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Alter Airport Schönefeld wird ausgebaut

Flughafen Alter Airport Schönefeld wird ausgebaut

Der neue Hauptstadtflughafen BER ist noch lange nicht fertig, dabei wird er dringend gebraucht. Denn der alte Flughafen Schönefeld platzt aus allen Nähten. Um die Zahl von rund zehn Millionen Fluggästen pro Jahr bewältigen zu können, investiert die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg nun nach eigenem Bekunden einen zweistelligen Millionenbetrag.

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Das Baugeschehen ist vor allem im Terminal B in vollem Gange, wo für Easyjet-Passagiere mehr Platz geschafft wird.

Quelle: Uta Schmidt

Schönefeld. Ferienzeit ist Reisezeit. Rund eine Million Fluggäste starten pro Monat mit 26 Fluglinien vom Flughafen Schönefeld in den Urlaub. Der Trubel reißt seit Ferienbeginn nicht ab. Die Reisebedingungen sind im Moment aber nicht optimal: An zwei der drei SXF-Terminals und Zuwegungen wird gebaut. Von Passagieren und Mitarbeitern sind Geduld und Improvisationsvermögen gefragt. Der Reisefreude tut das keinen Abbruch.

Um die Kapazität des Schönefelder Flughafens auf mehr als zehn Millionen Passagiere pro Jahr hochzufahren, investiert die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) einen zweistelligen Millionenbetrag in den betagten Gebäudekomplex, seine Außenanlagen und Infrastruktur. Der Startschuss dafür fiel vor einem halben Jahr. Jetzt sind die Bauarbeiten in vollem Gange. Vor allem im und am Terminal B, wo pro Jahr mehr als vier Millionen Passagiere der Fluggesellschaft Easyjet abgefertigt werden. Die Fassade des Gebäudes wurde bereits zehn Meter nach vorn in den Straßenbereich verlagert. Damit entsteht mehr Platz für Abfertigungs- und Sicherheitsbereich. „Wir vergrößern das Terminal um 600 Quadratmeter.

Der Haupteingang wird in Zukunft doppelt so groß sein. Außerdem wird die Gepäckhalle von 600 auf 1000 Quadratmeter Fläche erweitert“, sagt Joachim Korkhaus von der FBB-Bauausführung. Das alte Vordach sei in die Halle integriert worden. Die Erneuerung von Decken, Böden und Wanddämmung folge. Eine Investition, die nötig ist, denn Easyjet hat den höchsten Marktanteil am Standort und hat dort in diesem Jahr ein weiteres Flugzeug stationiert. Das Ende der Bauarbeiten am Terminal B ist im November geplant.

Digitales Leitsystem für Reisende am „Triangel“

Ein neuer „Empfangsbereich“ präsentiert sich den Fluggästen am Ende des überdachten Zugangs aus Richtung S-Bahnhof. „Triangel“ wird der kleine Platz genannt, an dem ein digitales Leitsystem die Reisenden über Starts und Landungen in den drei Terminals informiert und ihnen die Orientierung erleichtert. „Das ist wichtig, weil 60 Prozent der Fluggäste über diesen Gang den Flughafen erreichen“, erläutert Korkhaus. Dort würden Passagiere zudem erfahren, dass im Terminal C das Einchecken ausschließlich mit Handgepäck und Online-Bordkarte möglich sei. Diese Buchungsart nutzen mittlerweile 70 Prozent der Fluggäste.

Am neu gestalteten „Triangel“ können sich Passagiere einen schnellen Überblick über das Fluggeschehen verschaffen

Am neu gestalteten „Triangel“ können sich Passagiere einen schnellen Überblick über das Fluggeschehen verschaffen.

Quelle: Uta Schmidt

Westlich des Terminal D entsteht ein weiteres Gebäude unter dem Namen „D2“ mit kurzen Wegen zu den Maschinen auf dem Vorfeld. Das Terminal wird vor allem von Ryanair genutzt werden. Die Airline hat im Oktober 2015 eine Basis in Schönefeld eröffnet und plant den weiteren Ausbau des Angebots. Das Baugeschehen für das neue Gebäude steht noch am Anfang, verändert aber schon das Gesicht des Flughafens. „D2 wird ein reines Ankommer-Terminal. Auf 3800 Quadratmetern Grundfläche installieren wir drei Gepäckbänder“, so Korkhaus. Die Inbetriebnahme des neuen Gebäudes ist für den November vorgesehen.

Neues Gastro- und Bistrokonzept in Terminal A

Auch das Innenleben von Terminal A unterliegt einer Metamorphose und soll noch besser als bisher auf die Bedürfnisse von Ankommenden ausgelegt werden. „Dazu setzen wir bis zum Jahr 2017 ein neues Gastro- und Bistrokonzept um. Ein Teil der Reisebüros zieht in das Obergeschoss, die Shops werden neu geordnet“, kündigt Till Bunse, Geschäftsleiter Commercial, an. Vor wenigen Wochen öffnete die neue „Wunderbar“, die mit ihren Imbiss- und Barofferten auf die veränderten Bedürfnisse von Fluggästen ausgerichtet wurde und noch durch einen Außenbereich ergänzt werden soll.

Hintergrund

In Berlin und Brandenburg wurden im ersten Halbjahr 2016 rund 15,2 Millionen Passagiere gezählt – so viele wie noch nie.

Zehn Millionen Passagiere werden 2016 in Schönefeld landen und starten.

Mit der Nutzung des Parkhauses P3 am BER werden die Parkkapazitäten um 2000 Stellplätze erhöht. Es ist mittels kostenfreiem Shuttleservice im 15-30 Minuten-Takt mit dem Flughafen verbunden.

Auf der Agenda steht auch die Neuordnung der Zufahrten. Fernbusparkplatz und Taxispeicher erhalten weitere Stellplätze angepasst. Derzeit wird das Parkhaus P4 saniert und um zwei Etagen aufgestockt, so dass sich die Zahl der Stellplätze allein dort um 300 auf rund 1150 erhöht. Erleichterung für Parker soll seit einigen Wochen das Parkhaus 3 schaffen, wo weitere 2000 Parkplätze bereitstehen. Ein kostenloser Shuttleservice startet und endet vor dem Terminal B.

Von Uta Schmidt

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Luftbilder vom Flughafen BER

Der Berliner Flughafen BER in Schönefeld aus der Luft. Seit 2006 wir der neue Hauptstadtflughafen gebaut. Mitte Juni 2012 sollte dort der Flugbetrieb aufgenommen werden, doch technische und organisatorische Probleme verzögerten die Eröffnung auf (bisher) unbestimmte Zeit hinaus.