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Neue Rettungswache auf dem BER-Gelände

Schönefeld Neue Rettungswache auf dem BER-Gelände

Der Landkreis Dahme-Spreewald plant den Bau einer neuen Rettungswache auf dem BER-Gelände. Diese soll in unmittelbarer Nähe der bereits fertiggestellten neuen Feuerwache Süd entstehen. Hintergrund ist die Optimierung der Rettungswege, die mit der Eröffnung des BER vonnöten ist.

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Die neue Rettungswache soll direkt neben der neuen Feuerwache Süd entstehen.

Quelle: Landkreis

Schönefeld. Egal ob Herzinfarkt, Geburt oder Schlaganfall – Notfallpatienten am Flughafen Schönefeld müssen nicht um ihr Leben bangen, weil die Rettungsärzte unter Umständen nicht schnell genug in den Sicherheitsbereich gelangen können. Im Fall des Falles übernehmen die Kameraden der Flughafenfeuerwehr die Erstversorgung von Erkrankten und übergeben diese anschließend den Rettungsteams der Johanniter-Unfallhilfe zum Weitertransport in die Krankenhäuser. „Die Fahrzeuge kommen im Normalfall aus den Rettungswachen Schönefeld und Schulzendorf. Bei Engpässen oder Paralleleinsätzen erreicht auch das Rettungsmittel aus der Wache Bestensee den Flughafen in der gesetzlich festgelegten Hilfsfrist von 15 Minuten“, erklärt die Ordnungsamtschefin des Landkreises Dahme-Spreewald, Silvia Enders, die Zuständigkeiten.

Der Träger des Rettungsdienstes überall in der Gemeinde Schönefeld – und damit auch auf dem Flughafen – sei in jedem Fall der Landkreis Dahme-Spreewald. Dieser habe mit der Flughafengesellschaft eine Vereinbarung abgeschlossen, nach der die Flughafenfeuerwehr den Rettungsdienst des Landkreises unterstützt und Patienten bis zum Eintreffen des „kreislichen Rettungsmittels“ versorgt, erläutert Enders. Von den knapp 2000 Einsätzen des Rettungsdienstes in der Gemeinde Schönefeld erfolgten im vergangenen Jahr 347 im öffentlichen Raum des Flughafens.

Passagierprognosen haben Planung beeinflusst

Obwohl erst vor wenigen Jahren im Zentrum der Flughafengemeinde im Auftrag des Landkreises eine neue Rettungswache für den Einsatz im Flughafenumfeld gebaut wurde, plant jetzt der Landkreis den Bau einer weiteren Einrichtung im Sicherheitsbereich des Airports. Der Grund: Geht der BER mit den prognostizierten Passagierzahlen von 27 Millionen pro Jahr in Betrieb, müssen auch die Rettungswege optimiert werden. Deshalb wird in unmittelbarer Nachbarschaft der Feuerwache Süd ein neues Gebäude für eine Rettungswache gebaut. Planungen dazu beschäftigen die Kreisbehörde seit zwei Jahren. Erst vor wenigen Tagen wurde vom Bauordnungsamt die Baugenehmigung erteilt.

„Die Planungen mussten den gestiegenen Passagierzahlprognosen angepasst werden. Erst im vergangenen Jahr erfolgte deshalb noch einmal eine komplette Anpassungsplanung. Die Anzahl der Stellplätze für Rettungsfahrzeuge wurden von drei auf fünf erhöht, das Gebäude vergrößert“, erklärt Dietmar Licht, Amtsleiter Gebäude- und Immobilienmanagement, unter dessen Regie die Planungen laufen. Angepasst wurden in diesem zweigeschossigen Gebäude zudem die Anzahl der Aufenthalts- und Ruheräume. Bis zu zehn Mitarbeiter werden in der neuen Rettungswache rund um die Uhr tätig sein. Es gibt neben den Fahrzeugunterstellplätzen Ruhe- und Umkleideräume, Arztzimmer, Material- und Ausrüstungslager, Teeküchen und weitere Nutzräume. Die Kosten für den zwei Millionen Euro teuren Bau sind insbesondere durch die erhöhten Schallschutzvorgaben für Gebäude mitten auf dem BER-Gelände und die Gebäudegestaltungsvorgaben erheblich beeinflusst worden. „Wir mussten uns an das Gestaltungshandbuch des BER halten, das den Einsatz bestimmter Materialien und Farben für die Fassade und die Dachbegrünung vorgibt“, so Licht. Demnach darf an der Fassade kein Putz zum Einsatz kommen, sondern „textiles Material“ und Sichtbeton. Das Gebäude passe sich damit optisch der benachbarten Feuerwache an.

Inbetriebnahme für Dezember 2017 geplant

Der Baustart ist für das Frühjahr 2017 vorgesehen, die Inbetriebnahme im Dezember 2017. Der Landkreis als Träger des Rettungsdienstes übernimmt für den Bau der Rettungswache in Erbpacht für 30 Jahre ein Grundstück von der FBB. Die Planungs- und Bauinvestitionskosten trägt der Landkreis. In die bisherigen Abstimmungen zwischen Landkreis und Flughafengesellschaft wurde auch der künftige Betreiber, die Johanniter-Unfallhilfe einbezogen. Problematisch ist jedoch, dass der Vertrag mit der Johanniter-Unfallhilfe am 31.Dezember 2017 endet. Grund dafür ist die Gesetzesänderung zum Vergaberecht vom April 2016. „Die Verwaltung befindet sich derzeit in einer internen Abstimmung zur weiteren Vorgehensweise“, erklärt Silvia Enders.

Hintergrund

Zurzeit werden zehn Rettungswachen im Landkreis Dahme-Spreewald betrieben. Die elfte Rettungswache wird auf dem Gelände des zukünftigen BER entstehen.

Dort werden mit der BER-Eröffnung ein Rettungstransportwagen, der Rettungstransportwagen für Infektionskrankheiten und das Einsatzfahrzeug des leitenden Notarztes stationiert.

Im vergangenen Jahr erfolgten knapp 21 800 Rettungseinsätze im Landkreis, knapp 2000 in Schönfeld.

Auf dem Landkreis kommen darüber hinaus weitere Verpflichtungen zu. So hat ein aktuelles Gutachten den weiteren Bedarf an Rettungswachen im ländlichen Bereich ausgemacht, um die gesetzlichen Rettungs- und Hilfsfristen einhalten zu können. Im Haushalt des Landkreises für 2017 bis 2019 sind dafür Investitionen von drei Millionen Euro vorgesehen.

Von Uta Schmidt

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Luftbilder vom Flughafen BER

Der Berliner Flughafen BER in Schönefeld aus der Luft. Seit 2006 wir der neue Hauptstadtflughafen gebaut. Mitte Juni 2012 sollte dort der Flugbetrieb aufgenommen werden, doch technische und organisatorische Probleme verzögerten die Eröffnung auf (bisher) unbestimmte Zeit hinaus.