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BER-Einzug: Lufthansa und Air Berlin zuerst

Sanfte Inbetriebnahme am Hauptstadtflughafen BER-Einzug: Lufthansa und Air Berlin zuerst

Ob der neue Hauptstadtflughafen BER in Schönefeld (Dahme-Spreewald) tatsächlich im Jahr 2017 eröffnet werden kann, ist noch immer unklar. Klar ist nun aber: Die Airlines werden nach und nach an den BER ziehen. Klar ist auch: In Sachen Lärmschutz steht es noch immer nicht zum besten.

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Flughafenchef Karsten Mühlenfeld am Mittwoch im Bauausschuss.

Quelle: dpa

Berlin. Die Fluggesellschaften sollen 2017 innerhalb von vier Wochen von Berlin-Tegel zum neuen Hauptstadtflughafen nach Schönefeld (Dahme-Spreewald) umziehen. So plant es die Flughafengesellschaft, wie Geschäftsführer Karsten Mühlenfeld am Mittwoch im Bauausschuss des neuen Hauptstadtflughafens sagte. Den Betreibern wäre demnach etwas mehr Zeit lieber, Bundespolizei und Flugsicherung könnten jedoch drei Flughäfen nicht länger abdecken. Einer der beiden großen Airline-Verbünde um Lufthansa und Air Berlin soll nach dem Konzept für ein „soft opening“ zuerst umziehen, der zweite vier Wochen später folgen.

Tegel schließt, Schönefeld bleibt offen

Der neue Hauptstadtflughafen soll mit sechs Jahren Verspätung im zweiten Halbjahr 2017 in Betrieb gehen. Tegel schließt, der alte Flughafen Schönefeld direkt neben dem Neubau bleibt entgegen ursprünglicher Planung in Betrieb, weil der Neubau zu klein ist.

Kapazität soll langsam erhöht werden

2017 werden 30 Millionen Passagiere in Berlin erwartet. Den neuen Hauptstadtflughafen will Mühlenfeld langsam hochfahren, beginnend mit 22 Millionen Passagieren jährlich. Nach fünf Jahren soll die Gesamtkapazität von 27 Millionen erreicht werden. „ Das ist so, wie wenn sie Autofahren lernen: Da fahren sie am Anfang auch langsamer.

Immer wieder neue Probleme

Vier Eröffnungstermine für den drittgrößten deutschen Flughafen waren seit 2011 geplatzt, weil immer neue Baumängel, Planungsfehler und Missmanagement dem Start im Weg standen. Noch 2014 tauchten immer wieder neue Probleme auf, wie der seit August 2014 amtierende Technikchef Jörg Marks im Ausschuss erklärte. „ Für mich war es eine Zeit lang wie ein Weihnachtskalender: Jede Woche kam ein neues Thema.

Eröffnungstermin 2017 noch offen

Ob der Flughafen wirklich im zweiten Halbjahr 2017 eröffnet, will Mühlenfeld im nächsten Frühjahr sagen, wenn von der Baubehörde grünes Licht für die letzten Nachträge zur Baugenehmigung erwartet wird. Wegen Planprüfungen und der Pleite des Gebäudetechnikausrüsters Imtech liegen die Verantwortlichen nach eigenen Angaben drei bis vier Monate hinter dem Zeitplan.

Lärmschutz hinkt hinterher

Verfehlen wird der Flughafen voraussichtlich das selbst gesteckte Ziel beim Lärmschutz. „Wir gehen davon aus, dass wir alle Schallschutzanträge, die gestellt wurden, im ersten Quartal bearbeitet haben werden“, kündigte Mühlenfeld für 2016 an. Sein Vorgänger Hartmut Mehdorn hatte versprochen, dass sämtliche Antragsteller bis zum Jahresende 2015 einen Bescheid erhalten, mit dem sie Handwerker bestellen können.

730 Millionen Euro für Schallschutz

14 300 von 19 700 Anträgen seien abschließend bearbeitet. Oft gebe es mit Eigentümern Diskussionen um zu dicke Schallschutzfenster und die übliche Dämmung der Räume von innen. Die Verzögerung sei aber „kein Riesenproblem“, sagte Mühlenfeld. Es bleibe genügend Zeit zur Umsetzung. Die veranschlagte Summe von 730 Millionen Euro für den Schallschutz werde wohl aufgebraucht. Bislang sei ein niedriger dreistelliger Millionenbetrag abgeflossen.

Watsche für Landesrechnungshof

Der Berliner Flughafenkoordinator Engelbert Lütke Daldrup wies Kritik des brandenburgischen Rechnungshofes daran zurück, dass Berlin im Aufsichtsrat des Flughafens unter anderem mit dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) als Vorsitzendem politisch stark vertreten ist. „Was der Landesrechnungshof in Brandenburg sagt, ist für uns nicht einschlägig.“ Politik müsse Verantwortung übernehmen, das sehe auch der Berliner Rechnungshof so.

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Von dpa

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