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Überraschung: GDL beendet Bahn-Streik

GDL und Bahn einigen sich auf Schlichtung Überraschung: GDL beendet Bahn-Streik

Der Streik der Lokführergewerkschaft GDL wird noch heute beendet. Am Freitag soll der Nahverkehr wieder nach Plan rollen, der Fernverkehr erst ab Sonnabend. Bahn und GDL hatten sich in der Nacht auf eine Gesamtschlichtung in dem festgefahrenen Tarifkonflikt geeinigt. Einer der Schlichter ist ein Ur-Brandenburger.

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Quelle: Bernd Gartenschläger

Berlin. Millionen Bahnkunden können aufatmen: Die Lokführergewerkschaft GDL und die Bahn haben sich auf ein Ende des Streiks noch am heutigen Donnerstag verständigt. Beide Seiten einigten sich auf ein Schlichtungsverfahren in dem festgefahrenen Tarifkonflikt, teilten die Deutsche Bahn und die GDL am Morgen mit.

Doch nun droht die Gewerkschaft EVG mit Streik bei der Bahn, sollte es bei den Tarifverhandlungen heute zu keiner Einigung kommen.
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Offizielles Streik-Ende: Donnerstag 19 Uhr

Die notwendigen Maßnahmen sind laut Bahn für die Kunden bereits um 7.00 Uhr angelaufen, laut GDL ist der Streik aber offiziell erst am Abend um 19.00 Uhr beendet. Die Bahn arbeitet nach eigenen Angaben mit Hochdruck daran, zum normalen Fahrplan zurückzukehren. Gegen Mittag will das Unternehmen darüber informieren, wann der Regelverkehr wieder aufgenommen werden kann.

Freude auf Facebook über das Ende des Bahn-Streiks

Welche Züge fahren heute?

Bahn: Die Normalisierung im Bahnverkehr in der Region wird am Donnerstag noch dauern. Erst ab Freitag kann im Nahverkehr, also bei der Berliner S-Bahn und den Regionalbahnen, wieder nach normalem Fahrplan gefahren werden. Das kündigte Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber am Vormittag an.

Die Fernzüge der Bahn fahren erst am Samstag wieder nach dem normalen Fahrplan. Am Donnerstag und Freitag gelten für ICEs und Intercitys vorerst weiter der Ersatzfahrplan, es werden aber zusätzliche Züge eingesetzt.

Ob ein Zug fährt, erfährt man über die Liveauskunft auf bahn.de/liveauskunft . Auf dem Smartphone finden Fahrgäste diese Auskunft mit der App DB Navigator oder unter m.bahn.de. In der Liveauskunft stehen nur Züge, die auf jeden Fall bis zum Ziel fahren.

Allgemeine Verkehrsmeldungen gibt es unter www.bahn.de/aktuell . Dort können Kunden herausfinden, in welchem Bundesland es regionalen Ersatzverkehr gibt. Informationen gibt es auch telefonisch unter der kostenlosen Servicenummer (08000) 99 66 33 .

S-Bahn: Bei der  S-Bahn Berlin wurden am Donnerstagmorgen nur etwa 35 Prozent des normalen Fahrplans abgedeckt. Nach den bisherigen Erfahrungen könnten im Laufe des Tages weitere Streckenabschnitte bedient werden. Spätestens am Freitag dürfte es dann überall normal laufen - rechtzeitig zum Pfingstverkehr. Bis dahin wird weiter ein 20-Minuten-Takt angeboten. Auf den Ringbahnlinien S41/42 und den Linien S45, S47, S75, S85 herrschte wie bei vergangenen Streiks vorerst Stillstand. Die S9 wurde verlängert und fährt bis nach Pankow. Die S7 fährt nur zwischen Ahrensfelde und Charlottenburg im 20-Minuten-Takt, bis Potsdam kommt man mit der S1.

» Der Ersatzfahrplan der Berliner S-Bahn




Die Odeg, NEB und EGP fahren

Bei den Bahn-Konkurrenten  OdegNEB und EGP, die in Brandenburg unterwegs sind, wurde nicht gestreikt. Hier fahren alle Züge planmäßig. 

Matthias Platzeck als Schlichter

Die Schlichtung soll am kommenden Mittwoch beginnen und ist für drei Wochen angesetzt. Bis Mitte Juni sind die Streiks damit ausgesetzt.

Zwei externe Schlichter sollen den monatelangen Tarifstreit nun beenden helfen: der frühere brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) für die Deutsche Bahn und der thüringische Regierungschef Bodo Ramelow (Linke) für die GDL. Vor einigen Tagen bezeichnete GDL-Chef Claus Weselsky den Vorschlag der Bahn, Platzeck als Schlichter einzusetzen, als "PR-Gag".

Mehr zum Schlichtungsverfahren und den Schlichtern >

Am Dienstag hatten Vorgespräche zwischen Bahn und GDL begonnen, die der frühere Bundesarbeitsrichter Klaus Bepler moderiert hatte. Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber betonte: «Wir sind sehr erleichtert, unsere Kunden und Mitarbeiter können aufatmen. Schlichten statt streiken ist das Gebot der Stunde.» Weselsky sagte: «Nach fast einem Jahr Tarifkonflikt konnte mit dem Druck im neunten Arbeitskampf der gordische Knoten durchschlagen werden.»

GDL macht Drohung nicht wahr

Die GDL hatte den aktuellen Streik am Dienstag im Güterverkehr begonnen, seit Mittwoch wurde auch im Personenverkehr gestreikt. Die Arbeitsniederlegungen waren ohne Endzeitpunkt angekündigt worden, nach früheren Äußerungen von GDL-Chef Claus Weselsky sollte der Ausstand aber noch länger dauern als der vorangegangene rund sechstägige Streik Anfang Mai. Am bevorstehenden reisestarken Pfingstwochenende drohten damit massive Behinderungen.
Streik-Ticker zum Bahn-Chaos >

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Tarifverhandlungen am Donnerstag in Berlin

Ist Pfingsten wirklich gerettet? Nach dem Ende des GDL-Streiks droht jetzt die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) der Deutschen Bahn mit Ausstand. Wenn es bei den Verhandlungen heute in Berlin nicht zu einer Einigung kommt, ist die EVG zu allem bereit - auch zu einem kurzfristigen Warnstreik.

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