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Gemeinden entsetzt über Pläne für dritte Startbahn

Anlieger-Gemeinden des BER vertrauen den Verantwortlichen immer weniger Gemeinden entsetzt über Pläne für dritte Startbahn

In den Gemeinden rund um den geplanten Hauptstadtflughafen BER herrscht Entsetzen über die jetzt bekannt gewordenen Pläne zu einer möglichen dritten Startbahn. Das Vertrauen in die Verantwortlichen leidet immer mehr. In Blankenfelde-Mahlow fordert man, das Projekt Flughafen abzubrechen.

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Die Gemeinden rund um den Flughafen fürchten noch mehr Flugverkehr durch eine dritte Landebahn.

Quelle: dpa

Es ist längst keine Fassungslosigkeit mehr, mit der die betroffenen Gemeinden auf die Berichte über eine möglicherweise bereits geplante dritte Startbahn am Großflughafen BER reagieren. „Es hätte verheerende Konsequenzen für unseren Ort“, sagte Wildaus Bürgermeister Uwe Malich (Linke) der MAZ. Er vertraue bei dem sensiblen Thema in der Region vor allen Dingen auf die brandenburgische Landesregierung, die „eine dritte Startbahn auf keinen Fall will“.

Das unterstreicht auch Lutz Franzke (SPD), Bürgermeister von Königs Wusterhausen. „Es ist ganz klar im Koalitionsvertrag geregelt“, sagt das Stadtoberhaupt. „Ich vertraue auf die Aussagen der Landesregierung“, so Franzke weiter. Die nächste Schreckensnachricht aus Schönefeld sei mittlerweile nichts neues für ihn. „Über solche Szenarien diskutieren wir seit 15 Jahren.“

Blankefelde-Mahlow fordert BER-Neuanfang

In Blankenfelde-Mahlow vertraut man an die langfristige Gültigkeit von Koalitionsverträgen nicht. „Wer glaubt, was da drin steht, glaubt auch den Weihnachtsmann“, sagt Alexander Fröhlich, der Referent von Bürgermeister Ortwin Baier (SPD). Dieser fordert die Flughafengesellschafter auf, das Projekt BER wegen des zu erwartenden Defizits im Brandenburger Landeshaushalts abzubrechen und neu zu planen. „Es wäre besser einen wirtschaftlichen und entwicklungsfähigen Flughafenstandort auf den Weg bringen, anstatt noch weitere Milliarden Euro an Steuermitteln in diesen falschen Standort zu investieren“, sagte Baier. Er verweist auf die Volksinitiative von zwölf Bürgerinitiativen und der Schutzgemeinschaft gegen die dritte Startbahn. Darin wird Brandenburgs Regierung aufgefordert, den Vertrag über die gemeinsame Landesplanung mit Berlin zu kündigen.

Rangsdorfer Verantwortliche: Dritte Startbahn wäre eine Katastrophe für uns

Eine Idee, mit der sich auch Robert Nicolai von der Rangsdorfer Bürgerinitiative Schallschutz (BISS), anschließt. „Dadurch könnte Brandenburg endlich die Planungshoheit zurückerlangen“, sagte Nicolai der MAZ. Auch er glaubt den Vereinbarungen des rot-roten Koalitionsvertrages nicht. „Wir sind es gewohnt, dass uns die Politik wichtige Sachen verschweigt“, sagte Nicolai. Rangsdorf wäre von einer zusätzlichen Bahn südlich der bisherigen Südbahn besonders stark betroffen. „Das wäre eine Katastrophe für uns“, sagte Nicolai. Die Flugzeuge würden direkt über das Ortszentrum fliegen.

20.000 Unterschriften gegen eine dritte Startbahn

Am Sonntag waren geheime Papiere der Flughafengesellschaft bekannt geworden. Danach sollen die Pläne für eine dritte Startbahn bereits in den Schubladen von Hartmut Mehdorn liegen. „Das zeigt, dass die Bahn schon lange geplant war“, sagt Michael Gleißner, der Ortsvorsteher von Diepensee. Das Dorf war vor zehn Jahren wegen des Flughafenbaus umgesiedelt worden. „Der BER ist noch nicht mal offen und schon wieder reden wir über weitere Pläne“, so Gleißner.

Unterdessen hat die Volksinitiative gegen eine dritte Startbahn die geforderten 20.000 Unterschriften mittlerweile zusammen. Noch in diesem Jahr sollen diese an Landtagspräsidentin Britta Stark (SPD) überreicht werden.

Von Marcel Jarjour und Christian Zielke

BER-Spezial >

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Nach der Niederlage beim Nachtflug ist noch lange nicht Schluss mit dem Protest gegen den BER: Die Schutzgemeinschaft Umlandgemeinden Flughafen Schönefeld will eine Volksinitiative gegen eine dritte Start- und Landebahn am neuen Hauptstadtflughafen starten. Hierfür sollen bis zum Herbst 20.000 Unterschriften gesammelt werden.

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