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Stadtverordneter schlägt „Mitfahrerbänke“ vor

Daumen hoch war gestern Stadtverordneter schlägt „Mitfahrerbänke“ vor

Der Teltower Stadtverordnete Eberhard Adenstedt (Bündnis 90/Grüne) will am Mittwochabend der Stadtverordnetenversammlung das System der „Mitfahrerbänke“ schmackhaft machen. Bürgermeister Thomas Schmidt (SPD) soll prüfen, an welchen Standorten die speziell gekennzeichneten Sitzbänke aufgestellt werden könnten.

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An ausgewählten Standorten in Teltow und Ruhlsdorf könnten solche „Mitfahrerbänke“ und der Schilderständer mit den Richtungsvarianten aufgestellt werden.

Quelle: Caritas

Teltow. Einen außergewöhnlichen Vorschlag will der bündnisgrüne Stadtverordnete Eberhard Adenstedt seinen Parlamentskollegen am Mittwochabend in der Stadtverordnetenversammlung unterbreiten. Das System der „Mitfahrerbänke“ könnte auch in Teltow für Außenbezirke wie Sigridshorst sowie für den Ortsteil Ruhlsdorf übernommen werden, meint er. Damit ließen sich die entlegeneren Bereiche besser und vor allem kostengünstiger ans öffentliche Nahverkehrsnetz in der Stadt anbinden.

Das Projekt kommt aus der rheinland-pfälzischen Gemeinde Speicher in der Eifel und soll vor allem im ländlichen Raum mit wenig öffentlichen Nahverkehr die Mobilität der älteren Leute sowie der Jugendlichen ohne Führerschein erhöhen. Nach dem erfolgreichen Start vor zwei Jahren soll das System im gesamten Gemeindegebiet von Speicher, aber auch bereits in anderen Bundesländern wie Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg kopiert worden sein.

Bei dem System werden an ausgewählten Punkten in einem Ort speziell gekennzeichnete Bänke und ein Schilderhalter mit einem Logo sowie Tafeln mit mehreren Richtungsvarianten aufgestellt. Der Fahrgast klappt die deutlich erkennbare Tafel mit dem gewünschten Ziel auf, setzt sich auf die Bank und wartet auf eine Mitfahrgelegenheit. Wie lange das dauert, hängt auch von der Verkehrsdichte, der aktuellen Witterung und einem gewissen „Mitleids-Bonus“ eines Autofahrers ab, sagt Ursula Berrens aus Speicher. Die Diplomverkehrspsychologin hatte mit dem Caritas-Verband die Idee und das Projekt initiiert. Eine zusätzliche Versicherung für Fahrer und Mitfahrer sei nicht erforderlich, sagt Berrens. Im Schadensfall trete die Haftpflichtversicherung für das Fahrzeug beziehungsweise die Krankenkasse des Mitfahrers in Kraft.

Adenstadt will den Teltower Bürgermeister Thomas Schmidt (SPD) per Stadtverordnetenbeschluss beauftragen lassen, in Teltow nach Standorten für den größten Bedarf an „Mitfahrerbänken“ zu suchen. Nach Abschluss dieser Prüfung soll der Bauhof zunächst drei dieser Bänke aufstellen. Als mögliche Haltepunkte hat Adenstedt die Siedlung Sigridshorst, den Ortsteil Ruhlsdorf und den Rathausplatz in Teltow ausgemacht. Der Stadtverordnete ist überzeugt, dass sich das Projekt in Teltow aus der „sicher ausreichenden Mobilreserve des Bauamtes beziehungsweise des Bürgermeisters“ finanzieren ließe. Außerdem könnten Sponsoren wie beispielsweise ein ortsansässiges Gartencenter oder der große Einzelhandel in der Stadt für das Vorhaben gewonnen werden.

Teltows Bürgermeister Thomas Schmidt (SPD) findet das System der „Mitfahrerbänke“ für ländliche Gebiete schon eine interessante Idee. Seine Stadt gehöre aber nicht dazu. Er verweist auf ein ausgeprägtes Busliniennetz und sieht das Projekt auch als eine gewisse Konkurrenz für die Busgesellschaften und die Taxi-Innung in Teltow. Nach dem Ausbau der Ruhlsdorfer Straße in Teltow soll sich auch die Busverbindung für die Ruhlsdorfer in die Stadt verbessern, indem der Fahrplan weiter verdichtet wird, sagt Schmidt.

Von Heinz Helwig

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