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Schmiergeld: Anklage gegen Ex-BER-Manager

Imtech-Affäre: Korruptionsverdacht erhärtet Schmiergeld: Anklage gegen Ex-BER-Manager

Die Staatsanwalt Neuruppin ermittelt gegen einen früheren Bereichsleiter des Flughafens BER. Francis G. soll als Prokurist ungeprüft eine Millionen-Zahlung an die Firma Imtech durchgewunken und im Gegenzug Schmiergeld kassiert haben. Jetzt wurden er und drei Ex-Imtech-Mitarbeiter angeklagt. Die Summen, um die es geht, sind enorm.

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Der Gebäudeausrüster Imtech, der am BER die Kabel zieht, ist inzwischen insolvent.

Quelle: dpa

Potsdam. In dem Korruptionsfall um den Hauptstadtflughafen (BER) hat die Staatsanwaltschaft Neuruppin jetzt Anklage gegen vier Verdächtige erhoben. Ein früherer Bereichsleiter der Flughafengesellschaft wurde wegen Bestechlichkeit im besonders schwereren Fall angeklagt, wie die Behörde am Donnerstag mitteilte.

Zugleich erhielten drei ehemalige Manager des inzwischen insolventen Bauausrüsters Imtech eine Anklage. In dem Fall geht es um ungeprüfte Millionenzahlungen aus dem Jahr 2012. Dem damaligen Geschäftsführer von Imtech Deutschland wird von der Staatsanwaltschaft Bestechung im besonders schweren Fall vorgeworfen, den beiden anderen Beihilfe dazu.

Prokurist forderte zwei Millionen Schmiergeld

Der damalige Bereichsleiter und Prokurist des Flughafens, Francis G., soll im Dezember 2012 Imtech-Nachforderungen von mehr als 60 Millionen Euro bewilligt haben, ohne dass die Nachträge überprüft waren. Kurz zuvor soll er von dem Konzern 150 000 Euro Schmiergeld erhalten haben. Gefordert hatte er laut Staatsanwalt sogar eine „Provision“ in Höhe von rund drei Prozent – also knapp zwei Millionen Euro. Die Geldübergabe fand damals offenbar filmreif auf einem Parkplatz in Brandenburg statt.

Imtech in finanziellen Schwierigkeiten

Laut Staatsanwaltschaft befand sich Imtech Deutschland, das im August 2015 Insolvenz anmelden musste, schon damals in einer problematischen wirtschaftlichen Situation. Letztlich habe die Flughafengesellschaft Ende 2012 an Imtech 25 Millionen Euro gezahlt sowie 41 Millionen Euro an eine Arbeitsgemeinschaft, an der Imtech beteiligt war, so die Staatsanwaltschaft.

Von MAZonline

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