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Am Sandhausener Weg geht’s weiter

Neue Wohngebiete in Oranienburg Am Sandhausener Weg geht’s weiter

Eigentlich kannte sich Jürgen Remmert mehr in der Fleischverarbeitung aus. Bei Orania war er stellvertretender Betriebsleiter. Doch nach der Wende ging er ganz andere Wege. Zwei Baugebiet hat er am Schäferweg entwickelt und 24 Grundstücke an den Mann gebracht. Auch als Rentner kann er davon noch nicht lassen. Jetzt ist der dritte B-Plan auf den Weg gebracht.

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Der Sachsenhausener hatte den richtigen Riecher am Sandhausener Weg. Alle Grundstücke wurde er reißend los, bis heute.

Quelle: Foto: Andrea Kathert

Oranienburg. Eigentlich hatte Jürgen Remmert mit Immobilien oder Grundstücksgeschäften gar nichts am Hut. Zu DDR-Zeiten war die Fleischverarbeitung sein Metier. „Bis zur Wende war ich stellvertretender Betriebsleiter beim VEB Orania“, muss Remmert angesichts der alten Zeiten selbst schmunzeln. Im Nachfolgebetrieb, der Fleischwaren GmbH, war er nur noch ein Jahr beschäftigt. Und 1999 brach für den Sachsenhausener sowieso eine andere Zeit an. Gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Uwe Kose stürzte er sich in ein ganz anderes „Berufsabenteuer“. „Wir haben zusammen den Gewerbehof am Schäferweg gekauft.“ Bis zur Wende gehörte das Grundstück der Nationalen Volksarmee. Im Verwaltungsgebäude und einer Halle richtete Remmert einen Getränkehandel ein. Den hatte seine Frau schon früher betrieben. Anfangs liefen die Geschäfte gut, bis die Großhändler aus dem Westen kamen. Den Handel mussten sie aufgeben. Im Gewerbehof zogen andere Mieter ein.

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Doch zu dem damaligen NVA-Grundstück gehörte eine riesige Brachfläche von 60 000 Quadratmetern. „Die mussten wir von der Treuhand 1999 dazu kaufen“, erzählt Remmert. Die Freifläche lag ganz grob umrissen zwischen Sandhausener Weg, Schäferweg und Straße der Einheit und war im Flächennutzungsplan schon immer als Bauland ausgewiesen. So drängte sich der Gedanke auf, Baugrundstücke daraus zu machen. Die Remmert & Kose GbR packte es an. „Den ersten B-Plan haben wir 2003 aufstellen lassen“, weiß Jürgen Remmert noch ganz genau. Es war B-Plan Nummer 38 „Südlicher Schäferweg-Sandhausener Weg. Die GbR wollte die gesamte Erschließung übernehmen mit Straßenbau, Verlegung sämtlicher Medien, Straßenbeleuchtung und Straßenbäumen.

Bis Anfang 2005 dauerte es, bis alle Beschlüsse gefasst und alle Genehmigungen da waren. 17 Baugrundstücke wurden erschlossen. Sechs davon am südlichen Schäferweg. Die anderen elf lagen links und rechts des neu entstandenen Hirtenweges. „Die Vermarktung ging sehr schnell, ich hatte viele Anfragen.“ Bis zum Jahresende waren alle Grundstücke verkauft, hauptsächlich an Oranienburger. „Für mich war immer wichtig, dass die Käufer zufrieden sind“, sagt Remmert. Noch immer unterhält er zu vielen eine Art freundschaftliches Verhältnis.

Fünf Jahre später, als Remmert schon alleiniger Besitzer der Flächen war, weil sein Geschäftspartner Kose abgesprungen war, ging es auf der anderen Seite des Schäferweges weiter. „Dort kam mir die Idee vom altersgerechten Wohnen.“ Ohne Zweifel gab es schon 2010 einen großen Bedarf dafür. „Aber ich habe einfach keinen Investor gefunden.“ Und so wurden es wieder Baugrundstücke, die Remmert mit dem B-Plan Nummer 44 erschließen ließ, sieben Stück am Schäferweg. Und auch bei seinem zweiten B-Plan, der Ende 2011 genehmigt wurde, lag der Entwickler richtig. „Einen Tag nach der Zustimmung haben die Leute angefangen zu bauen.“ Es waren wieder junge Familien aus Oranienburg, die ihr eigenes Heim haben wollten.

Drei B-Pläne für ein Wohngebiet

Das 60 000 Quadratmeter große Brachfläche zwischen Sandhausener Weg, Schäferweg und Straße der Einheit veräußerte die Treuhand 1999 an die Remmert & Kose GbR.

Jürgen Remmert und Uwe Kose stellten 2003 den ersten B-Plan Nummer 38 „Südlicher Schäferweg-Sandhausener Weg“ auf. Von den 17 Baugrundstücken lagen sechs am südlichen Schäferweg, elf entstanden links und rechts des neu gebauten Hirtenweges.

Mit dem zweiten B-Plan Nummer 44 wurden 2011/12 sieben Grundstücke am Schäferweg entwickelt.

Im Januar 2014 beantragte Remmert den dritten B-Plan Nummer 102, mit dem sieben Baugrundstücke an der südlichen Erich- Schmidt-Straße entwickelt werden soll.

 

Inzwischen hat sich Jürgen Remmert von dem Gewerbehof getrennt. „Den habe ich vor einem Jahr an die Firma Lucas verkauft.“ Doch ins einfache Rentnerleben kann er sich nicht zurückziehen. Jetzt arbeitet er ein paar Stunden bei Heike Bergmann Immobilien. „Da fühle ich mich pudelwohl.“

Und offenbar kann der 70-Jährige noch immer nicht die Finger lassen von B-Plänen. Im Januar vorigen Jahres beantragte er seinen dritten, er trägt die Nummer 102. Sieben Baugrundstücke will Remmert an der südlichen Erich- Schmidt-Straße entwickeln. Die Fläche ist nun auch als Bauland im Flächennutzungsplan vermerkt. Ende 2015 hofft er, die Genehmigung zu bekommen. Und wahrscheinlich hat er auch dort den richtigen Riecher. „Das Interesse ist jetzt schon wieder sehr groß.“

Von Andrea Kathert

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