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Verkehrssimulation zur Zeppelinstraße

Potsdams Baudezernent bleibt auf Verengungskurs Verkehrssimulation zur Zeppelinstraße

Baudezernent Matthias Klipp (Grüne) stellt am Dienstagabend im Bauausschuss erstmals die Ergebnisse einer Verkehrssimulation zur geplanten Verengung der Zeppelinstraße vor. Am Montag bekräftigte er, dass von Kritikern aufgeführte Alternativen zur Schadstoffreduzierung in der Luft weitestgehend wirkungslos wären.

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Quelle: Stadtverwaltung

Potsdam. Die von Baudezernent Matthias Klipp (Grüne) angekündigte Reduzierung der Zeppelinstraße auf drei Fahrbahnen zur Reduzierung der Luftschadstoffe hatte zu heftigen Debatten geführt. Auf Antrag der Rathauskooperation wurde Klipp im April beauftragt, vor weiteren Schritten eine Verkehrssimulation durchführen zu lassen, mit der die Auswirkungen verschiedener Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung und möglicher Verdrängungseffekte zu Lasten anderer Straßen untersucht werden sollte. „Wir wollen nicht von irgendwelchen Maßnahmen der Bauverwaltung überrascht werden“, sagte SPD-Fraktionschef Mike Schubert.

Die Ergebnisse der Simulation sollen der Öffentlichkeit erstmals am Dienstag im Ausschuss für Bauen und Verkehr vorgestellt werden, der ab 18 Uhr im Haus 1, Raum 405, auf dem Rathausgelände an der Hegelallee tagt. Unmittelbar vor dieser Präsentation gewinnt der politische Streit wieder an Fahrt. Nach einer Diskussionsrunde mit Kipp am vergangenen Freitag in Ferch schimpfte der Vorsitzende der SPD Schwielowsee, Heiko Schmale: Klipp habe „offensichtlich nicht eine der vielen von uns vorgetragenen Alternativmaßnahmen zur Kenntnis genommen: Schnellbuslinie Potsdam-Werder über Wildpark-West, Umweltzone, Tempo 30, Grüne Welle für den motorisierten Individualverkehr, schadstoffarme Busflotte und, sollten diese Sofortmaßnahmen nicht greifen, ein Lkw-Verbot für Lkw ohne Anliegen.“ Auch die Abschaffung der Pförtnerampel bleibe ökologisch alternativlos.

Klipp hielt dagegen. Über sein Büro ließ der Dezernent am Montag auf MAZ-Anfrage ausrichten: „Die Vorschläge Grüne Welle, Abschaffung der Pförtnerampel, Erneuerung der Busflotte, Lkw-Fahrverbot und Umweltzone sind geprüft worden. Nur einer der Vorschläge ist den Berechnungen und Simulationen zufolge geeignet, die Schadstoffbelastung von Stickstoffoxiden zu reduzieren: ein Lkw-Fahrverbot für Fahrzeuge ab 3,5 Tonnen.“

Mit dem Bus 580 existiere zudem bereits ein Schnellbus, so Klipps Büro. Mit den Verkehrsbetrieben werde darüber verhandelt, die Linie ebenso wie den Bus 631 ab Dezember in einem dichteren Takt anzubieten. Der Schnellbus 580 pendelt zwischen Bad Belzig und Potsdam – mit acht Stopps zwischen Werder Am Gutshof und dem Potsdamer Hauptbahnhof. Laut Schmale steht der Schnellbus auch regelmäßig in dem von der Potsdamer Pförtnerampel verursachten Stau, der sich bis Baumgartenbrück hinziehen kann. Die SPD Schwielowsee fordere deshalb eine Schnellbusverbindung über den Werderschen Damm.

In Ferch hingegen wurde über den Bau einer extra Busspur zwischen Geltow und Pirschheide gestritten. Das Projekt ist laut Klipp bereits „seit Jahren im Gespräch“. Widerstand kündigte Friedhelm Schmitz-Jersch an, Beisitzer des SPD-Ortsvorstandes Schwielowsee und Landesvorsitzender des Naturschutzbundes: „Der erhebliche Eingriff durch eine zusätzliche Busspur in den schützenswerten Wildpark ist nicht hinnehmbar, schon gar nicht wegen eines künstlich verursachten Rückstaus.“

Fortgesetzt wird die Verkehrsdiskussion zwischen Stadt und Umland am Mittwoch bei der gemeinsamen Sitzung des Potsdamer Hauptausschusses und des Kreisausschusses von Potsdam-Mittelmark im Plenarsaal des Potsdamer Stadthauses. Die öffentliche Sitzung beginnt um 18 Uhr.

Von Volker Oelschläger

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