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Aus der Traum vom Wohnen am Packhof

Stadtentwicklung in Brandenburg an der Havel Aus der Traum vom Wohnen am Packhof

Jahrelang haben die Stadtverordneten diskutiert, zu keinem Areal gibt es mehr Pläne als zum Packhof, bislang schien Konsens darüber zu herrschen, dass im letzten innerstädtischen Entwicklungsgebiet Wohnungen für bis zu 1000 Menschen zu bauen. Nun kommt Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU) mit einem Vorschlag für ein 300-Betten-Hotel.

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Quelle: Thomas Uhlemann

Brandenburg an der Havel.
Nur ein großes Hotel mit Wellnessanlage und Tagungstrakt soll es nach dem Willen von Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann und Bürgermeister Steffen Scheller (beide CDU) auf dem Packhof geben. Das sagte Tiemann am Mittwochabend im Stadtentwicklungsausschuss.

Dagegen stellt sich der Stadtentwicklungsbeigeordnete Michael Brandt (CDU), der entsprechend des seit Jahren geltenden Rahmenplanes für das mehr als vier Hektar große Areal eine verdichtete, moderne und hochwertige Wohnbebauung favorisiert. „Ein großes Hotel und viele Wohnungen schließen sich an dieser Stelle aus.“

Tiemann will ein Hotel errichten

Tiemann beruft sich auf Experten und Hotelentwickler, die einzig den Standort Packhof für einen Hotelbau empfehlen würden, andere Areale wie Wiesenweg, Eisenbahnerklubhaus/HNO-Klinik, altes Stadtbad oder Schmöllner Weg hingegen kategorisch ausschlössen. Sie wolle ein geordnetes Verfahren, verschiedene Ausschüsse sowie den Hauptausschuss oder die Stadtverordnetenversammlung beteiligen. Es gebe auch eine offene Ausschreibung, wenn dem Projekt eine Mehrheit zustimme.

„Wir liefern über die Stadtmarketinggesellschaft STG eine Analyse über die Hotelnutzung und den Bedarf. Dann kann offen darüber diskutiert werden, festgezurrt ist da noch gar nichts.“ Dem entgegen steht aber ihre öffentliche Äußerung vom Sonntag zur Buga-Abschlusspressekonferenz in Havelberg, sie habe bereits einen Investor gefunden. Zudem sagte sie am Mittwoch in einem Nebensatz, sie reden „nicht über Hirngespinste und Träume“.

Wie weiter auf dem Packhof?

Seit Montag laufen die Abriss- und Rückbauarbeiten an allen temporären Bauten des Buga-Zweckverbandes auf dem Areal.

Bis zum 31. Dezember sollen die Flächen mit Rasen begrünt vom Zweckverband an die Stadt zurückgegeben werden.

Noch unklar sind das Schicksal der beete mit den Erhaltungskulturen des Nabu und der Universität Potsdam sowie der Gärten in der Schiffs-Silhouette „Lina Marie“.

Erhalten bleiben auf jeden Fall der Uferweg, die Spielplätze, die Ruhe-Inseln am Ufer.

Die Wege über den Packhof mit wassergebundener Decke bleiben ebenfalls erhalten, sofern sie beim Rückbau nicht zerstört werden, informiert Tiemann.

Bis zu einem möglichen Bebauen in zwei oder drei Jahren sollen sie frei begehbar sein.

Gleichwohl müssten Untersuchungen zum Standort Packhof angestellt werden bezüglich der Erreichbarkeit, der Verkehrssituation und der Immissionen.

Brandt sagt, es handele sich um einen Konflikt zweier Grundsätze: „Wollen wir mehr Tourismus, dann brauchen wir ein Hotel. Wollen wir aber Stadtentwicklung im Sinne von mehr Menschen, müssen wir attraktiven Wohnraum schaffen.“

300 Betten – „plus X“

Keine Antwort von Tiemann gab es auf die Frage der SPD-Fraktionsvorsitzenden Britta Kornmesser, die wissen wollte, wie es beispielsweise um die im Mai angekündigten Ausschreibungen um die Lückenbebauung mit vier- bis fünfgeschossigen Wohnhäusern entlang der Packhof- und in der Eichamtsstraße stünde. Am 28. Mai hatte sich ein Gremium aus Bauausschuss und Sanierungsbeirat mehrheitlich nochmals zum Grundsatzbeschluss für eine Wohnbebauung positioniert. Damals hieß es lediglich, dass geprüft werden soll, ob noch ein Hotel mit etwa 100 Betten auf das Areal zusätzlich passen würde. Die Größenordnung, die Tiemann nun vorschwebt, dürfte aber in der Kategorie „300 Betten plus X“ liegen.

Uta Sändig (Die Linke) warf Tiemann vor, dass diese sich kaum klar ausdrücke: „Als Sprachwissenschaftlerin bin ich darüber erstaunt darüber, in wie vielen Varianten sie das Wort „wir“ gebrauchen. Sie verwenden es, wenn sie sich selbst meinen, wenn sie die Verwaltung meinen oder wenn sie uns hier im Raum meinen. Das vernebelt ihre Aussagen. Und wenn sie reden von ,Leuten, die auf verschiedenen Gebieten mehr wissen als wir, meinen sie wohl ,als ihr hier’.“

Von André Wirsing

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