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Apfelexperten auf der Buga in Rathenow

Sortenbestimmung Apfelexperten auf der Buga in Rathenow

Sie haben im Garten einen uralten Apfelbaum, wissen aber nicht, um welche Sorte es sich handelt? Kein Problem: Einfach ein paar Früchte pflücken und ab damit auf die Buga nach Rathenow (Havelland). Denn dort helfen ab Dienstag die Apfelexperten bei der Sortenbestimmung.

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Hans-Georg Kosel hilft kranken, alten Obstbäumen, wieder gesund zu werden.
 

Quelle: Josefine Sack

Rathenow/Oranienburg.  Wenn es alten Bäumen schlecht geht, ist er zur Stelle: Baumdoktor Hans-Georg Kosel weiß, wie man kranke Apfel- und Birnenbäume wieder gesund päppelt. Seit 15 Jahren ist der 56-jährige Oranienburger (Oberhavel) Mitglied im Pomologenverein. Etwa 60 Mitglieder zählt die Landesgruppe Berlin-Brandenburg. Die Apfelexperten haben vor allem ein Ziel: alte Obstsorten vor dem Verschwinden bewahren, sie pflegen und das Wissen über jene Sorten, die schon von unseren Vorfahren kultiviert wurden, weitergeben.

In dieser Woche sind die Pomologen zu Gast auf der Bundesgartenschau (Buga) in Rathenow. Am i-Punkt Grün auf dem Weinberg bestimmen sie Obstsorten, stellen Apfelsaft her und informieren über die Bedeutung von Streuobstwiesen.

Denn wer kennt heutzutage noch den Prinzenapfel, die Kirkespflaume, die Muskatellerbirne oder die Kirschenart Königin Hortense? Die meisten Menschen kaufen Früchte nur noch im Supermarkt. Und so verschwindet selbstangebautes Obst seit Jahrzehnten fast unmerklich aus den Gärten und Wiesen unserer Landschaft – „ein Dilemma“, bedauert Kosel. „Früher gab es den Schul- oder Pfarrgarten, in dem Grundlagen gelegt wurden, heute haben sich die Menschen vollkommen von der Natur entfremdet“, kritisiert der studierte Betriebswirt aus Hessen, den es nach dem Studium beruflich in den Berliner Raum zog. In der Schule sei der Obst- und Gemüseanbau längst aus dem Lehrplan gestrichen worden, für die Baumpflege finden sich kaum noch Gärtnerlehrlinge, klagt Kosel und fordert deshalb: „Es müssen neue pädagogische Konzepte her!“

Sortenbestimmung – so funktioniert’s:

Die Sortenbestimmung zählt zur Hauptaufgabe der Pomologen: Hans-Georg Kosel kann allein circa 200 Sorten unterscheiden.

Geschmack und Aussehen sind dabei nur zwei von insgesamt acht Kriterien, die zur Bestimmung angelegt werden.

Sind SIe sich unsicher, welche Sorten in Ihrem Garten wachsen: Dann bringen Sie jeweils fünf Früchte Ihres Baums mit. Achten Sie beim Pflücken darauf, dass sie die Äpfel von unterschiedlichen Stellen des Baumes entnehmen. Nur eine solch repräsentative Probe sorgt für Gewissheit.

Die Sortenkundler sind bis Donnerstag, 27. August, täglich von 11 bis 16 Uhr am i-Punkt Grün.

Es gibt bis zu 5000 Sorten

Der Naturfreund, der selbst ein Grundstück in der gemeinnützigen Obstbau-Siedlung Eden in Oranienburg bewirtschaftet, wollte als Kind Förster werden. Als daraus nichts wurde, entdeckte er Jahre später als Erwachsener auf einem Apfelkuchenfest seine Liebe zu dem knackigen Kernobst. „Ich nahm an einer Verkostung in Rostock teil und war erstaunt über die unglaubliche Vielfalt“, schwärmt Kosel rückblickend.

An die 5000 Sorten, schätzen Experten, gibt es in Europa. Allein im Land Brandenburg geht man von etwa 1500 verschiedene Apfelsorten aus. „Viele Sorten sind verloren gegangen, wir freuen uns immer, wenn wir Raritäten wiederfinden“, so der Oranienburger Obstbau-Experte. Vor knapp zwei Jahren hat die Obstbau-Siedlung Eden an den Verein eine Streuobstwiese übergeben. Etwa 30 alte Apfelbäume wucherten hier vor sich hin, ohne dass sich jemand um sie kümmerte. „Der Obstbaum ist ein Kulturbaum“, gibt Kosel zu Bedenken. Wenn nicht ab und zu Hand angelegt werde, gehen die Bäume kaputt, mahnt er. Die Bäume in Eden wurden jahrzehntelang nicht geschnitten, unsachgemäße Mäharbeiten hatten bei manchen die Rinde zerstört. Doch mit einem fachgerechtem Obstbaumschnitt und einer speziellem Baumheilerde aus Lehm, versetzt mit Leinöl und Holzspänen, hauchte Kosel den zum Teil 80 Jahre alten Bäumen wieder neues Leben ein.

Und so sieht das Innenleben eines Apfels aus

Und so sieht das Innenleben eines Apfels aus.

Quelle: Josefine Sack

Experten klären zu Äpfeln auf

„Es herrscht die Volksmeinung, dass ein Apfelbaum maximal 30 Jahre alt werden kann, bevor er stirbt“, wundert sich der Apfelexperte. Dabei seien besonders die alten Obstsorten sehr robust. „Manche werden bis zu 180 Jahre alt – man muss nur behutsam mit den vergreisten Bäumen umgehen“, ist Kosel überzeugt. Der Pomologe muss es wissen: Hunderte Obstbäume hat er in den vergangenen Jahren wieder zum Leben erweckt, darunter auch uralte Bäume in den Parkanlagen der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten in Potsdam und Berlin. Doch auch Privatleuten stand der Baumdoktor schon mit Rat und Tat zu Seite, wenn es darum ging, einen kahlen Baum wiederzubeleben. Ein kranker Baum ist glücklicherweise nicht der Grund, weshalb die Pomologen nun zur Buga einbestellt worden sind. Ab können Besucher ihnen unbekannte Apfelsorten aus dem eigenen Garten mitbringen und von den Experten vor Ort bestimmen lassen.

Von Josefine Sack

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