren inzwischen aber nicht mehr so oft durchs Zentrum.
 

Quelle: Jst

Beelitz.  Bewohner der Stadt Beelitz und einiger umliegender Dörfer erfahren gerade, wie viel Verkehr dauerhaft durch die Ortszentren rollen würde, wenn die B-2-Ortsumfahrung nicht gebaut worden wäre. Die Entlastungsstraße ist wegen Bauarbeiten momentan gesperrt. Folge: Autos und Lastwagen, die über die Bundesstraße 2 nach Süden oder Norden wollen, fahren durch die Beelitzer Innenstadt oder nehmen einen Schleichweg durch die Dörfer Salzbrunn und Schäpe.

Dabei dürften schwere Laster weder auf der einen noch auf der anderen Route unterwegs sein. Der Landesbetrieb Straßenwesen warnt mit Umleitungsschildern auf den Autobahnen und an der B 2 bereits bei Treuenbrietzen und Seddin Brummifahrer, die Laster mit einem Gewicht von mehr als 7,5 Tonnen lenken, vor der Durchfahrt Richtung Spargelstadt. Eigentlich sollen sie über die Autobahn fahren und nordwärts erst in Michendorf wieder auf die B 2 zurückkehren. Doch Schilder allein helfen nicht.

Während die Polizei mit verstärkten Kontrollen vor der Einfahrt in die Beelitzer Altstadt die anfängliche Lastwagenlawine dort inzwischen eindämmen konnte, wird in Salzbrunn und Schäpe weiter gestöhnt. Die beiden Dörfer leiden darunter, an einem Schleichweg zu liegen, den Lasterfahrer nutzen, um am Nadelöhr Beelitz ohne Zeitverlust vorbeizurollen. Sie biegen vor Salzbrunn von der B 2 ab, fahren durch den Ort weiter über Schäpe bis zur B 246, um dort auf die Autobahn aufzufahren.

„Das Problem gibt es schon länger, es hat sich wegen der Sperrung der Ortsumgehung aber verschärft“, sagt Bauamtsleiter Torsten Zado. „Die Zahl der schweren Lkw hat deutlich zugenommen“, so auch der Befund von Schäpes Ortsvorsteher Axel Grüsner. Für schwere Laster ist die Straße zwischen Salzbrunn und Schäpe eigentlich tabu. Sie rollen etwa über eine Brücke, die nur für Lkw mit bis zu 7,5 Tonnen ausgelegt ist. Lediglich Landwirtschaftsfahrzeuge haben dort freie Fahrt. Ob die Brücke das aushält, ist die Gretchenfrage, so Zado.

Das Problem sei nicht der langsam fahrende Traktor, sondern die Kombination aus hohen Lasten und hohen Geschwindigkeiten. „Ich sehe die Gefahr, dass die Brücke schwer geschädigt wird“, sagte er. Schäpes Ortsvorsteher warnt auch vor Schäden an der Straße, die vor zwei Monaten erst repariert wurde. „Die Lkw-Fahrer stehen unter Zeit- und Termindruck, die suchen sich ihre Wege“, konstatiert er.

„Man muss fast in die Büsche fahren, wenn ein Lkw entgegenkommt“, schildert Jutta Bellin, seine Kollegin aus Salzbrunn, die Lage. Die Laster kämen in Schüben – so zwischen 5 und 7.30 Uhr und 15.30 bis 18 Uhr. „Gerade in den Zeiten, in denen auch unsere Kinder draußen unterwegs sind“, so Salzbrunns Ortschefin. Sie kämpft schon länger für eine Begrenzung auf Tempo 30. Die Stadt hatte mehrere Anträge gestellt. Weil die Straße aber zwei Bundesstraßen verbindet, lehnt die Verkehrsbehörde die Temporeduzierung ab.

Für Jutta Bellin müsste auch die Polizei in den Dörfern aktiver sein, um Lastwagenfahrer abzuhalten, verbotene Wege zu nutzen. So wie es die Ordnungshüter an mehreren Tagen vor den Toren von Beelitz getan haben. Das hat sich unter den Brummifahrern offenbar schnell herumgesprochen. „In der Altstadt sind es jetzt deutlich weniger Lastwagen als in der vergangenen Woche“, sagt Hartwig Frankenhäuser, der im Zentrum sein Uhrengeschäft hat.

Von Jens Steglich

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