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Baustopp am BER!

Statikprobleme am Großflughafen Baustopp am BER!

Das Dach des Terminals am Großflughafen BER ist womöglich einsturzgefährdet. Nachdem die Statikprobleme des Pannenprojekts bekannt geworden sind, hat die zuständige Bauaufsicht nun die Reißleine gezogen: Ab sofort gilt am BER ein Baustopp. Die Eröffnung im Herbst 2017 wird damit immer unwahrscheinlicher.

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Quelle: dpa

Potsdam. Am künftigen Hauptstadtflughafen BER hat die zuständige Behörde die Bauarbeiten in der Haupthalle gestoppt. Grund seien „erhebliche Überschreitungen“ der Gewichtsbelastung im Gebäudedach, teilte der Landkreis Dahme-Spreewald am Montag mit. Der Baustopp bezieht sich auf alle Flächen unterhalb des Terminaldaches, hat also erhebliche Auswirkungen auf alle Arbeiten am Flughafen.

Die Baubehörde hat der Flughafengesellschaft die Gelegenheit gegeben, geprüfte Unterlagen vorzulegen. Dadurch könnte die Terminalsperrung räumlich auf bestimmte gefährdete Flächen begrenzt werden. Der Baustopp könne aber frühestens erfolgen, wenn die Sandsicherheitsnachweise erbracht sind und entsprechende Prüfberichte vorliegen.

Hintergrund: Wegen Statikproblemen am Dach war am Freitag ein Teil des Terminals des künftigen Flughafens BER in Schönefeld von der Flughafengesellschaft gesperrt worden. In einem Teil der Decke seien offensichtlich vor dem ursprünglichen Eröffnungstermin 2012 schwerere Rauchgasventilatoren verbaut worden als in der ursprünglichen Planung angenommen, teilte die Flughafen Berlin Brandenburg GmbH am Sonntag mit. „Deshalb bedarf es eines neuen statischen Standsicherheitsnachweises.“

Vorsorglich sei ein Teil des Terminals daher am Freitag gesperrt worden. Weitere Details nannte ein Flughafensprecher auf Anfrage nicht. „Es drohen weitere Millionenkosten und Verzögerungen, wenn das Dach des BER-Terminals verstärkt werden muss“, sagte Andreas Otto, Grünen-Obmann im BER-Untersuchungsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses. „Es rächt sich einmal mehr, dass der BER-Aufsichtsrat im Sommer 2012 völlig unüberlegt dem Generalplaner kündigte – dadurch ging der Überblick über das Projekt vollständig verloren.“

Die „Bild“ zitierte am Sonntag aus einem Statikgutachten. Demnach seien an der Dachkonstruktion befestigte Plattformen für Rauchgasventilatoren teilweise mit mehr als 4000 Kilogramm statt mit den genehmigten 2000 Kilogramm belastet worden.

Von Torsten Gellner

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