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Treuenbrietzener Verwaltung rollt elektrisch

Elektromobilität auf Dienstfahrt Treuenbrietzener Verwaltung rollt elektrisch

In der kleinen Fahrzeugflotte der Stadtverwaltung Treuenbrietzen rollt jetzt auch ein Elektroauto. Der über ein Forschungsprojekt des Bundesumweltministeriums stark subventionierte Wagen dient gleichzeitig zur Datensammlung. Untersucht werden die Alltagstauglichkeit und die Akzeptanz von Elektrofahrzeugen.

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Die Treuenbrietzener Stadtverwaltung – hier Bürgermeister Michael Knape – verfügt jetzt über ein Elektroauto als Dienstwagen.

Quelle: Thomas Wachs

Treuenbrietzen. Vollkommen leise, ziemlich flott und vor allem umweltfreundlich rollen Rathausmitarbeiter in Treuenbrietzen jetzt zu Dienstfahrten durch die Stadt und ihre Ortsteile. Zum kleinen Fuhrpark der Verwaltung zählt ab sofort auch ein Elektrofahrzeug. Demnächst soll der Kompaktwagen an Wochenenden auch von Bürgern getestet werden können.

Angeschafft wurde der weiße BMW i3 über das Projekt „InitiativE Berlin-Brandenburg“. Dieses hat das Ziel, bis zu 500 Elektrofahrzeuge in der Hauptstadtregion auf die Straßen zu bringen. „Fast hätte ich die an Verwaltungen verschickte Rundmail als ungeliebte Werbung in den Papierkorb verschoben“, erzählt Bürgermeister Michael Knape (parteilos). Doch entpuppte sich das darin enthaltene Angebote als durchaus lukrativ. „Für eine überschaubare Leasingrate von rund 150 Euro im Monat sind wir jetzt zwei Jahre lang mobil“, erklärt der Verwaltungschef.

Nutzung wird wissenschaftlich begleitet

Möglich wird das Sonderangebot, weil die Nutzung des Strom-Autos wissenschaftlich mit einer Studie begleitet wird. Damit sollen das Potenzial der Elektromobilität sowie die Alltagstauglichkeit und die Akzeptanz von Elektrofahrzeugen untersucht werden. Weiterhin werden anhand der Daten Umweltauswirkungen für die Region berechnet.

Dazu fördert das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit im Rahmen des Projekts einen Teil der Mehrkosten des rein batteriebetriebenen Elektrofahrzeuges im Vergleich zu herkömmlichen Fahrzeugen. „Bei rund 47 000 Euro Fahrzeugpreis hätten wir uns die ansonsten üblichen Leasingraten von rund 450 Euro gar nicht leisten können“, erklärt der Bürgermeister.

Geladen wird der Elektrodienstwagen an einer herkömmlichen Steckdose auf dem Rathausparkplatz

Geladen wird der Elektrodienstwagen an einer herkömmlichen Steckdose auf dem Rathausparkplatz.

Quelle: Thomas Wachs

Die Begleitforschung im Rahmen des Projekts wird vom Institut für Verkehrsforschung am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) durchgeführt. Sie hat das Ziel, die gewerbliche und die private Nutzung von Elektrofahrzeugen unter Alltagsbedingungen zu erforschen.

Fahrzeugdaten per Funk ausgelesen

„Ein Jahr lang müssen wir für das Projekt daher Daten beisteuern und einige Schreibereien erledigen“, sagt Knape. Die Daten werden einerseits über mehrere Umfragen sowie Diskussionsforen mit Fuhrparkmanagern und Fahrzeugnutzern erhoben. Andererseits liefert ein direkt im Elektrofahrzeug eingebauter und per Funk auslesbarer Chip die von den Forschern erwünschten Daten zum Nutzungsverhalten der Fahrer. Bei einer Reichweite von bis 250 Kilometern passe diese Elektromobil bestens zu den Anforderung der Verwaltungsmitarbeiter. Analysen des im Juni vorerst ausgeschiedenen Klimaschutzmanagers der Stadt sowie Projektarbeiten von Schülern des örtlichen Gymnasiums hätten gezeigt, dass 90 Prozent der Dienstfahrten unter 100 Kilometer lang sind.

Bürger können Elektroauto an Wochenenden testen

Demnächst sollen nun auch interessierte Bürger das Elektroauto testen und ihre Eindrücke beisteuern können. Ab April möchte die Stadtverwaltung das E-Mobil an Wochenenden auch privaten Nutzern überlassen. Sie müssen sich lediglich anmelden, eine Kaution in Höhe der Selbstbeteiligung für die Versicherung hinterlegen und den Wagen voll aufgeladen wieder an die Stadtverwaltung übergeben. „Das kostet für eine volle Ladung an der heimischen Steckdose um die fünf Euro“, erklärt Michael Knape.

Er fürchtet unterdessen schon das eine oder andere Bußgeld für Tempoüberschreitungen. Denn der per Strom angetriebene kompakte Wagen mit einer Leistung von 125 kW beziehungsweise 170 PS beschleunigt – vom Fahrer fast unbemerkt – in sportlichen sieben Sekunden auf 100 Stundenkilometer.

Von Thomas Wachs

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