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Neuer BER-Pfusch: 600 Wände müssen weg

Pleiteflughafen in Schönefeld Neuer BER-Pfusch: 600 Wände müssen weg

Jeden Tag eine neue schlechte Nachricht für den BER – am Wochenende ist laut über einen kompletten Neustart des Pleiteprojekts diskutiert worden. Am Montag nun hat BER-Chef Karsten Mühlenfeld bekannt gegeben, dass 600 Wände abgerissen werden müssen.

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Dauerbaustelle BER

Quelle: dpa-Zentralbild

Potsdam. Flughafenchef Karsten Mühlenfeld hat Forderungen nach einem kompletten Neustart des Flughafenprojekts BER in Schönefeld (Dahme-Spreewald) eine klare Absage erteilt. „Ich halte überhaupt nichts von solchen Diskussionen“, sagte er am Montag in Potsdam. „Das Gebäude ist ein gutes Gebäude. Die technische Ausstattung muss erneuert werden“, erklärte er. Die gestiegenen Anforderungen an Brandschutz und Entrauchung müsste auch ein neuer Flughafenbau erfüllen. „Es würde viel zu viel kosten“, so Mühlenfeld.

600 Wände müssen teilweise eingerissen werden

Unterdessen kommt jetzt ein neuer Bau-Pfusch ans Licht. Nach den zu schwer eingebauten Ventilatoren wird nun bekannt: 600 Wände müssen teilweise abgerissen werden, weil sie nicht den Brandschutzstandards entsprechen. Das erklärte Flughafenchef Karsten Mühlenfeld am Montag im Sonderausschuss BER im Brandenburger Landtag.

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2006 wurde das Projekt „Hauptstadtflughafen“ in Schönefeld mit einem Spatenstich offiziell eröffnet. Geplant wird der Flughafen aber schon länger – bereits 1991 gründete sich eine Berlin Brandenburg Flughafen Holding. In der Bildergalerie zeigen wir, wie sich der BER von einem hoffnungsvollen Vorzeigeprojekt zu einer Pleitenummer entwickelt hat.

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Dadurch werden weitere anstehende Arbeiten behindert. Hinzu kommt: Die Überprüfung der bereits abgearbeiteten Mängel im Zusammenhang mit dem sogenannten fünften Nachtrag zur Baugenehmigung zieht sich in die Länge. „Wir sind von weniger umfangreichen Prüfungen ausgegangen“, räumte Mühlenfeld ein. Das Okay der Prüfer wird jetzt erst für Ende des Jahres erwartet statt für Oktober. Macht weitere drei Monate Bauverzug. Drei bis vier Monate sind die Arbeiten derzeit schon im Verzug, hatte Mühlenfeld erklärt. Die Mängel im Terminal sind derzeit zu 47 Prozent behoben, die großen Umbauten an der Brandschutzanlage haben noch nicht begonnen.

>>> So wird über den BER gelästert

Forderung nach Abriss wird unterschiedlich bewertet

Der uckermärkische CDU-Bundestagsabgeordnete Jens Koeppen hatte am Wochenende einen Neubau des BER ins Gespräch gebracht. Dieser sollte dann gleich größer sein und den aktuellen Vorschriften entsprechen, sagte Koeppen.

Damit stößt er in seiner eigenen Partei auf Widerstand. „Die Frage eines völligen Neustarts stellt sich derzeit nicht“, sagte der CDU-Obmann im Flughafenausschuss des Brandenburger Landtags, Rainer Genilke.

„Wir haben da in Schönefeld sechs Milliarden Euro Anlagevermögen stehen“, entgegnete Genilke. „Wir konzentrieren uns jetzt darauf, dass wir dort einen funktionierenden und schnell an den Start gehenden Flughafen hinbekommen.“

Zudem müsse der Airport schnell ausgebaut werden. „Es ist und bleibt ein Flughafen der Provisorien, weil den ständig steigenden Fluggastzahlen planerisch nie Rechnung getragen wurde“, räumte Genilke ein.

Von Torsten Gellner

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Luftbilder vom Flughafen BER

Der Berliner Flughafen BER in Schönefeld aus der Luft. Seit 2006 wir der neue Hauptstadtflughafen gebaut. Mitte Juni 2012 sollte dort der Flugbetrieb aufgenommen werden, doch technische und organisatorische Probleme verzögerten die Eröffnung auf (bisher) unbestimmte Zeit hinaus.