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Die wichtigsten Antworten zum BER

Pleiteflughafen Die wichtigsten Antworten zum BER

Der geplante Hauptstadtflughafen BER ist seit Jahren das Pleiteprojekt schlechthin. Immer wieder ist die Eröffnung verschoben worden. Damit nicht genug, nun ist auch noch ein Baustopp verhängt worden. Wie geht es am Flughafen weiter? Darüber hat jetzt der Aufsichtsrat beraten – wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um den BER.

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Am BER tut sich gerade nicht viel.

Quelle: dpa-Zentralbild

Berlin. Fast jede reguläre BER-Aufsichtsratssitzung ist eine Krisensitzung. Doch das Treffen am Freitag wurde überschattet vom Anfang der Woche verhängten Baustopp im Flughafenterminal wegen Statikproblemen. Auf der Agenda des Aufsichtsrats stand aber auch die dringende Erweiterung des Airports – für den Fall, dass er irgendwann öffnet.

Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick:

Am BER herrscht Baustopp, weil an der Decke zu schwere Ventilatoren hängen. Wie lange dauert die Sperrung noch an?

Brandenburgs Flughafenkoordinator Rainer Bretschneider (SPD) geht davon aus, dass das Terminal in wenigen Wochen wieder freigegeben wird. Die Probleme seien beherrschbar. Das Bauordnungsamt könnte rasch einzelne Teile des Terminals freigeben, nämlich dort, wo keine zu schweren Ventilatoren aufgehängt wurden. An den anderen Stellen müssten entweder leichtere Geräte eingebaut werden oder die Stahlträger verstärkt werden. Die Decke insgesamt sei nicht einsturzgefährdet.

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2006 wurde das Projekt „Hauptstadtflughafen“ in Schönefeld mit einem Spatenstich offiziell eröffnet. Geplant wird der Flughafen aber schon länger – bereits 1991 gründete sich eine Berlin Brandenburg Flughafen Holding. In der Bildergalerie zeigen wir, wie sich der BER von einem hoffnungsvollen Vorzeigeprojekt zu einer Pleitenummer entwickelt hat.

Zur Bildergalerie

Steht der Eröffnungstermin?

Aufsichtsratschef Michael Müller (SPD) zeigte sich nach der Sitzung zuversichtlich. Er geht nicht davon aus, dass die geplante Eröffnung im zweiten Halbjahr 2017 gefährdet ist. Er sagte aber: „Es gehört zur Wahrheit dazu, dass es knapp wird.“ Rainer Bretschneider sprach angesichts der jüngsten Probleme sogar von einem „Sturm im Wasserglas“. „Es ist ein Fehler entdeckt worden und der wird abgestellt. Punkt“, sagte er. Flughafenchef Karsten Mühlenfeld hatte Ende August wegen der Pleite des Gebäudeausrüsters Imtech und anderer Bauprobleme noch offen gelassen, ob 2017 als Zielmarke noch steht. „Wir können Entwarnung geben“, sagte er am Freitag. Die Arbeiten könnten von Imtech weitergeführt werden. Auch die falsch verbauten Ventilatoren sieht er nicht als großes Hindernis: „Es wird sich eine Lösung finden.“

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Wird am BER überhaupt noch gearbeitet?

Nach Auskunft der Flughafengesellschaft fällt der Baustopp im Terminal derzeit nicht so sehr ins Gewicht, weil sich die Arbeiten noch auf andere Gebäudeteile konzentrieren, vor allem auf das Main Pier Süd und das Südpier. Dort könne weiter gearbeitet werden. Außerdem läuft die Sanierung der BER-Nordbahn weiter.

Der BER ist zu klein. Wie wird er erweitert?

Der Ausbau des BER noch vor der Eröffnung war das eigentliche Thema der Aufsichtsratssitzung. Ohne genau zu wissen, wann der Flughafen eröffnet, steht fest, dass er zu klein sein wird. Grund ist das Passagierwachstum und eine Neuberechnung der vorhandenen Kapazität. 2017 werden bis zu 33 Millionen Gäste erwartet. Früher hieß es, der BER werde so wie er gebaut wird, 27 Millionen Passagiere im Jahr abfertigen können. Jetzt heißt es, das neue Terminal könne nur 22  Millionen Gäste verkraften. Deshalb soll der alte Flughafen Schönefeld länger am Netz bleiben und auf dem BER-Gelände ein Zusatzterminal in Leichtbauweise östlich des Nordpiers entstehen.

Wie teuer wird der Ausbau?

Für den Ausbau stehen rund 600 Millionen Euro in Rede. Der Aufsichtsrat billigte gestern zunächst ein Paket in Höhe von 65 Millionen Euro, um vor allem Schönefeld-Alt noch mal flott zu machen, und um das neue BER-Terminal zu planen. Das Terminal für Billigflieger soll eigene Check-in-Schalter und Gepäckbänder bekommen und ei­ne eigene Vorfahrt erhalten. So sollen rund sieben Millionen zusätzliche Passagiere abfliegen können.

Wann schließt Schönefeld-Alt?

Der einstige Zentralflughafen der DDR soll dem BER bis 2023 beistehen. Sieben Millionen Passagiere fasst Schönefeld-Alt derzeit, er soll durch den Bau eines Terminals F westlich des Terminals D in Leichtbauweise und durch Modernisierungen zehn Millionen Gäste verkraften können.

Von Torsten Gellner

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Luftbilder vom Flughafen BER

Der Berliner Flughafen BER in Schönefeld aus der Luft. Seit 2006 wir der neue Hauptstadtflughafen gebaut. Mitte Juni 2012 sollte dort der Flugbetrieb aufgenommen werden, doch technische und organisatorische Probleme verzögerten die Eröffnung auf (bisher) unbestimmte Zeit hinaus.