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Brandenburger müssen auf Reifenwechsel warten

Werkstätten sind ausgelastet Brandenburger müssen auf Reifenwechsel warten

„Von O(stern) bis O(ktober)“ lautet die Faustregel beim Reifenwechsel, an die man sich noch immer halten kann, sagen ADAC und Dekra. Wer sich allerdings nicht rechtzeitig um einen Termin in der Werkstatt kümmert, muss nun mit langen Wartezeiten rechnen.

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Alle Jahre wieder: In den nächsten Wochen sollten Winterreifen aufgezogen werden.

Quelle: dpa

Potsdam. Noch sind die Temperaturen tagsüber mild, der kluge Autofahrer sorgt jedoch vor: Die Autowerkstätten in der Mark erleben gerade einen Ansturm auf Termine für den Reifenwechsel. Die Faustregel „Von O(stern) bis O(ktober)“ sei auf jeden Fall noch aktuell, sagt Mirko Brunnert, Fachabteilungsleiter der technischen Dekra-Prüfstelle in Potsdam.

„Die Witterungsverhältnisse im Winter erfordern Reifen mit einer speziellen Gummimischung und gröberen Profilen“, erklärt Brunnert. Der Experte rät, Reifen mit einem Profil von mindestens vier Millimetern zu verwenden, auch wenn vom Gesetzgeber lediglich die Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern vorgeschrieben ist. „Vier Millimeter ist die Verschleißgrenze – alles drunter ist nach unserer Auffassung kein Winterreifen mehr.“

Stoßzeit für den Reifenwechsel im Oktober und November

In die Werkstatt von Martin Lietz, Inhaber des Autohauses Schneider in Beelitz (Potsdam-Mittelmark), kamen die ersten Kunden zum Reifenwechsel bereits Mitte September, die Stoßzeit sei aber klassischerweise im Oktober und November – je nach Witterung. „Bei einem plötzlichen Kälteeinbruch will natürlich jeder der Erste sein“, sagt Lietz. Dann müssen seine Mitarbeiter auch mal Doppelschichten einlegen. Spätzünder, die ihre Winterreifen erst im Februar aufziehen lassen wollen, gebe es indes auch – „das sind dann aber wirklich Einzeltäter“. Zurzeit müssen Lietz’ Kunden bei der Terminvergabe eine Vorlaufzeit von drei Wochen einplanen.

Pauschalisieren ließe sich diese Wartezeit aber nicht, sagt Frank Kaufhold, Geschäftsführer des Bundesverbandes Freier Kfz-Werkstätten. „Man sollte sich einfach rechtzeitig um einen Termin kümmern und nicht erst, wenn der erste Schnee fällt.“

Wer mit Sommerreifen erwischt wird, riskiert ein Bußgeld

Dekra-Mann Brunnert hat festgestellt, dass die Akzeptanz für Winterreifen in den letzten Jahren gestiegen sei. Das liege sicher auch an der Winterreifen-Verordnung, die seit 2010 gilt: Danach riskieren diejenigen, die bei winterlichen Wetterverhältnissen wie Reifglätte, Glatteis oder Schneematsch mit Sommerreifen unterwegs sind, ein Bußgeld und einen Punkt in Flensburg.

Zu einem winterfesten Auto gehört neben der richtigen Bereifung auch ausreichender Frostschutz in Kühlsystem und Scheibenwaschanlage, sowie funktionierende Lampen und eine intakte Batterie. Aber auch die Fahrweise sollte den äußeren Bedingungen angepasst werden. Der ADAC rät: vorausschauend fahren, ausreichend Abstand zum Vordermann halten und heftiges Gasgeben vermeiden.

In Panik geraten müssen Autofahrer aber noch nicht: In den Nächten gebe es zwar häufig schon Bodenfrost, die gefährliche Straßenglätte blieb bislang aber aus, wie der Deutsche Wetterdienst in Potsdam berichtet. Trotzdem sei der Oktober mit 0,5 bis 1 Grad Celsius Temperaturabweichung leicht zu kühl und auch der Niederschlag liege mit 150 Prozent über dem Klimanormalwert.

Reifendrucksensoren machen Wechsel teurer

Seit November 2014 müssen alle Neuwagen mit einer Erstzulassung ab dem 1. November und Modelle mit einer Typprüfung ab 1. November 2012 nach EU-Richtlinien mit Reifendrucksensoren ausgestattet sein.

Das System misst automatisch den Reifendruck und alarmiert den Fahrer bei Druckverlust. Es schützt so vor Reifenpannen und damit einhergehenden Unfällen.

Aufgrund der Vorschrift kann der Reifenwechsel für viele Autofahrer nun teurer werden, weil sie beim Reifenkauf das Nachrüsten der Sensoren mit einplanen müssen. Darauf weist die Internetplattform autobutler.de hin.

Dazu kommt , dass die Mechaniker in den Werkstätten mehr Zeit beim Wechsel benötigen, um die Sensoren richtig zu installieren.

Von Josephine Mühln

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