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Bad Belzig: Gutshof wird Wohnquartier

Rettung für Denkmalensemble naht Bad Belzig: Gutshof wird Wohnquartier

Der unter Denkmalschutz stehende Gutshof an der Bahnhofstraße 14 in Bad Belzig wird zur Wohnanlage. Zunächst liegt die Baugenehmigung für das Haupthaus vor, wo sechs Quartiere entstehen sollen. Bis 2020 werden weitere Gebäude saniert, wobei Investor Andreas Olze auf weitere Städtebauförderung hoffen darf. Das Prozedere ist jedoch noch nicht geklärt.

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Planer und Behörden haben ein Jahr lang den Gutshof unter die Lupe genommen. Jetzt kann er zum Wohnquartier umgestaltet werden.

Quelle: Uwe Klemens

Bad Belzig. Die Genehmigung für die Sanierung des Haupthauses auf dem an der Bahnhofstraße 14 liegt vor. Dort sollen im nächsten Jahr sechs barrierefreie Wohnungen hergerichtet werden. Das hat Andreas Olze angekündigt. Der aus der Kur- und Kreisstadt stammende Zahnmediziner will das gesamte unter Denkmalschutz stehende Ensemble zu einer attraktiven Wohnadresse entwickeln.

Nachdem die Kommune das Areal laut MAZ-Informationen für gutachterlich ermittelte etwa 100 000 Euro veräußert hat, soll nun ein Vielfaches investiert werden. Etwa 1,4 Millionen steuert der neue Eigentümer selbst bei, wie er jetzt vor den Parlamentariern berichtet hat.

Weitere Gebäude bis 2020 im Visier

Für das Grundstück sind außerdem bereits 850 000 Euro aus der Städtebauförderung vorgesehen gewesen. Hauptsächlich für den Erhalt des um 1800 errichteten Hauptgebäudes. Tatsächlich werden dafür konkret lediglich 606 000 Euro als unrentable Kosten anerkannt. Womöglich erhöht sich der Anteil wieder, wenn bei der Prüfstelle des Landesamtes für Bauen und Wohnen die Kosten für die nach Angaben des Bauherren nunmehr höherwertig geplanten Außenanlagen anerkannt werden.

Gleichwohl wird ein Rest für die Fortführung des Vorhabens übrig bleiben. Dieses sieht vor, in den Jahren 2017/18 – anders als zunächst vorgesehen – die Scheune nebenan nicht abzureißen, sondern zu erhalten und darin vier Wohnungen sowie bis 2020 in der ehemaligen Werkstatt fünf weitere Quartiere zu etablieren. Dafür werden schätzungsweise nochmals knapp zwei Millionen Euro nötig sein.

Was bisher geschah

Für das Areal der Bahnhofstraße 14 zeichnet sich das Ende eines jahrelangen Leerstandes ab. Verschiedene Interessenten und Konzepte wurden nie baureif.

Seit Mai 2014 wird in enger Abstimmung mit Natur- und Denkmalschutzbehörden an der Entwurfsplanung gearbeitet. Das hat Architekt Mike Enzmann dargestellt.

Parallel hat Investor Andreas Olze die Finanzierungs- und Förderzusagen eingeholt. Teilweise sind Mietpreisbindungen fixiert.

Auf Grundlage der Genehmigungsplanung ist im April 2015 der Bauantrag gestellt worden. Baugrund- und Statikgutachten waren nötig. Das positive Votum der Aufsichtsbehörde der Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark liegt seit Sommer vor.

Der Investor darf wohl darauf hoffen, dass zu diesem Zweck weiteres Geld aus der Städtebauförderung fließt. So wird es jedenfalls von der Verwaltung ausdrücklich befürwortet, heißt es in einer Vorlage für den städtischen Ausschuss für Bau und Planung, Wirtschaft und Finanzen. Wolfgang Terp (CDU) bekräftigte, dass die mit mehr als 15 Millionen Euro verschuldete Kur- und Kreisstadt froh sein müsse, wenn sich ein Privater der Herausforderung angenommen habe. Die einst erwogene öffentliche Nutzung als Familienzentrum, Kulturstätte mit Bibliotheksdomizil oder ähnliches sind längst ad acta gelegt. Nun gehe es für die Stadtväter darum, die Förderung abzusichern.

Allerdings ist das Prozedere noch unklar. Die schlichte Beantragung der Budgeterhöhung für Bad Belzig ist laut Christoph Grund denkbar. Der Bauamtsleiter erinnert freilich daran, dass die Kommunen ihren Anteil zu der Summe beitragen müsste. Oder es geht – zumindest teilweise – mit einer Umverteilung im eigenen Durchführungskonzept. So sei absehbar, dass einige Vorhaben – Sanierung eines Bewog-eigenen Hinterhauses in der Wiesenburger Straße – nicht zu realisieren seien.

Service

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Kontroverse um Boule-Platz und Kneipp-Becken

Darüber hinaus ist noch zu entschieden, ob und wie die Freiflächengestaltung im hinteren Teil des Geländes gefördert werden soll. Das Büro von Landschaftsarchitekt Gunnar Lange schlägt vor, dort unter anderem Boule-Platz und Kneipp-Becken dort einzurichten. Zumindest tagsüber könnten Einheimische und Touristen dann Blicke hinter die Straßenfront des Denkmals werfen. Was – neben Förderung – langfristig Aufenthaltsqualität bieten soll, könnte am Ende vielleicht für Ärger bei den Anwohnern sorgen, mutmaßen allerdings die Abgeordneten.

info: Präsentation als Denkmal des Monats im Land Brandenburg – 5. Dezember, 14 Uhr, Bahnhofstraße 14, Bad Belzig.

Von René Gaffron

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