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Groß Behnitzer saniert Einzeldenkmal in Nauen

Weiteres Haus in der Altstadt wird gerettet Groß Behnitzer saniert Einzeldenkmal in Nauen

Kurz vor Ende der Nauener Altstadtsanierung im Jahre 2016 saniert der Groß Behnitzer Klaus Dembiany derzeit ein weiteres verfallenes Gebäude in dem historischen Stadtkern. Bis Ende des Jahres will er das Haus Gartenstraße 45 erneuert haben.

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Klaus Dembiany vor dem Einzeldenkmal in der Gartenstraße.

Quelle: Foto: Andreas Kaatz

Nauen. Nur wenigen Passanten dürfte die Schrift auf der Fassade auffallen, wenn sie am Haus Gartenstraße 45 in Nauen vorbeieilen. Bau-, Sarg- und Möbeltischlerei steht dort in verblichenen Lettern. Erinnerung an deutlich bessere Zeiten, die das Gebäude hatte. Heute sieht man ihm das nicht mehr an, mehr als 20 Jahre Leerstand haben ihre Spuren hinterlassen. Doch geht es nach Klaus Dembiany, dann soll nicht nur die bröckelnde Fassade zum Ende des Jahres wieder schick sein. Den Hof zur Neuen Straße hin möchte er zur nächsten Hofweihnacht öffnen.

Ein ehrgeiziges Ziel für den Groß Behnitzer, der das Einzeldenkmal aus der Zeit um 1900 im Jahre 2013 erworben hat. Der Laie würde wohl angesichts des Zustandes des Hauses die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, selbst Bekannte meinten zu ihm: Reiß das ab. Denn unzählige Balken sind durchgefault, Fenster kaputt, das Dach muss erneuert werden, ebenso wie Elektrik, Wasserrohre und Heizung. Für Dembiany ist dies jedoch kein Problem. „Ich bin seit 40 Jahren auf dem Bau. Es ist noch genug Substanz da, die es zu erhalten gibt“, sagt der Stuckateurmeister, der ein Faible für historische Häuser hat. In Groß Behnitz sanierte er bereits Ende der 90er-Jahre ein Fachwerkhaus – auch ein Denkmal – in dem er jetzt mit seiner Familie wohnt. Und in der Nauener Altstadt war er ebenfalls schon aktiv, hat bereits ein Fachwerkhaus in der Lindenstraße wieder zum Leben erweckt und Wohnraum geschaffen.

„Die alten Gemäuer haben ihren Reiz“, begründet er sein Engagement. Sie verfügten im Gegensatz zu neuen Gebäuden über Charakter und eine eigene Geschichte. So nutzte er jetzt die Chance, noch kurz vor Ende der Nauener Altstadtsanierung Städtebaufördermittel zu bekommen. Denn das wird bald nicht mehr möglich sein. „Bei so einem Projekt kann man aber jeden Cent gebrauchen“, sagt Klaus Dembiany, der das Vorhaben zusammen mit seiner Familie stemmt.

Als der 61-Jährige das Haus übernommen hat, fand er dort eine Menge Müll vor, darunter mehrere Tonnen alter Zeitungen. Auch drei Tonnen Möbelspanplatten lagerten in den Räumen. So musste erst einmal ausgeräumt werden. Zudem widmete er sich den Schäden, die vom stetig durchsickernden Regenwasser herrührten. Die Wände waren feucht, werden jetzt aufwendig trockengelegt. „Wir mussten auch die beiden Gauben abreißen“, sagt er. Die standen nämlich schon schräg, weil die Balken, auf denen gemauert worden war, durchgefault waren. Aber auch die Deckenbalken im Gebäude mussten aus gleichem Grund ausgetauscht und zudem der Holzfußboden entfernt werden.

Auch die Fassade zur Gartenstraße hin hat gelitten. Deren Erneuerung samt Stuckelementen will er selbst vornehmen. Dazu wird sie demnächst eingerüstet. Und am Ende sollen wieder neue Gauben das Dach schmücken. Welche Farbe die Straßenfront künftig haben wird, soll in Abstimmung mit den Denkmalpflegern geklärt werden.

Künftig werden drei Wohnungen auf dem Grundstück entstehen – zwei im Ober- und Dachgeschoss, sowie eine auf dem Hof, wo sich früher die Tischlerwerkstatt befand. „Der Bedarf an Wohnraum ist hier in der Altstadt vorhanden“, ist sich der Bauherr sicher. Zudem soll das Erdgeschoss, früher Verkaufsraum, künftig Gewerbe vorbehalten sein. Dort wird der Friseurladen von Klaus Dembianys Tochter Einzug halten, der sich auf diese Weise vergrößern will.

Von Andreas Kaatz

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