Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 3 ° Regenschauer

Navigation:
Zur Autobahn gehts 1 Jahr länger im Kriechgang

Verzögerung beim B 102-Ausbau Zur Autobahn gehts 1 Jahr länger im Kriechgang

Heimlich, still und leise hat das Landesamt für Bauen und Verkehr in Hoppegarten die Ausbaupläne für die B 102 zwischen Gewerbegebiet Schmerzke und der Autobahn A 2 noch einmal überarbeitet und dafür ein Jahr Bauverzug in Kauf genommen. Doch die betroffenen Bürger wissen von nichts – und die Straße ist zerfahren.

Voriger Artikel
Ferienzeit = Stauzeit
Nächster Artikel
Staugefahr: A10 ab heute Dauerbaustelle

Zu viele Autos für zu wenig Straße auf der B 102 zwischen Paterdamm und Autobahn.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Brandenburg/H. Die Schmerzker haben schlimme Befürchtungen: „Die Bäume sollten gleich nach der BUGA fallen, bis jetzt ist noch nichts passiert. Zur Zeit ist es nicht mehr erträglich, weil die Straße total zerfahren ist und ab 22 Uhr, wenn die Ampel aus ist, die Lkw ungebremst mit 70 Stundenkilometern durch die Ortsdurchfahrt donnern. Ich habe den Eindruck, der Neubau fällt aus und niemand redet darüber“, schildert Anwohner Axel Fricke seine Ängste.

So schlimm wird es nicht, allerdings ist das ganze Projekt des Ausbaus am Autobahnzubringer um ein Jahr verschoben, bestätigt Birgit Schuster vom Landesamt für Bauen und Verkehr LBV. Die Behörde ist für das so genannte Planfeststellungsverfahren zuständig. „An der Erarbeitung des Planfeststellungsbeschlusses für das Verfahren wird intensiv gearbeitet. In Zusammenarbeit mit dem Vorhabenträger, dem Landesbetrieb Straßenwesen wurde der Plan im Zuge der B102 im Bereich der Anschlussstelle 78 der Bundesautobahn A 2 optimiert. Diese Optimierung macht eine erneute Information der Betroffenen und Behörden erforderlich. Die geäußerten Bedenken und Hinweise werden dann im Planfeststellungsbeschluss abgewogen.“  

Dieser Planfeststellungsbeschluss werde voraussichtlich in der Jahresmitte 2016 erlassen und vor Ort ausgelegt. Wenn er Bestandskraft erlangt hat, könne der Landesbetrieb Straßenwesen die bauvorbereitenden Maßnahmen veranlassen.

Das Vorhaben beinhaltet den Ausbau der Bundesstraße 102 auf einen dreistreifigen Querschnitt mit wechselseitigen Überholfahrstreifen zwischen der Bundesautobahn A 2 Anschlussstelle Brandenburg bis zum Ortseingang Schmerzke. In Paterdamm wird die bisherige Ortsdurchfahrt östlich um die Siedlung herum verlegt.

Am Ortsausgang Rotscherlinde soll eine Mittelinsel sowie ein Radweg bis zur A 2 angelegt werden.

3,3 Millionen Euro kostet Neubau

Gleich nach der Buga wollte der der Bund mit den Arbeiten zum dreistreifigen Ausbau der B 102 zwischen Piperfenn und Autobahn A 2 beginnen, nun wird es Herbst 2016.

Die Maßnahme einschließlich der Umfahrung von Paterdamm kostet 3,3 Millionen Euro und wird vom Bund alleine bezahlt.

Noch in diesem Jahr werden Bäume gefällt, um die nötige Trassenbreite herzustellen, der eigentliche Straßenbau erfolgt 2017.

Die erste öffentliche Auslegung des Planfeststellungsbeschlusses war im Mai/Juni 2012.

An der sieben Millionen Euro teuren Ortsumfahrung für Schmerzke sowie am Knotenausbau B 1/102 in den Jahren 2018/19 muss sich die Stadt mit einigen Hunderttausend Euro beteiligen, die Höhe steht noch nicht fest. Es gibt einen Vorentwurf für die Verkehrsführung.

Vom neu zu gestaltenden Knotenpunkt von B 102 / L 88 / Gemeindestraße bis zum Knotenpunkt „Am Piperfenn“ soll die B 102 voraussichtlich Kraftfahrstraße und anbaufrei werden. Für den langsamfahrenden Verkehr sowie zur Erschließung der Grundstücke in diesem Bereich werden teilweise beidseitig der Bundesstraße parallele Wirtschaftswege vorgesehen.

Weiterhin ist geplant, die Bushaltestellen in der Ortsdurchfahrt Paterdamm an einer neuen Buswendeschleife am südlichen Ortsrand anzuordnen.

„Die geplante Baumaßnahme soll die Verkehrssicherheit und -qualität erhöhen, die Unfallkosten senken sowie die Reisezeiten verringern, welche durch den hohen Schwerverkehrsanteil und mangelnde Überholmöglichkeiten bedingt sind“, sagt Birgit Schuster.

Zur Kompensation der Eingriffe in Natur und Landschaft sind umfangreiche Maßnahmen geplant, diese allerdings an ganz anderer Stelle, im Behördendeutsch heißt das „trassenfern“.

Von André Wirsing

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Auto & Mobiles