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Auf dem Weg zum Kompromiss

Das Ringen um die Architektur am Packhof Auf dem Weg zum Kompromiss

Die Fronten schienen festgefahren: Unerbittlich standen sich Befürworter von Hotelneubau und von Wohnungen gegenüber. Jetzt scheint ein Kompromiss gefunden – in gleichberechtigter und friedlicher Koexistenz.

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Skizze der bisher geplanten Packhof-Bebauung, rot = Hotel, gelb = Wohnhäuser, das Trapez in der Mitte Parkhaus. Links grau Werft und Stadtwerkesitz.

Brandenburg/H. Ein komplett neues Exposé für ein mögliches Bebauen des Packhofes wird den Stadtverordneten am 16. Dezember vorgelegt. Das ist das Ergebnis aus Denkmal- und Sanierungsbeirat sowie Stadtentwicklungsausschuss, die nichtöffentlich am Dienstag und Mittwoch getagt haben.

Das neue Exposé sieht ein zumindest gleichberechtigtes Entwickeln von Hotel- und Wohnstandort vor. So soll die Bruttogeschossfläche des Hotels und seiner Nebenanlagen (Tagungsgebäude, Wellness-Trakt und Boardinghouse für längeres Wohnen) die Bruttogeschossfläche der neu zu errichtenden Wohngebäude nicht übersteigen – die Rede ist von 15 000 Quadratmetern fürs Hotel und 16 000 Quadratmetern fürs Wohnen. Zudem soll der Wohnstandort in seiner Lage dem Hotel ebenbürtig sein, der bislang nur geheim kursierende Entwurf sieht eine Dominanz des Hotelkomplexes vor, so dass die Wohnhäuser zwischen diesem und der vorhandenen Bebauung eingeklemmt wären. Zudem soll der eigentliche Riegelbau mit den Gästezimmern, der über den Uferweg bis in die Niederhavel ragt, eine Traufhöhe von 17,40 Metern haben, bislang haben die höchsten Wohnhäuser an der Packhofstraße 16,50 Meter.

An dem neuen Exposé arbeiten Liegenschaftsamtschefin Angelika Köhler und der Stabschef von Bürgermeister Steffen Scheller, Karl-Heinz Erler – dem nachgeordnet sind die Ressorts Tourismus- und Wirtschaftsförderung. Ihnen beratend zur Seite stehen die Architekten Heidrun Fleege und Achim Krekeler. „Der vorliegende Entwurf ist eine Art Platzhalter. Den sehe ich nicht als Architektur an, vielmehr zeigt er die Möglichkeiten an diesem Standort aus Sicht eines Investors“, sagt Krekeler. Bei dem Investor dürfte es sich mit hoher Sicherheit um RIMC International handeln, einen Hamburger Entwickler und Betreiber von Hotelimmobilien. RIMC wirbt auf seiner Internetseite unter der Rubrik „Projekte in Entwicklung“ mit dem Standort Brandenburg an der Havel.

Solche Vorstellungen seien aus Investorensicht legitim, „aber es soll keine Krake von Hotel das Grundstück dominieren“. Dennoch sei es für ihn als Architekten interessant, dass der Platz so viel an gestaltbarer Fläche hergebe. „Im Moment bin ich nicht unzufrieden. Ich sehe den Beginn eines konstruktiven Prozesses.“ Gleichwohl würden Krekeler und seine Berufskollegin Fleege nicht aktiv das Exposé beeinflussen, sondern als Vertreter der Architektenkammer Wert auf eine qualitätsvolle Architektur und Baukultur legen.

Zudem sind die Vertreter der Fraktionen aufgefordert worden, ihre Wünsche und Vorstellungen zum Exposé einzubringen. Für die Bündnisgrünen fordert beispielsweise Martina Marx einen Verzicht auf das Überbauen des Uferweges. Zudem solle das Hotel nicht als „Landmark Building“ (Wahrzeichen) gestaltet werden, sondern in der Architektur zwar qualitätsvoll, aber zurückgenommen sein.

So sehe es auch das „Moderierte Strukturkonzept“ von 2011 vor, in dem damals schon neben dem Wohnen weitere Nutzungen für Tourismus, Kultur, Freizeit und Einzelhandel vorgesehen sind. Allerdings warnt Hotelbefürworter Dirk Stieger von der SPD-Fraktion davor, das alte Konzept 1:1 zum Beschluss zu erheben. „Es sieht nämlich noch 80 Prozent Wohnen und nur 20 Prozent andere Nutzungen vor. Wir sollten es modifizieren auf den nun gefundenen Kompromiss von 50:50.“

Von André Wirsing

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