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So wird über den BER gelästert

Seufz und Miley Cyrus So wird über den BER gelästert

Katastrophe, Abriss, Satire-Flughafen: Der sofortige Baustopp am BER hat entsetzte und höhnische Kommentare nach sich gezogen. Wir geben einen Überblick, wie über das Pleiteprojekt hergezogen wird und sagen, warum einige sogar die Hilfe von Miley Cyrus fordern.

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Am BER geht nichts mehr.

Quelle: dpa-Zentralbild

Potsdam. Es ist unbestritten das größte Pleiteprojekt Berlin-Brandenburgs. Vielleicht sogar bundesweit. Der BER wird und wird nicht fertig. Zur Erinnerung: 2006, im September wurde an der Baustelle in Schönefeld der erste Spaten in den Boden gestochen. Geplant wird schon viel länger. Offen ist der Flughafen immer noch nicht. Und nun scheint auch der anvisierte Termin im Herbst 2017 ernsthaft zu wackeln. Denn: Am BER geht nichts mehr. Die Baubehörde des Landkreises Dahme-Spreewald hat einen sofortigen Baustopp verhängt. Grund: Einsturzgefahr der Haupthalle. Wann weiter gebaut werden kann, ist offen.

Jede Menge erschütterte und hämische Kommentare

Die erneute Pleite am Pleiteflughafen hat einige hämische und erschütterte Kommentare nach sich gezogen. MAZ-Redakteur Torsten Gellner zeigt sich fassungslos ob der Planungsfehler. Nicht nur die Planungsfehler machen ihn fassungslos: auch, dass dieser BER-Fehlgriff keine Konsequenzen haben wird und dass wahrscheinlich wieder niemand verantwortlich sein will, heißt es in seinem Kommentar.

Das schreiben andere Zeitungen über den Baustopp – eine Übersicht:

– Die Berliner BZ schreibt in ihrem Kommentar von einer Katastrophe und fordert für den Fall der Eröffnung, dass der BER nicht den Namen Willy Brandt tragen dürfte. Ein solcher Pleitebau würde das Ansehen des Friedensnobelpreisträgers beschmutzen.

– Der Tagesspiegel schreibt in seinem Kommentar von Pfusch, der nur zufällig herausgekommen ist und unterstellt den Planern kriminelle Züge.

– Eine schlichte Forderung macht die Berliner Zeitung in ihrem Kommentar auf: dichtmachen, einmotten, neu bauen. Der BER sei ein Flughafenphantom, dass womöglich nie zum Flughafen werden wird. Die Planer müssten jetzt den Mut aufbringen, den BER-Bau zu stoppen und woanders neuanfangen.

– Auch bei Spiegel Online beschäftigt sich ein Kommentator mit dem Thema BER. Der Meinungsbeitrag des ansonsten sehr meinungsfreudigen Kollegen Stefan Kuzmany fällt aber sehr kurz aus und beinhaltet gerade mal ein Wort: Seufz.

– Die Berliner Morgenpost möchte angesichts der ernsten Lage keine Scherze machen und prophezeit, dass die Lage für Berlins Regierenden Bürgermeister Michael Müller das Klima nun rauer werden dürfte. Er wird nun erstmals persönlich für die BER-Pleiten angegriffen.

Nicht nur die Kommentatoren der Zeitungen und Online-Medien lästern über den BER. Vor allem beim Kurznachrichtendienst Twitter wird Spott und Häme über das Flughafenprojekt ausgegossen.

Harald Schmidt, TV-Moderator im Ruhestand, twittert:

Bauaufsicht stoppt Arbeiten am neuen Berliner Flughafen

Bauaufsicht stoppt Arbeiten am neuen Berliner Flughafen. Da muss die Frage erlaubt sein: „Welche Arbeiten?“

Quelle: Screenshot

– Die ProblemBER-Kampagne beschäftigt sich schon lange mit dem Pfusch am Schönefelder Bauprojekt und twittert nun, dass der Pfusch „kriminelle Züge“ habe und hat ein ganz bestimmtes Lied im Ohr, wenn es an die Pleite denkt: „Wrecking Ball“ von Miley Cyrus. „Wrecking Ball“ heißt soviel wie Abrissbirne. In dem Video schwingt sich die Sängerin immer wieder auf einer riesigen Abrissbirne durchs Bild und lässt Wände einstürzen. Ob die ProblemBER-Macher wirklich wollen, dass Miley Cyrus den BER abreißt, lassen wir mal dahin gestellt. Unterstellen wir mal, dass sie eine gründliche Neuplanung auch gut finden.

Hier das Video:

– Auch der Twitter-Nutzer „Blankenfelder“ beschäftigt sich hauptsächlich in seinen Tweets mit dem Flughafen. Er nennt ihn nur noch den „Satire-Flughafen“ und hat längst einen eigenen Hashtag zu dem Thema ins Leben gerufen: #nichtvor2018.

– Es gibt auf Twitter aber auch nützliche Tipps für die BER-Planer. User Stefan Priebsch hat diesen hier und spielt damit auf den VW-Skandal an.

Liebes BER-Team

Liebes BER-Team: Lasst doch einfach VW die Statik der Halle neu rechnen, die schaffen den Nachweis ganz einfach.

Quelle: Screenshot

Und dann kursiert auf Twitter noch ein Bild, dass an einen früheren Wahlkampf-Slogan der SPD erinnert und sich mit dem Namen für den BER beschäftigt.

Mit dem Slogan „Willy wählen“ warb die SPD 1972 in den Wahlkampf zog und um Unterstützung für Willy Brandt warb

Mit dem Slogan „Willy wählen“ warb die SPD 1972 in den Wahlkampf zog und um Unterstützung für Willy Brandt warb. Nach ihm soll nun der Flughafen in Schönefeld benannt werden. Für einige Twitter-Nutzer Anlass für bösen Spott.

Quelle: Screenshot

Von MAZonline

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Luftbilder vom Flughafen BER

Der Berliner Flughafen BER in Schönefeld aus der Luft. Seit 2006 wir der neue Hauptstadtflughafen gebaut. Mitte Juni 2012 sollte dort der Flugbetrieb aufgenommen werden, doch technische und organisatorische Probleme verzögerten die Eröffnung auf (bisher) unbestimmte Zeit hinaus.