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Trotz Pannen: BER-Macher glauben an 2017

Eröffnung des Pleiteflughafens Trotz Pannen: BER-Macher glauben an 2017

Am geplanten Hauptstadtflughafen BER in Schönefeld reiht sich Panne an Panne. Dennoch glauben die Flughafen-Manager fest daran, dass der Airport wie geplant im Jahr 2017 eröffnen kann. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob der Optimismus berechtigt ist.

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Quelle: dpa-Zentralbild

Schönefeld. Am neuen Hauptstadtflughafen hinken die Verantwortlichen weiter ihrem Zeitplan hinterher. Von Januar bis Ende September wurde die Hälfte der ausstehenden Planungs- und Sanierungsarbeiten im Terminal abgeschlossen, wie aus dem aktuellen Sachstandsbericht der Flughafengesellschaft hervorgeht. „Die Bauarbeiten liegen damit weiterhin hinter dem Soll zurück.“ Insgesamt gebe es bei Planung und Bau eine Verzögerung von drei bis vier Monaten. Ob die Pleite des Gebäudetechnik-Ausrüsters Imtech weitere Verzögerungen bringt, ist demnach noch offen.

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2006 wurde das Projekt „Hauptstadtflughafen“ in Schönefeld mit einem Spatenstich offiziell eröffnet. Geplant wird der Flughafen aber schon länger – bereits 1991 gründete sich eine Berlin Brandenburg Flughafen Holding. In der Bildergalerie zeigen wir, wie sich der BER von einem hoffnungsvollen Vorzeigeprojekt zu einer Pleitenummer entwickelt hat.

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„Die Inbetriebnahme des BER im 2. Halbjahr 2017 ist und bleibt das Ziel der FBB“, betonte die Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg (FBB). Der Imtech-Insolvenzverwalter hatte in der vergangenen Woche angekündigt, dass die Bremer Gustav Zech Stiftung Geschäftsbetrieb und das wesentliche Vermögen von Imtech übernehmen werde.

Flughafenchef Karsten Mühlenfeld zeigt sich optimistisch

Dies sei zwar eine gute Nachricht für Imtech, heißt es im Bericht. Der weitere Verlauf der Insolvenz und die Auswirkungen auf das Projekt könnten aber nicht abschließend bewertet werden. Außerdem werde sich erst in den kommenden Wochen zeigen, wie der frühere Imtech-Partner Caverion die Aufgaben ausführt, die er von der insolventen Firma übernommen hat. Welche Bauleistungen noch zu erbringen sind, wird ohnehin erst im Frühjahr feststehen, wenn Nachträge zur Baugenehmigung genehmigt sind.

In seinem Politikbrief meldete Flughafenchef Karsten Mühlenfeld am Mittwoch Halbzeit bei der Sanierung des Terminals. „In der Luftfahrt bezeichnet man diese Marke als „Point of no Return“, das heißt: der Weg zum Ziel ist ab sofort kürzer als die seit der Ankündigung des Terminbandes.“ Den Terminrückstand führte er auf die Imtech-Pleite und Verzögerungen bei der Planung zurück.

Brandschutzprobleme haben nichts mit Baustoff zu tun

Im Zeitplan enthalten sind demnach die Arbeiten an rund 600 Wänden im Terminal, die den Brandschutzvorgaben nicht genügen. „Teilweise müssen Stützen eingebaut oder Wandteile verstärkt werden, um die geforderten Brandschutzklassen zu erreichen“, hieß es. „Nur ein sehr geringer Teil dieser Wände ist komplett neu zu bauen.“ Pläne für 500 Wände lägen vor, für die restlichen 100 folgten sie in Kürze.

Der Bundesverband Porenbeton betonte, dass die Brandschutzprobleme nicht auf den Baustoff zurückzuführen seien. Als mineralischer Baustoff sei Porenbeton nicht brennbar, zudem werde er nach strengen DIN-Normen klassifiziert. „Wird nach diesen Normen geplant und ausgeführt, erfüllt Porenbeton einen optimalen Brandschutz.“

Fortschritte gibt es beim Schallschutz

Planmäßig abgeschlossen ist unterdessen die Sanierung der nördlichen Start- und Landebahn. Dort laufen Tests, auch Inbetriebnahmeflüge der Deutschen Flugsicherung sind in diesen Tagen geplant. Mit Beginn des Winterflugplans am 25. Oktober soll der Schönefelder Flugverkehr wieder von der Nordbahn ablaufen. Anders als bei der neuen Südbahn sind von der Nordbahn auch Nachtflüge erlaubt.

Fortschritte gibt es beim Schallschutz. Für knapp 14.000 Wohnungen im Umfeld des Flughafens haben die Betreiber die Bescheide verschickt, mit denen die Hauseigentümer Handwerker bestellen können, um neue Fenster, Dämmungen und Lüfter einbauen zu lassen. Die Quote liegt bei 70 Prozent, vor einem Jahr waren es 40 Prozent. 6000 Anträge müssen noch bearbeitet werden. Für weitere 6000 Wohnungen haben die Eigentümer noch keinen Antrag auf Schallschutz gestellt.

Von MAZonline

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Luftbilder vom Flughafen BER

Der Berliner Flughafen BER in Schönefeld aus der Luft. Seit 2006 wir der neue Hauptstadtflughafen gebaut. Mitte Juni 2012 sollte dort der Flugbetrieb aufgenommen werden, doch technische und organisatorische Probleme verzögerten die Eröffnung auf (bisher) unbestimmte Zeit hinaus.