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Anwohner können Low-Cost-Häuser anschauen

Neuseddin vor dem Einzug der Flüchtlinge Anwohner können Low-Cost-Häuser anschauen

Auch wenn noch nicht klar ist, wer genau und woher als Flüchtling in die Gemeinde Seddiner See kommt, bereiten sich die Einwohner mit Willkommens-AGs auf 170 Flüchtlinge vor, die zum 1. November in Container einziehen sollen.

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Während vorne das alte Ambulatorium saniert wird, werden hinten die Low-Cost-Häuser als Übergang für die Flüchtlinge vorbereitet.

Quelle: Krause

Neuseddin. Im Landkreis Potsdam-Mittelmark spitzt sich die Lage um verfügbare Unterkünfte für Flüchtlinge zu. Ab 9. November „wird es ... sehr problematisch werden, die vom Land Brandenburg zugewiesenen Asylsuchenden unterzubringen, da hierfür keine Kapazitäten mehr vorhanden sind“, heißt es in einer Mitteilung von gestern aus Bad Belzig.

Dringend gebraucht wird deshalb auch das Übergangsheim in Neuseddin. Dort werden die 35 Low-Cost-Häuser gerade aufgebaut. Ab Ende Oktober/Anfang November sollen 170 Ausländer einziehen. Parallel zu den Containeraufbauten ist die Sanierung des alten Ambulatoriums im vorderen Bereich des Grundstückes am Breitscheidplatz gestartet. Dorthin sollen die Flüchtlinge dann in einem Jahr umziehen.

Bis dahin werden die kleinen, hellen Häuschen mit der Zentralheizung des Altbaus mitversorgt. Dafür wurden extra Leitungen verlegt, wie Bürgermeister Axel Zinke (parteilos) auf Nachfrage sagte. Zinke hat keine Sorge, dass die Gemeinde die 170 Menschen „nicht verkraften“ könne. Natürlich würden sich auch besorgte Bürger an ihn wenden. Allerdings wisse er bis jetzt nicht konkret, wann, wer und aus welchen Ländern kommt. Selbst der Heim-Betreiber sei Zinke noch nicht bekannt. In der eigenen Gemeinde jedoch laufen die Vorbereitungen auf die neuen Mitbürger auf Hochtouren. Zinke sei „sehr überrascht gewesen“, wie viele Ehrenamtliche sich gleich nach der Einwohnerversammlung im September gemeldet haben. Mit ihnen zusammen finden seit September wöchentlich oder zweiwöchentlich Beratungen statt. Am 27. Oktober können sich die Einwohner der Gemeinde Seddiner See in der Zeit von 15 bis 18 Uhr selbst ein Bild von den Containern machen, so Zinke.

„Wir empfangen die Flüchtlinge mit einer entsprechenden Willkommenskultur“, versichert der Neuseddiner Ortsvorsteher Andreas Bauch. Sechs Arbeitsgruppen wurden gebildet. Dabei geht es um Materialbeschaffung, Kinder und Jugendarbeit, Café und Patenschaften, Sprachen, Öffentlichkeitsarbeit, Integration in Vereine. Rund 40 Einwohner zwischen 14 und 86 Jahren hätten ihre Hilfe angeboten – ob Deutsch-Unterricht oder Kuchen backen. „Viele wollen helfen“, sagt Bauch.

Einig sei man sich, die Flüchtlinge nicht gleich zu überfallen, sondern „sie in Ruhe ankommen zu lassen“. Nötige Sachspenden wolle man zunächst aus der vollen Kleinmachnower Kleiderkammer holen. Aber auch die Beelitzer Kleiderkammer ist gerüstet, wie Chefin Gabriela Schrader der MAZ sagte. „Das Netzwerk neue Nachbarn für Flüchtlinge in der Gemeinde Seddiner See“ will baldigst eine Internetseite schalten.

Im Landkreis wird’s eng

Nur mit „großer Anstrengung“ wird die Verwaltung des Landkreises Potsdam-Mittelmark zum Ende dieser Woche angekündigte 179 Asylsuchende und Flüchtlinge unterbringen. Kurzfristig konnten in Bad Belzig Notunterkünfte, die maximal für drei Wochen geplant sind, im Gebäude des Arbeits- und Ausbildungsförderungsvereins Potsdam-Mittelmark in Kuhlowitz für 43 Menschen und für 62 weitere im Ferienpark Hohenspringe (Ortsteil Werbig) geschaffen werden.

Weitere Flüchtlinge kommen durch freie Kapazitäten in den beiden Teltower Heimen und in Bad Belzig sowie vereinzelt in Wohnungen unter. Das Übergangswohnheim in Brück ist bereits am Limit angekommen.

Erst Ende Oktober wird das neue Übergangswohnheim dann in Neuseddin zur Verfügung stehen. Eine weitere Notunterkunft wird bis Anfang November in der Warthestraße in Teltow entstehen. Diese soll, muss für mehrere Wochen dienen, „bis weitere Objekte für eine längerfristige Unterbringung hergerichtet sind“.

Von Claudia Krause

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