Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 8 ° Sprühregen

Navigation:
Stromtanken geht in Brandenburg nur illegal

Verwaltungsmitarbeiter in Elternzeit Stromtanken geht in Brandenburg nur illegal

Wer sein Elektroauto an der Ladesäule der Stadtwerke Brandenburg am Hauptbahnhof auftanken möchte, muss sein Auto auf einem Behindertenparkplatz abstellen. Das aber ist nichtbehinderten Menschen verboten. Die Stadtverwaltung weiß von dem Widerspruch, wartet aber ab, bis wichtige Verordnungen vorliegen und der zuständige Mitarbeiter aus der Elternzeit zurück kommt.

Voriger Artikel
TÜV findet wenig Mängel an deutschen Bussen
Nächster Artikel
Knoten Wittenberge zu Lasten der Lausitz

Werk die Elektrozapfsäule am Hauptbahnhof erreichen will, hat keine andere Chance, als sein Auto auf einen Behindertenparkplatz zu stellen.

Quelle: Jacqueline Steiner

Brandenburg an der Havel. Eine kuriose Sache: Wer sein Elektroauto an der Ladesäule der Stadtwerke Brandenburg am Hauptbahnhof auftanken möchte, muss einen Behindertenparkplatz blockieren. Das genau aber ist nichtbehinderten Menschen bekanntlich verboten. Die Stadtverwaltung weiß von dem Widerspruch, wartet aber ab, bis „wichtige Unterverordnungen“ vorliegen und der zuständige Mitarbeiter aus der Elternzeit zurück ist.

Carsten Stelzig ist seit Wochen und Monaten hinterher, dass er sein Elektroauto endlich einmal legal aufladen darf. In der vergangenen Woche stand er notgedrungen wieder auf dem Behindertenparkplatz, um den Strom der Stadtwerke zu zapfen. Zwei Mitarbeiter des Ordnungsamtes waren an Ort und Stelle. „Wir haben ein gutes Gespräch geführt“, berichtet der E-Autofahrer. Die Ordnungshüter wiesen ihn darauf hin, dass sein Wagen verkehrswidrig abgestellt sei, erkannten aber, dass der Fahrer gar eine andere Möglichkeit hatte. Sie fotografierten die Szene, Carsten Stelzig hofft, dass er nun nicht belangt wird.

Stadtwerke sind die Hände gebunden

Die Stadtwerke betreiben zwar die Zapfsäule, doch sind ihnen die Hände gebunden. „Für die Parkplätze am Hauptbahnhof haben wir einen entsprechenden Antrag bei der Stadt gestellt“, berichtete Sprecherin Beate Dabbagh bereits Anfang Juli. Die Stadtwerke warten seit Monaten auf die Genehmigung der Stadtverwaltung, die E-Auto-Parkplätze so zu kennzeichnen, wie das an der zweiten Zapfsäule am Packhof schon längst geschehen ist.

Doch müssen der Energieversorger und seine Kunden darauf warten, dass die Mühlen der Verwaltung anfangen zu mahlen Das kann wohl noch dauern, falls die Oberbürgermeisterin kein Machtwort spricht. Die Straßenverkehrsbehörde hat den Stadtwerken noch keine Beschilderung am Hauptbahnhof angeordnet, auch weil Fachgruppenleiter Sebastian Hennig seine Mitarbeiter angewiesen hat, bis zum Ende seiner Elternzeit nicht aktiv zu werden.

Wichtige Unterverordnungen fehlen

Ob es danach so bald etwas wird mit einer rechtlich einwandfreien Lösung, das scheint fraglich. Denn inzwischen sind zwar nach Auskunft der Behörde die gesetzlichen Voraussetzungen für die Privilegierung von Elektrofahrzeugen geschaffen worden. Doch fehlten noch ein paar wichtige Unterverordnungen zur Umsetzung des Gesetzes.

Der Stand der Dinge aus Sicht der ordnenden Verwaltung: „Wir müssen also abwarten. Tut mir leid, dass ich Sie vertrösten muss.“ Aber Rettung naht vielleicht. Am 21. September kommt nämlich Vater Hennig zurück und kann dann daran mitarbeiten, den gordischen Knoten im Schlauch der Elektrozapfsäule zu durchschlagen.

Von Jürgen Lauterbach

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Auto & Mobiles